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Foto: Messingfeld Photographics

Olpe – Im Olper Kreuzbergstation spielten am 09.09. Russland vs. Bosnien Die Fußballbegeisterung in Deutschland hält an: Man fühlt sich zurückversetzt in den Juni dieses Jahres, als Deutschland 30 Tage lang eine WM-Party feierte. Die sich in diesen Tagen fortsetzt.

Rund 138.000 behinderte und nichtbehinderte Zuschauer sorgten gemeinsam bei den 24 Partien der Vorrunde der „4. INAS-FID Fußball WM 2006 der Menschen mit Behinderung“ für tolle Stimmung in den Stadien. „Wir sind vom Zuschauerinteresse ganz einfach überwältigt“, sagt Ralf Kuckuck, Geschäftsführer vom WM-Büro Duisburg. „Es ist besonders schön, dass behinderte und nicht behinderte Menschen gemeinsam feiern und für eine ganz besondere Atmosphäre in den Stadien sorgen.“ Dies sei für alle an der Organisation der Spiele beteiligten haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter eine Belohnung für den ausdauernden Einsatz in der Vorbereitung und Durchführung der Spiele.

 

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Eine tolle Halbzeitbilanz, bevor am Sonntag, 10. September, die Viertelfinalbegegnungen in der Hauptrunde und die Spiele der Platzierungsrunde beginnen. Das Interesse beschränkt sich nicht allein auf die Spiele der deutschen Fußball-Nationalmannschaft des Deutschen Behindertensportverbandes. In allen vier Vorrundengruppen, verteilt auf Bayern, Sachsen-Anhalt, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen, wurden die Veranstalter für ihre Arbeit belohnt. Allein in Niedersachsen zählten die Organisatoren fantastische 62.000 Zuschauer bei den Spielen von Weltmeister England, Ungarn, Mexiko und Südkorea. 

 

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Foto: Messingfeld Photographics  – Voll abgezogen und Schuh verloren @ Olper Kreuzbergstation

 

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Willi Breuer und Christoph Daum – Prominente unterstützen die INAS WM! Auch Nordrhein-Westfalen, wo die Gruppe A mit Gastgeber Deutschland, Nordirland, Russland und Japan ihre Vorrundenspiele austrug, verbuchte mit 55.000 Zuschauern ein tolles Ergebnis für die sechs Vorrundenspiele.

Für eine großartige WM-Stimmung sorgten auch die Fußballinteressierten in Sachsen-Anhalt und Bayern. In der Altmark besuchten 15.000 Fans die Begegnungen des amtierenden Europameisters und Vizeweltmeisters Niederlande, Saudi-Arabien, Polen und Australien. Rund 6.600 Zuschauer insgesamt schauten sich die Spiele von Südafrika, Frankreich, Portugal und Bosnien-Herzegowina im Münchner Dantestadion an.

 

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Deutsches Team im Torrausch – 9:0-Sieg über Frankreich   Mannschaftskapitän Guido Skorna, Ahmet Demir und Wissam el Hamadi überzeugten durch herausragende Leistungen. Demir traf fünf Mal, Skorna und el Hamadi jeweils zwei Mal. “Wir haben heute bestimmt das Tor des Monats von Guido Skorna gesehen”, sagte Motivationstrainer Christoph Daum in der anschließenden Pressekonferenz. Heute stimmte alles: Wunderbare Kombinationen, tolle Einzelaktionen, viele Torchancen und die meisten davon mit erfolgreichem Abschluss. Viertelfinale: Saudi-Arabien schlägt Titelverteidiger England 4:1 

 

Die Operation Titelverteidigung ist gescheitert: Vor rund 4.500 Zuschauern in Recklinghausen scheiterte Weltmeister England bereits im Viertelfinale an der Auswahl Saudi-Arabiens. Ebenfalls im Halbfinale: Südafrika durch ein 3:2 n.V. gegen Nordirland und die Niederlande, die sich 4:0 gegen Ungarn durchsetzten. Mit dem deutlichen 4:1 (2:0) beendete der Tabellenzweite der Vorrundengruppe D die Ambitionen der Kicker von der Insel. Bereits vor Beginn des Turniers war Jeff Davis, Trainer der englischen Mannschaft, sicher, dass das Viertelfinale eine sehr schwere Aufgabe würde. Denn laut Spielplan war klar, dass der Gegner aus der sehr starken Gruppe D mit Niederlande, Saudi-Arabien oder Polen kommen würde.

Davis’ Befürchtungen waren berechtigt. Im Halbfinale trifft der England-Bezwinger auf die spielstarken Südafrikaner. Die setzten sich vor rund 1.600 Zuschauern im Düsseldorfer Paul-Janes-Stadion gegen tapfer kämpfende Nordiren mit 3:2 nach Verlängerung durch. Dabei hätte das Team vom Kap früh für klare Verhältnisse sorgen können. Zwar brauchte Südafrika nach der frühen Führung der Nordiren (10.) etwa zehn Minuten, um den Rückstand zu verarbeiten. Ab der 20. Minute dominierte das Team von Cheftrainerin Kidipone Legodi, spielte sich eine Vielzahl bester Torchancen heraus. Doch der hervorragende nordirische Torhüter und die eigenen Nerven verhinderten eine klare Führung.

Erst spät zahlte sich die Beharrlichkeit aus: In der 80. Minute gelang der hochverdiente Ausgleich. Trotz einer Roten Karte wegen Unsportlichkeit (88.) steckten die Nordiren nie auf, kämpften auch in der Verlängerung unbeeindruckt weiter – selbst nach den südafrikanischen Treffern zum 2:1 (100.) und 3:1 (111.). In der 115. Minute verschoss das Team Südafrika einen Foulelfmeter. Nach dem Anschlusstreffer zum 3:2 (119.) versuchte Nordirland noch einmal alles, kam jedoch in den zwei Minuten Nachspielzeit zu keinen weiteren Torchancen.

 

Eine klare Angelegenheit war die Partie zwischen Niederlande und Ungarn in Kleve. Das Oranje-Team dominierte über die gesamte Spielzeit hinweg, ließ die Ungarn kaum einmal über die Mittellinie kommen. Am Ende stand ein 4:0-Sieg der Niederlande, die einen deutlich höheren Sieg vergaben, dabei sogar einen Strafstoß verschossen. Im Halbfinale treffen die Niederländer nun auf Deutschland. Viele Tore fielen in den Viertelfinal-Begegnungen der Platzierungsrunde: Mexiko besiegte Australien 10:0, trifft nun im Halbfinale um die Plätze 9-12 auf Portugal. Die Südwesteuropäer setzten sich mit 4:1 gegen Japan durch. Das andere Halbfinale um die Plätze 9-12 bestreiten Polen (11:2 gegen Südkorea) und Russland. Die Russen setzten sich mit 3:2 Toren gegen die Gastmannschaft aus Bosnien-Herzegowina durch. Da das Team vom Balkan außerhalb der Wertung spielt, wird diese Begegnung mit 3:0 Toren für Russland gewertet. Im Halbfinale um die Ränge 13-16 stehen sich gegenüber: Japan und Australien sowie Bosnien-Herzegowina und Südkorea.

 

Text und Fotos: Fußball WM 2006 der Menschen mit Behinderung gGmbH und  Messingfeld Photographics

 


 

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06 6248 · 07 3 · # Sonntag, 17. Dezember 2017