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RK Gorenje Velenje – VfL Gummersbach 28:29 ( 11:13)

 

Der VfL Gummersbach gewinnt das Hinspiel des EHF-Pokalfinales beim slowenischen Vertreter RK Gorenje Velenje nach hartem Kampf mit 28:29. Bei einer Hallentemperatur von 32 Grad gelingt es den Blau-Weißen nicht, sich einen komfortableren Vorsprung für das Rückspiel am Pfingstmontag herauszuarbeiten.

 

“Behaltet einen kühlen Kopf, bleibt ruhig auch in den hitzigen Phasen des Spiels, seid 60 Minuten konzentriert” – das waren die prägenden Sätze, die VfL-Coach Sead Hasanefendic seinen Spielern kurz vor dem Anpfiff des Hinspiels des EHF-Pokalfinales gegen den slowenischen Tabellenführer RK Gorenje Velenje mit auf den Weg gegeben hat. Der Rat, einen kühlen Kopf zu behalten, war gar nicht so einfach, denn nicht nur die 2500 Anhänger bereiteten den Oberbergischen einen heißen Empfang, auch in der Rdeca Dvorna (Rote Halle) waren die Temperaturen mit 32 Grad für ein Handballspiel ungewohnt hoch.

 

Der VfL musste 26 Jahre warten, ehe der Club wieder in einem europäischen Finale stand, übergroße Nervosität war den Blau-Weißen in der Anfangsphase aber nicht anzumerken, die Oberbergischen begannen couragiert und ließen sich von der besonderen Atmosphäre in der heißen Halle nicht wirklich beeindrucken. Der aggressiven Deckung zum Trotz ging der VfL gleich in Führung. Vedran Zrnic traf zum 1:0-Führung. Die Oberbergischen fanden sehr gut in das Spiel hinein. Schon früh erspielten sie sich einen Vorsprung von drei Toren. Entscheiden absetzten konnte sich das Hasanefendic-Team aber nicht, nach etwas schleppender Anfangsphase kamen die Gastgeber mehr und mehr in Gang und trafen ihrerseits. Nach einer Viertelstunde gelang der Heimmannschaft der Ausgleich zum 6:6, doch nur wenige Augenblicke später lagen die Blau-Weißen nach Toren von Robert Gunnarsson und Viktor Szilagyi wieder mit zwei Toren vorne.

 

Als erneut Szilagyi in der 25. Minute zum 8:11 traf, nahm RK-Trainer Ivica Obrvan die erste Auszeit. Doch seine Worte zündeten nicht wirklich: Der erste Velenje-Angriff nach der Auszeit blieb gleich in der VfL-Deckung hängen. Kapitän Momir Ilic schnappt sich den Ball und schickte Jörg Lützelberger auf die Reise, der zum 8:12 vollendete. Der Vier-Tore-Vorsprung war aber nur eine Momentaufnahme. Die Seiten wurden beim Stand von 11:13 getauscht. Vorher hatte Hasanefendic beim Stande von 10:13 seine erste Auszeit genommen. Adrian Wagner war Sekunden zuvor für zwei Minuten auf die Bank geschickt worden, den fälligen Siebenmeter hatte Harmandic durch die Beine von Goran Stojanovic verwandelt. In der Auszeit mahnte der Coach eine Mannschaft, die Zeit bis zum Halbzeitpfiff herunter zu spielen, doch ein Ballverluste gestattete dem Heimteam wenige Sekunden vor Schluss noch einen Tempogegenstoß. Drago Vukovic stoppte diesen laut Ansicht des Schiedsrichterduos nicht regelgerecht, der fällige Siebenmeter schlug zum 11:13 ein.

 

Velenje hatte den Anwurf und war in Überzahl – das Tor machte jedoch Jörg Lützelberger, der sich durch die RK-Defensive tankte und zum 11:14 traf. Doch entscheidend wegziehen konnte der VfL nicht: Eine Überzahlsituation blieb ungenutzt, RK-Spielgestalter Harmandic nutzte diese sogar zu einem Unterzahltreffer. Andererseits ließ der VfL auch nicht allzu viel zu und so führte das Hasanefendic-Team nach einem Vukovic-Treffer in der 38. Miniute mit 15:18. Das Spiel wurde hitziger, auf beiden Seiten häuften sich die Zeitstrafen. Nach einem Doppelschlag von Rnic und Harmandic verkürzte der Gastgeber auf 17:18. