Teilen auf...Share on FacebookShare on Google+Tweet about this on TwitterPrint this pageEmail this to someone

 

´Frühlingsmärchen´ ging nicht ganz auf. VfL Gummersbach unterliegt THW Kiel im – Lufthansa Final Four Finale –

Momir Ilic (Vfl Gummersbach) gegen THW Kiel @Lanxess Arena

Das Wort vom “Frühlingsmärchen” ging durch die Color Line Arena: Erstmals hatte sich der VfL Gummersbach für das Lufthansa Final Four um den DHB-Pokal qualifiziert – und gleich hat das Team von Trainer Sead Hasanefendic das Finale erreicht. Nach dem sensationellen 27:35-Sieg gegen den HSV Hamburg wartete nun die vermeintlich stärkste Mannschaft der Welt auf die Oberbergischen: der THW Kiel mit dem Ex-VfL-Trainer Alfred Gislason.  Archivfotos: ´Der Sasse´ (Christian Sasse) [ Foto+TV Agentur NTOi.de ] Kommerzielle Fotoanfragen erwünscht unter 0171-6888777

Der ganz große Wurf wollte dann doch nicht gelingen: Der VfL Gummersbach verlor das Finale um den DHB-Pokal (Lufthansa Final Four) gegen den THW Kiel mit 30:24 (15:12) Die Oberbergischen konnten der individuellen Klasse des deutschen Meisters nur in den ersten 25 Minuten Paroli bieten. Der Sieg gegen den HSV Hamburg am Vortag hatte dem Hasanefendic-Team scheinbar zu viel Kraft gekostet, der THW gewann hoch verdient und feierte neben der deutschen Meisterschaft auch den Pokalsieg.

 

Hamburg (Von Holger Klein) – Der Favorit von der Förde hatte den Anwurf und es dauerte nur Sekunden da zappelte der Ball bereits im Netz von VfL-Torwart Nándor Fazekas: Der Topscorer aus dem zweiten Halbfinale, Filip Jicha, hatte zugeschlagen.

 

 

 ntoi_vfl_gm_thw_kiel_lanxess_arena_bonus_51.jpg

Doch die Blau-Weißen konterten umgehend: Adrian Pfahl stieg aus dem Rückraum hoch und netzte ein. THW-Goalie Thierry Omeyer war machtlos.

 

 

ntoi_vfl_gm_thw_kiel_lanxess_arena_bonus_29.jpg

Der VfL Gummersbach  ließ sich in der Anfangsphase nicht beeindrucken und stand in der Verteidigung erneut sicher. Doch auch die Abwehr des THW Kiel gestattete Momir Ilic und Co. nicht viel, der VfL musste sich jedes Tor hart erarbeiten. Das taten die Oberbergischen jedoch auch: Erst wühlte sich Robert Gunnarsson am Kreis durch das Defensivbollwerk und glich zum 2:2 aus, dann verwandelte Vedran Zrnic den ersten VfL-Siebenmeter sicher – nach neun Minuten stand es 3:3.

 

Die erste Zeitstrafe ging auf das Gummersbacher Konto: Momir Ilic musste für zwei Minuten das Feld verlassen. Der THW nutzte die personelle Überlegenheit nur bedingt: Einzig Kim Andersson traf in Überzahl zum 4:3. Ilic war nur wenige Sekunden auf dem Platz und der VfL wieder vollzählig, da musste Geoffroy Krantz auf die Bank. Das Schiedsrichterduo Methe/Methe entschied auf Wechselfehler, der Protest der VfL-Verantwortlichen blieb ungehört. Trotz Unterzahl gelang Viktor Szilagyi das 5:4 (14. Minute), direkt im Anschluss glich Pfahl aus. Die Chance zur Führung vergab Vedran Zrnic, der mit einem Siebenmeter und dem daraus folgenden Nachwurf am starken Omeyer scheiterte. Es war bereits die fünfte Parade des französischen Nationaltorwarts in der ersten Viertelstunde. Der THW ging wieder in Führung, doch Adrian Wagner setzte sich über Linksaußen durch und glich wieder aus (6:6/17. Minute), erstmals ertönten laute “VfL, VfL”-Rufe durch die Halle.

