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SC Magdeburg – VfL Gummersbach 20:30 (8:10)  

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Das hätte wohl kaum jemand für möglich gehalten: Nach einer hervorragenden Mannschaftsleistung gewann der VfL beim SC Magdeburg mit 20:30 und zog völlig verdient ins Viertelfinale des EHF-Pokals ein. Archivfotos: © ´Der Sasse´ alias Christian Sasse [ Foto+TV Agentur NTOi.de ] Kommerzielle Fotoanfragen erwünscht 0171.6888777 

 

 

Madgeburg (Von Holger Klein) – Aus einem ganz starken Team ragte Torwart Goran Stojanovic heraus, der die SCM-Angreifer immer wieder mit seinen Paraden zur Verzweiflung trieb. Die Anspannung vor diesem traditionsgeladenen Spiel war auf beiden Seiten spürbar: Eine der beiden Mannschaften würde sich an diesem Tag aus dem EHF-Pokal verabschieden müssen.

 

Die Magdeburg-Verantwortlichen hatten bereits vor dem Spiel klargestellt, dass den VfL in der fast ausverkauften Bördelandhalle ein heißer Tanz erwarten würde. “Das Spiel wird eine Schlacht”, war in den Magdeburger Zeitungen zu lesen. Dementsprechend engagiert gingen beide Mannschaften dann auch zu Sache. Die VfL-ler Drago Vukovic und Geoffroy Krantz bissen wie angekündigt auf die Zähne und spielten trotz Schulter- bzw. Oberschenkelproblemen. Der Gastgeber musste auf den Langzeitverletzten Christian Sprenger sowie den nach seiner roten Karte aus dem Hinspiel gesperrten Abwehrorganisator Steffen Stiebler verzichten. Schiedsrichter der Partie war das ungarische Gespann Péter Horváth und Balasz Marton.

 

VfL-Trainer Sead Hasanefendic begann mit Goran Stojanovic im Tor sowie Momir Ilic, Robert Gunnarsson, Vedran Zrnic, Geoffroy Krantz, Alex Alvanox und Adrian Wagner in der Anfangsformation. Das Spiel begann schmerzhaft für Goran Stojanovic: Nach einem Konter traf Wiegert den VfL-Keeper ins Gesicht. Die I:0-Führung der Gastgeber glich Alvanos aus, zudem gab es eine Zwei-Minuten-Strafe gegen Kabengele, aus der der VfL jedoch keinen Profit schlagen konnte.

 

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In der Anfangsphase demonstrierten beide Torhüter ihre Klasse, Heinevetter und Stojanovic parierten mehrmals sehenswert.

 

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Dann der Schock für den VfL: Nach einem Wurf kam Adrian Wagner unglücklich auf und verletzte sich schwer am Fuß. Für ihn war die Partie schon nach sechs Minuten beendet. Damit fiel der sicherer Siebenmeter-Schütze aus dem Hinspiel aus – und sogleich scheiterten erst Momo Ilic und dann Vedran Zrnic aus sieben Metern an Heinevetter. Die Halle wurde mehr und mehr zum Hexenkessel, als es den dritten Siebenmeter für den VfL gab: Ilic traf zum 3:2 (10. Minute).

 

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In der 12. Minute spielten die Oberbergischen nach zwei Zeitstrafen nur noch mit vier Feldspielern, doch der SCM scheiterte gleich zweimal am famosen Stojanovic. Momir Ilic gelang sogar ein Unterzahltor zum 3:3-Ausgleich. Nach 15. Minuten ging der VfL erstmals in Führung: Nach einem Alvanos-Wurf am den Pfosten reagierte Ilic am schnellsten und traf zum 4:3, danach legten Zrnic und Alvanos nach: 6:3. SC-Trainer Michael Biegler reagierte mit einer Auszeit (20. Minute).

 

Bieglers Ansprach fruchtete: In der 26. Minute glich der Gastgeber aus: 8:8. Dreimal hintereinander traf Yves Grafenhorst. Nun regagierte Sead Hasanefendic und nahm die Auszeit für den VfL. Der Trainer brachte Lützelberger und Szilagyi. Der Wechsel brachte die erwünschte Wirkung, zur Halbzeit führte der VfL nach Toren von Gunnarsson und Zrnic mit 8:10. Da dachte noch niemand, dass die Oberbergischen die Führung nicht mehr aus der Hand geben würden.

