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ntoi-vfl-wetz-08.jpgAlfred Gislason (VfL Gummersbach): “Dass wir in den letzten beiden Spielen die Kurve gekriegt haben, war vor allem ein Verdienst von Goran Stojanovic im Tor (Foto unten). In Göppingen hat er ja 23 Bälle gehalten, gegen Nordhorn mit 19 Paraden großen Anteil am Sieg. Ich will damit die Leistungen der anderen aber nicht schmälern, denn alle haben nach der Bundesligapause sich wieder gesteigert. Dass wir gegen Nordhorn einen Vorsprung von zehn Toren fast verspielt haben, führe ich nicht allein auf eine zu frühe Sorglosigkeit zurück. Physisch und mental sind wir am Ende der Saison noch einmal extrem gefordert. Die Spieler, die bei uns das harte Vorbereitungsprogramm nicht komplett mitgemacht haben, haben jetzt offensichtlich mehr Probleme als andere.” (Archivfotos: Christian Sasse / Fotoagentur NTOi.de)

 

ntoi_goran_stojanovic.jpg“Nicht alle haben bei uns jedenfalls noch die Luft für sechzig Minuten, das war gegen Nordhorn gut zu sehen. Wir fahren aber ganz locker nach Hamburg, der ganz große Druck liegt beim Gegner. Wir können uns auch bei einer Niederlage noch für die Champions League qualifizieren. Aber wenn Hamburg verliert, ist Kiel der Titel nicht mehr zu nehmen. Wir treffen auf eine Mannschaft, in die viel investiert wurde. Das zahlt sich auch im Handball irgendwann aus, denn der Hamburger Etat dürfte auf dem Niveau von Kiel liegen. So haben sie den breitesten Kader der Liga. Einige Spieler wie Souza, Lawrow oder Ursic, die sie von der Konkurrenz geholt haben, sitzen sogar meistens nur auf der Bank. Hamburg ist aber nicht nur Yoon, auch wenn dieser wieder die Torjägerstatistik anführt. Ob Pascal Hens, Roman Pungartnik, Bertrand Gille, Stefan Schröder, Torsten Jansen oder vor allem der junge Krzystof Lijewski, sie sind alle torgefährlich. Ich freue mich jedenfalls auf dieses tolle Spiel. Wir sind gut drauf und wir wollen Spaß haben. Wenn wir am Mittwoch gewinnen, haben wir die Champions League in der Tasche.”

 

So oft wie wohl noch nie wurde und wird in der laufenden Saison von den Spitzenklubs der Handball-Bundesliga im Vorfeld eines Spiels der sogenannte Endspielcharakter strapaziert. Das liegt nicht allein an dem bemerkenswerten Siegeszug der deutschen Vertreter in den letzten Wochen in den drei Europacupwettbewerben und dem Gewinn aller Pokale, sondern auch an der ungemein dramatischen Situation an der Tabellenspitze der Eliteliga.

 

Der Kampf um den Titel und die Qualifikation zur Champions League ist auch vor den letzten vier Meisterschaftsspielen offener denn je, denn etliche direkte Duelle der unmittelbaren Konkurrenten stehen noch aus. Wenn der HSV Hamburg am Mittwoch (20 Uhr) auf den VfL Gummersbach trifft, ist es nicht anders. Vor allem die Hamburger dürfen sich keinen Ausrutscher erlauben, wenn sie den punktgleichen THW Kiel noch abfangen wollen. Und der VfL wäre mit einem Sieg praktisch in der Königsklasse, denn die anschließenden Aufgaben gegen die HBW Balingen-Weilstetten, GWD Minden und HSG Düsseldorf fallen unter die Rubrik “machbar”.

 

So werden 10.000 Zuschauer in der Color Line Arena erwartet, die bei einem Fassungsvermögen von 13.800 Plätzen wohl auch den Gummersbachern Fans den Eintritt garantiert, die sich kurzfristig entscheiden, ein langes Wochenende in der Elbmetropole mit dem Besuch dieses Handballhits zu verbinden. Die Hamburger Mannschaft fuhr derweil am Sonntagabend mit Trainer Martin Schwalb an die Ostsee, bis Mittwoch soll ein dreitägiges Trainingslager der Regeneration dienen. “Wir wissen, dass wir den Titel ohne Hilfe nicht mehr schaffen können”, sagte Christoph Wendt von der Pressestelle des HSV, “aber die Stimmung ist gut, wir wollen natürlich unsere Hausaufgaben machen und die letzten Spiele gewinnen.” Leicht ist aber auch das Restprogramm der Hamburger nicht, denn nach dem Duell gegen den VfL folgt das Gastspiel bei der heimstarken SG Kronau/Östringen, das Heimspiel gegen den TBV Lemgo und zum Abschluss die Fahrt zu Frisch Auf Göppingen, einem Klub, der ebenfalls noch um die EC-Teilnahme bangt.

 

Bislang hat es HSV-Trainer Martin Schwalb jedenfalls verstanden, die extremen Belastungen für seine Leistungsträger mit dosiertem Übungsangebot zu kompensieren. 21 Spiele hintereinander ist sein Team nämlich in der Bundesliga nicht besiegt worden. Dem letzten Auftritt fehlte allerdings die Souveränität der letzten Wochen, denn der TuS N-Lübbecke machte bei der 28:31 Niederlage lange Zeit große Probleme. Die abstiegsgefährdeten Ostwestfalen führten noch in der Halbzeit mit 15:12 und danach noch einmal mit 22:20, ehe die personelle und individuelle Stärke des HSV den Ausschlag gab.

 

Mit seinen 12 Toren in diesem Spiel schraubte im Übrigen Kyung-Shin Yoon seine Saisonquote auf 221 Tore (davon 87 Siebenmeter). Der ehemalige Gummersbacher führt damit wieder die Torjägerliste der Bundesliga an, der Nordhorner Holger Glandorf und VfL-Linksaußen Gudjon Valur Sigurdsson folgen auf den Plätzen. Mit fünfzehn Feldspielern und vier Torhütern war der HSV Hamburg in die Saison gegangen, nach fünf Abgängen und fünf Zugängen war die Mannschaft weiter im Stamm und in der Breite durch Spieler wie Bruno Souza (95 LS für Brasilen), Iwan Ursic (124 LS für die Schweiz) oder Torwart Per Sandström (16 LS für Schweden) verstärkt worden. Aufgerüstet wird an der Elbe bekanntlich weiter, Nationalspieler Oleg Velyky (Kronau/Östringen) unterschrieb schon einen Vertrag, der ab Sommer 2008 gültig ist.

 

Textquelle: VfL Gummersbach

 


 

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06 1413 · 07 3 · # Dienstag, 12. Dezember 2017