 

 

Alexis Alvanos (21, VfL Gmmersbach) und Nikola Karabatic (22, THW Kiel)

Kiel brachte Karabatic (22), doch so ganz hatte der deutsche Meister noch nicht zu seinem Spiel gefunden. Die VfL-Abwehr blieb konzentriert und ließ nur wenig zu. In der 19. Minute ging das Hasanefendic-Team erstmals in Führung: Ilic überwand Omeyer mit einem Gewaltwurf.

 

 

Alfred Gislason (THW Kiel) 

Beim Stand von 7:7 ließ sich Omeyer zu einem Schubser gegen Gunnarsson hinreißen und musste für zwei Minuten das Feld verlassen, der THW leistete sich zudem einen Wechselfehler. Fast zwei Minuten spielte der VfL mit zwei Feldspielern mehr: Die Blau-Weißen nutzten die Überzahl: Zrnic und Wagner sorgten für eine Zwei-Tore-Führung (7:9/21. Minute), die Audrey Tuzolana per Tempogegenstoß sogar noch ausbaute. Alfred Gislason zog daraufhin die grüne Karte und versuchte mit seinen Anweisungen, den THW wieder auf Kurs bringen. Karabatic verkürzte auf 10:8 und nun nahm Hasanefendic seine Auszeit (23. Minute). Vorher hatte Fazekas stark gegen den frei auf ihn zulaufenden Kavticnik pariert – der VfL zeigte sich von seiner besten Seite.

 

Nach einer Strafe gegen Ahlm spielten die Blau-Weißen erneut in Überzahl, die Tore aber machte der THW: Trotz personeller Unterlegenheit glichen Jicha und Kavticnik zum 10:10 aus (26. Minute). Angeführt von Nikola Karabatic nutzte der deutsche Meister die erste Schwächephase der Oberbergischen eiskalt und traf innerhalb von einer Minute dreimal – plötzlich führte der THW 13:10. Dem VfL gelang in dieser Phase gar nichts mehr, die Sicherheit der ersten 25. Minuten war wie weggeblasen. Immerhin traf Ilic per Siebenmeter zum 14:11 (29. Minute). Mit einem Drei-Tore-Rückstand ging es auch in die Kabine: Mit 15:12 wurden die Seiten gewechselt.

 

 

THW Kiel Handball Fans Lanxess aena 

Der erste Treffer in Halbzeit zwei ging wieder auf das Konto des THW: Kim Andersson nutzte einen verunglückten Fangversuch des eingewechselten Alexis Alvanos und baute die THW-Führung auf 16:12 aus. Alvanos machte Sekunden später seinen Fehler wieder gut und traf zum 16:13, kassierte aber in der nächsten Aktion eine Zwei-Minuten-Strafe. Fast zeitgleich musste VfL-Außen Adrian Wagner auf die Bank, Gummersbach spielte nur noch mit vier Feldspielern. Der THW Kiel ließ das nicht ungenutzt: Kavticnik und Karabatic bauten die Führung der Schwarz-Weißen aus: 18:13 (36. Minute). Für den VfL war in dieser Phase das Tor wie vernagelt, immer wieder fanden die VfL-Angreifer in Omeyer ihren Meister. Ein einziges Tor gelang den Blau-Weißen in den ersten zehn Minuten der zweiten Halbzeit. Der VfL wirkte müde und fand kein Mittel gegen die THW-Defensive. Die Kieler spielten ihre individuelle Klasse aus, Karabatic, Jicha und Kavticnik bauten die Führung auf 20:13 aus. Erst als Igor Anic für zwei Minuten auf die Bank musste, gelang dem VfL ein Tor. Drago Vukovic traf zum 20:14 (43. Minute). Als Christian Zeitz mit einem 95 Kilometer schnellen Wurf nach einer Dreiviertelstunde das 22:15 erzielte, war das Spiel entschieden. Der VfL konnte der spielerischen und individuellen Klasse des THW nichts mehr entgegensetzen, der Sieg gegen den HSV hatte scheinbar zu viel Kraft gekostet. Der Kieler Fanblock sang “Oh, wie ist schön”, mit 30:24 gewann der THW gegen den VfL Gummersbach und wurde zum dritten Mal hintereinander DHB-Pokalsieger.