 

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Der VfL erwischte nach der Halbzeit den besseren Start: Robert Gunnarsson baute die Führung auf 8:11, dann auf 9:12 (Szilagyi/34. Minute) und 10:13 (Ilic/37. Minute) aus. Dazu parierte Stojanovic immer wieder großartig. Als Ilic in Unterzahl zum 10:14 traf, nahm Biegler erneut eine Auszeit. Vielleicht musste er seine Angreifer aufbauen, die immer wieder an Stojanovic scheiterten. Doch der VfL blieb ruhig und spielte konzentriert und clever weiter, in der 40. Minute traf Szilagyi aus dem Rückraum zum 10:15. Kurz darauf schickten die ungarischen Schiedsrichter Magdeburgs Nationaltorwart Silvio Heinevetter sowie VfL-Außen Vedran Zrnic beim Stand von 11:15 mit einer roten Karte vom Feld, gleich darauf musste Geoffroy Krantz nach seiner dritten Zeitstrafe die Platte verlassen – die Halle tobte. Doch der VfL behielt die Nerven und spielte eiskalt weiter: In der 45. Minute erzielte Szilagyi das 12:18, kurz danach Ole Rahmel gar das 12:19.

 

Als Ilic in der 47. Minute noch einen drauf legte, verließen die ersten Magdeburg-Fans die Halle, der Gastgeber war geschlagen. Der VfL agierte einfach zu souverän, gestattet dem SC kaum eine Gelegenheit, nutzte aber selber seine Torchancen. In der 50. Minute führten die Oberbergischen gar mit einem Acht-Tore-Vorsprung (15:23), die VfL-Fans skandierten im Oberrang: „Der VfL ist wieder da“ und „Auswärtssieg, Auswärtssieg“. Und genauso war es auch: Das VfL-Team spielte sich in einen wahren Rausch. Ein Tor war schöner als das andere, auch der Platzverweis von Alex Alvanos nach seiner dritten Zeitstrafe konnte die Stimmung nicht trüben. Nach einer absoluten Spitzenleistung gewann der VfL hochverdient beim SC Magdeburg mit 20:30 und zieht ins Viertelfinale des EHF-Pokals ein.

 

Tore VfL: Geoffroy Krantz (1), Drago Vukovic (), Momir Ilic (8/2), Robert Gunnarsson (4), Viktor Szilagyi (5), Adrian Pfahl (), Ole Rahmel (3), Vedran Zrnic (3), Audrey Tuzolana (1), Jörg Lützelberger (1), Alexis Alvanos (4)

 

 

Stimmen zum Spiel:

 

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Sead Hasanefendic (Trainer VfL Gumersbach): “Ich bin natürlich sehr zufrieden mit der Leistung meiner Mannschaft, in Magdeburg zu gewinnen ist nicht selbstverständlich. Wir wussten, dass es sehr schwer wurde und haben uns sehr konzentriert vorbereitet. Ich hatte Sorgen, dass unsere Kräfte nicht reichten, denn wir wussten, wie stark Magdeburg ist. Aber es war aus irgendeinem Grund heute leichter für uns als gedacht. Wir haben mit 6:0-Verteidigung gespielt und alle Spieler haben toll gearbeitet. Wir haben sehr konzentriert gespielt und standen sehr kompakt in der Abwehr. Unser Torwart war hervorragend und wir haben schnelle Kombinationen gespielt. Wir brauchen solche Erfolgserlebnisse und sind alle sehr glücklich. Nun hoffe ich, dass unser EHF-Pokal-Weg noch weiterführt. Ich danke dem Gast für das faire Spiel. Trotz der vier roten Karten war es kein unfaires Duell.”

 

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Michael Biegler (Trainer SC Magdeburg): “Ich bin sehr enttäuscht. Von dem, was wir aufbieten können, waren wir heute Lichtjahre entfernt. Ich bin konsterniert, was eben passiert ist. Wir haben reihenweise Bälle weggeworfen und hatten zu keiner Zeit eine Sicherheit. Dann sind wir immer wieder an Stojanovic gescheitert, Goran war überragend. Wir sind völlig auseinandergebrochen, das war ein Debakel. Ich muss mich bei den Zuschauern für die Leistung meiner Mannschaft entschuldigen. Ich wünsche dem VfL viel Erfolg für seinen weiteren Weg im EHF-Pokal. Das Team gehört jetzt zu den Favoriten.”

 

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Stefan Kretzschmar (SCM-Sportdirektor): “Ich finde kaum Worte für das, was heute passiert ist. Es ist ein sehr bitterer Moment für uns, die Leistung war ein Debakel. Der VfL war sehr abgezockt und gut vorbereitet, meinen Glückwunsch. Wir sind heute auch an Stojanovic gescheitert, was der gehalten hat, war unglaublich.”

 

Quelle: Steffi Damaschke / Holger Klein – VfL Gummersbach

 

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06 1600 · 07 4 · # Sonntag, 10. Dezember 2017