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Polizei setzt auf verschärfte Überwachungsmaßsnahmen bei Motorradfahrern. Archivfotos: Eurgiofoto.de

 

Aachen – Die Bilanz ist erschreckend und weiter besorgnis erregend. Vier tote Motorradfahrer und mehrere, zum Teil lebensgefährlich verletzte Kradfahrer, bilanziert die Aachener Polizei in Stadt und Kreis Aachen. Im Vergleich zum Vorjahr sind die Zahlen nach oben geschnellt. Sicherlich hat das anhaltend gute Wetter einen frühen Einstieg in die Motorradsaison ermöglicht. Aber dies alleine ist nicht der Grund für die hohen Unfallzahlen mit Kradfahrern.

 

Die Polizei stellt neuerdings Verhaltensweisen bei Motorradfahrern fest, die fern jedes Vorstellungsvermögens sind. So liegen Aussagen von Motorradfahrern vor, in denen von Wettrennen die Rede ist, dass Manipulationen an Maschinen vorgenommen und Showfahrveranstaltungen in der Öffentlichkeit durchgeführt werden. Kradfahrer finden in kurvenreichen Streckenabschnitten ihr Publikum in so genannten Applauskurven.

 

Noch am Maifeiertag fand ein 29-jähriger Motorradfahrer hierbei den Tod als er beim wiederholten Durchfahren einer solchen Kurve die Gewalt über seine Maschine verlor, stürzte und offenbar mit hoher Geschwindigkeit gegen die Leitplanke prallte. Trotz des schnellen Einsatzes von Notarzt und Rettungssanitäter kam für ihn jede Hilfe zu spät. Im Internet wird zu solchen Showveranstaltungen aufgerufen. Bereits früh morgens beginnen am Wochenende die “Events”. Kratzen Fußrasten oder Knieschoner aus Metall über den Asphalt, sprühen Funken. Anlass für Beifall der zahlreichen Zuschauer, die den Weg auch von weit her gefunden haben. Waren es in den vergangenen Jahren die so genannten Wiedereinsteiger, also Leute, die mitunter Jahre nicht mehr auf einem Motorrad gesessen haben und sich leicht überschätzen, eine Problemgruppe, so stellen die Beamten aktuell eine Verrohung der Bikerkultur fest.

 

Öffentliche Straßen werden als Rennstrecken benutzt. Geschwindigkeitsüberschreitungen von über 150 km/h sind keine Seltenheit. Als auf einer Landstraße der Polizist auf dem Videomotorrad einem Kradfahrer hinterherfuhr um dessen Geschwindigkeit zu messen, zeigte sein Tacho 200. Der Raser gab weiter Gas und fuhr an einer unübersichtlichen Stelle davon. Letztendlich gefahrene Geschwindigkeit knapp 250 km/h! Es ist der Polizei zwischenzeitlich bekannt, dass sich Biker vor kurzem zu einem Rennen verabredet hatten. In genau einer Stunde sollte eine 114 Kilometer lange Strecke zum Nürburgring zurückgelegt werden. Einzige Voraussetzung: keine Autobahnbenutzung! Das Rennen endete für einen Motorradfahrer tödlich.

 

Auf einigen Straßen um den Rursee herum, finden Biker Markierungen. Vielfach Start- und Zielmarkierungen für Rennen. Auch ist bekannt, dass Raser bewusst und gewollt ihre Reifen “bearbeiten”. Am Hinterreifen wird an den Außenflanken das Profil entfernt um in Kurven bei höheren Geschwindigkeiten eine bessere Straßenlage zu haben. Darüber hinaus wird “der Schluppen” so lange gefahren wie es geht. Eine Mindestprofiltiefe ist in entsprechenden Kreisen der Biker verpönt und wird verlacht.

 

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Bikertreff der Polizei Aachen, Düren und Belgien

 

Appelle und Aktionen der Polizei und ihrer Partner haben viele Biker nicht erreicht. Die Biker, die sich selbst und andere im vollen Bewusstsein in Lebensgefahr bringen. Diesen, und nicht den Genussbikern, gelten die verschärften Überwachungsmaßnahmen der Polizei. Gegen Raser wird entschlossen und mit aller Härte vorgegangen. Das schließt nicht aus, dass die Polizei rechtlich prüfen lässt, im Wiederholungsfall auch eine Maschine sicherzustellen, um so das Gefahrenpotential für die Allgemeinheit auf diese Weise zu senken! Zeitgleich werden weiter gehende Maßnahmen und Aktionen von den Behörden derzeit diskutiert und angedacht. So kann und so wird es nicht weiter gehen!

 

Quelle (Text): Paul Kemen – Polizei Aachen

 


 

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06 3443 · 07 3 · # Sonntag, 17. Dezember 2017