 

“Wir waren heute müde, es fehlte uns die Kraft noch wieder ins Spiel zurückzukommen”, sagte VfL-Torwart Nándor Fazekas, der von den anwesenden Journalisten zum besten Torwart des Turniers gewählt worden ist. Auch Kapitän Momir Ilic war enttäuscht, “gestern waren wir heißer und haben im Spiel mehr investiert. Ich bin sehr enttäuscht”, sagte Ilic, nachdem das komplette VfL-Team der Kieler Mannschaft nach der Siegerehrung gratuliert hatte. “In diesem Finale hat es nicht geklappt, aber wir haben noch eine Chance im EHF-Pokal. Diesen Pott holen wir nach Gummersbach”, so Viktor Szilagyi.

 

“Kiel hat gezeigt, dass sie die beste Mannschaft in Deutschland ist. Sie haben verdient gewonnen”, sagte VfL-Geschäftsführer Francois Xavier Houlet. Der VfL habe gestern mit dem Hamburg-Sieg für die große Überraschung gesorgt, heute habe es leider zum Sieg nicht gereicht. “Doch wir haben zwei gute Spiele gezeigt und uns hier sehr gut präsentiert”, sagte Houlet, der sich bei den mitgereisten VfL-Fans für ihre Unterstützung dankte. “Heute ärgern wir uns über das verlorene Finale, doch in ein paar Tagen können wir zufrieden auf das Turnier zurückblicken und uns über die Leistung freuen. Das Final Four war eine geile Veranstaltung, ich würde gerne jedes Jahr hierhin kommen”, so der Geschäftsführer. Der VfL wolle die Euphorie nun mitnehmen in das EHF-Pokalfinale, “da wartet die nächste schwere Aufgabe auf uns.”

 

 

Sead Hansafenic (Pressekonferenz)

Für VfL Gummersbach Trainer Sead Hasanefendic war die Finalteilnahme ein großer Erfolg: “Wir waren hier absoluter Außenseiter und haben trotzdem viel erreicht.” Um ein Finale zu gewinnen, dürfe man sich keine Unkonzentriertheiten leisten, “doch das ist uns leider in einer Phase passiert. Als Kiel die Doppelzeitstrafe bekam, hätten wir den Vorteil konsequenter nutzen uns ruhiger ausspielen müssen”, sagte der Coach. Kiel habe plötzlich die Sicherheit wieder gefunden “und dann sind sie wie eine Maschine und lassen sich nicht stoppen.”

 

 

Alfred Gislason (Pressekonferenz)

Es sei schön und wichtig, “dass wir den Pokal geholt haben und dass wir besser gespielt haben, als gestern gegen die Rhein-Neckar-Löwen”, sagte THW Kiel Trainer Alfred Gislason. “Wir haben uns nach einer schwachen Anfangsphase gesteigert und eine Weltklasseleistung gezeigt.”

 

 

Robert Gunnarsson (18, VfL Gummesbach) und Torwart Thierry Omeyer (1, THW Kiel)

Tore VfL Gummersbach: Krantz (1), Wagber (2), Vukovic (1), Ilic (6/3), Robert Gunnarsson (2, Foto), Alvanos (1), Szilagyi (3), Pfahl (2), Zrnic (5/1), Tuzolana (1)

 

THW Kiel : Andersson (3), Lundström (3), Kavticnik (6/4), Anic (2), Lövgren (3/1), Ahlm (1), Zeitz (2), Karabatic (4), Klein (1), Jicha (5)

 

Strafzeiten: VfL: 5 THW: 6

 

Zuschauer: 13.000

 

Quelle: VfL Gummersbach

 

Verwandte Artikel:

 


 

Weitere Beiträge aus unserem Archiv bei NEWS-on-Tour...

 




06 4265 · 07 2 · # Mittwoch, 13. Dezember 2017