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Final Four: HSV Hamburg – VfL Gummersbach 27:35 (17:13) 

Nandor Fazekas ´Held des Tages!´ mit 15 Paraden!!  Dem VfL gelingt die Sensation: Nach einem 27:35 (17:13) am heutigem Samstag 09.05.2009 gegen den HSV Handball zieht das Hasanefendic-Team erstmals ins Finale des Final Four um den DHB-Pokal ein. Nach einer unglaublichen Steigerung in der zweiten Halbzeit stehen die Oberbergischen morgen völlig verdient im Endspiel. Archivfotos: ´Der Sasse´ alias Christian Sasse [ Foto+TV Agentur NTOi.de ] Kommerzielle Fotoanfragen erwünscht 0171.6888777   

Von der besonderen Atmosphäre des Lufthansa Final Four war im Vorfeld viel geschrieben worden. Der VfL betrat durch die Premieren-Teilnahme an dem Pokalspektakel absolutes Neuland – und somit fragte sich jeder, ob das Flair die Blau-Weißen beflügeln oder eher hemmen würde. Dass die Oberbergischen als absoluter Außenseiter in das Spiel gegen den Lokalmatador HSV Hamburg gingen, war allen in der ausverkauften Color Line Arena klar – und genau das könnte auch die Chance des VfL sein. Das Team von Trainer Sead Hasanefendic hatte nichts zu verlieren, der Druck lag bei dem mit Weltklassespielern bestücktem HSV-Team.

 

Hamburg – (Von Holger Klein) Der VfL begann als kleine Überraschung mit Jörg Lützelberger in der Anfangsformation, dazu kamen Goran Stojanovic im Tor, Kapitän Momir Ilic, Robert Gunnarsson, Alexis Alvanos, Drago Vukovic und Vedran Zrnic. Von einem Abtasten war in der Anfangsphase nichts zu spüren: Es ging gleich richtig zur Sache: Das erste Tor ging auf das Konto von HSV-Nationalspieler Torsten Jansen, Gunnarsson gelang zwar der Ausgleich, doch die Zuschauer merkten schnell, dass der VfL doch ein wenig mit den Nerven zu kämpfen hatte.

 

 

Johannes Bitter

So scheiterten sowohl Momir Ilic als auch Adrian Wagner mit Siebenmetern an HSV-Torwart Johannes Bitter.

 

Vedran Zrnic machte es besser: In der 7. Minute versenkte der den dritten VfL-Siebenmeter zum 2:2. Der HSV ging im Gegenzug wieder in Führung, zudem bekam Geoffroy Krantz die erste Zeitstrafe des Turniers aufgebrummt. Der HSV nutzte die personelle Überlegenheit nicht wirklich, denn erst hielt VfL-Keeper Goran Stojanovic einen Siebenmeter von Lindberg, dann setzte sich Gunnarsson gekonnt am Kreis durch und glich in Unterzahl zum 3:3 aus. Nun war der HSV gereizt, zog das Tempo deutlich an und traf dreimal hintereinander: Der Hausherr führte nach elf Minuten mit 7:4. Als Lindberg zum 8:4 einnetzte, nahm VfL-Coach Sead Hasanefendic die erste Auszeit. Sein Team zeigte zu viel Respekt vor dem HSV und leistete sich unnötige Ballverluste. Diese Einladungen nahm der HSV dankbar an und führte nach einer Viertelstunde bereits mit fünf Toren Vorsprung (10:5).

 

Jürgen Rieber

Beim Stande von 11:5 verteilte das Schiedsrichter-Gespann Fleisch/Rieber (Foto: Holger Rieber) eine doppelte Zeitstrafe gegen den HSV, doch auch diese Chance nutzte der VfL nicht.

 

 

Nur ein Tor durch einen Siebenmeter von Zrnic gelang den Oberbergischen in der Überzahlsituation. Komischerweise wurde der VfL stärker, als der HSV wieder vollzählig war: Stojanovic parierte mehrmals spektakulär und plötzlich traf auch die Offensive: Durch Tore von Ilic, Krantz und Zrnic kam der VfL auf 12:9 ran (20. Minute). Nachdem zwei Alvanos-Toren die Anerkennung verwehrt blieb, baute der HSV die Führung wieder aus: Erst traf Jansen nach einer Unachtsamkeit in der Abwehr, dann vollendete Lindberg einen Tempogegenstoß: 14:10 (26. Minute). Die Vier-Tore-Führung blieb bis zur Halbzeit bestehen: Beim Stande von 17:13 wurden die Seiten gewechselt. Der VfL leistete sich in der ersten Halbzeit zu viele einfache Ballverluste, um das Spiel offener gestalten zu können. Dazu fanden die Rückraumschützen – allen voran Momir Ilic – immer wieder ihren Meister in Johannes Bitter.

 

 

Pascal Hens

 

Der VfL kam gut aus der Pause: Vukovic und Ilic verkürzten innerhalb von einer Minute auf 17:15, dazu war der für Stojanovic ins Tor gekommene Nándor Fazekas gleich auf den Posten und zeigte zwei starke Paraden. Als Fazekas erneut parierte und Viktor Szilagyi der Anschlusstreffer zum 18:17 gelang, hörte man erstmals nur die Anfeuerungsrufe der VfL-Fans in der Arena (35. Minute). Der Ausgleich wollte aber nicht gelingen: Adrian Wagner traf per Heber nur die Latte, Szilagyi misslang ein Pass auf Kreisläufer Gunnarsson – der HSV nutzte die Ballverluste der Oberbergischen und ging wieder mit drei Toren in Führung (20:17/37. Minute). Doch der VfL steckte nicht auf und blieb dran – in der 41. Minute gelang Zrnic der Anschlusstreffer zum 21:20 und nur eine Minute später war es Adrian Pfahl, dem aus dem Rückraum der 21:21-Ausgleich gelang. Und wieder eine Minute später die erste Führung für den VfL: Zrnic traf zum 21:20. Die Führung wechselte nun hin und her, es wurde dramatisch. Nach einer Dreiviertelstunde zeigte der Arena-Würfel ein 24:24. Als Viktor Szilagyi sich das 25:25 erkämpfte, stimmten auch die schwarz-weißen Kieler in die “VfL, VfL-Rufe” der Gummersbacher Kurve ein.

 

Der VfL war am Drücker: Pfahl und erneut Szilagyi brachten den Außenseiter mit 25:27 (50. Minute) in Führung, HSV-Coach Martin Schwalb reagierte mit einer Auszeit. Die entscheidende Phase des Spiels hatte begonnen.

 

Dem VfL stand zu dieser Phase nicht nur ein überragender Nándor Fazekas zur Seite, sondern auch ein wenig das Glück. So setze Jansen einen Tempogegenstoß an den Pfosten, aus dem Abpraller entwickelte sich ein Gegenangriff den Ilic zum 25:28 abschloss. Nach einem Foul musste Guillaume Gille für zwei Minuten auf die Bank, Vedran Zrnic nutze den fälligen Siebenmeter zum 25:29 – sieben Minuten vor Schluss lag der VfL mit vier Toren vorne. Der VfL spielte sich in einen Rausch: Fazekas war in dieser Phase für den HSV unbezwingbar, die blau-weiße Offensive blieb treffsicher: Robert Gunnarsson baute den Vorsprung auf fünf Tore aus. Auch ein Lijewski-Treffer änderte nichts, Pfahl stellte postwendend den alten Abstand wieder her. In der 58. Minute traf Szilagyi gar zum 26:32. Als Zrnic erneut per Siebenmeter zum 27:33 (59. Minute) und gleich drauf zum 27:34 traf, feierte die Gummersbacher Bank. Nach einer unfassbar starken zweiten Halbzeit gelingt dem VfL die Sensation: die Oberbergischen siegen mit 27:35 gegen den HSV Handball und stehen im Finale des Lufthansa Final Four um den DHB-Pokal.

 

 

Stimmen aus der Pressekonferenz:

Sead Hasanefendic (VfL Gummersbach): Ich gratuliere meiner Mannschaft, es war ein großes Spiel. Niemand hatte vor dem Spiel geglaubt, dass wir in das Finale kommen, doch der Sport ist unberechenbar und das ist gut so. Wir haben in der ersten Halbzweit schwach gespielt, da haben wir fast alles falsch gemacht. In der Halbzeit habe ich meinen Spielern gesagt, dass wir in einer guten Position sind: Wir haben die erste Halbzeit nichts geleistet und liegen trotzdem nur mit vier Toren hinten. Die zweite Halbzeit war dann ein Lehrstück des Handballs, genauso muss man im Angriff und in der Verteidigung spielen. Wir haben große Moral gezeigt und mit viel Leidenschaft gespielt, ich freue mich auf das Finale morgen.

 

 

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Francois-Xavier Houlet (VfL Gummersbach Geschäftsführer): Wir sind überglücklich, es war eine fantastische zweite Halbzeit. Wir konnten mit der Außenseiterrolle gut leben und haben sie optimal ausgefüllt. Ich muss der Mannschaft ein Kompliment machen, sie hat trotz aller Schwierigkeiten toll gekämpft und eine sensationelle Leistung gezeigt. Wir stehen nun in DHB-Pokalfinale und im EHF-Pokalfinale, das zeigt, dass wir im Club nicht alles falsch machen und eine sehr gute Saison spielen. Ich möchte mich noch beim Publikum bedanken – bei unseren Fans und denen des THW Kiel. Die Unterstützung aus beiden Lagern war sensationell.

 

 

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Martin Schwalb (HSV Hamburg): Dem VfL hat die Außenseiterrolle gut gefallen und er hat das Beste daraus gemacht. Unser Gegner hat super gespielt und sich auch von dem Halbzeitrückstand nicht irritieren lassen. Der VfL hat einfach immer weiter gespielt. Wir haben dagegen Nerven gezeigt und wurden unsicher. Wir haben Nándor Fazekas zum Helden des Tages geschossen, der hat unglaubliche Sachen gehalten.

 

Statistik:

Paraden: Stojanovic (7), Fazekas (15)

 

Tore VfL Gummersbach: Krantz (1), Wagner (3), Vukovic (1), Ilic (5), Gunnarsson (5), Szilagyi (4), Pfahl (6), Vedran Zrnic (10/4, Foto)

 

 

Tore: HSV Hamburg: Jansen (3), Lackovic (1), Grimm (1), Gille B. (3), Gille G. (1), Lindberg (7/3), Lijewski K. (6), Lijeweski M. (2), Pascal Hens (3, Foto)

Strafzeiten: HSV 6/ VfL 3

 

Quelle: VfL Gummersbach

 

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06 6071 · 07 2 · # Montag, 18. Dezember 2017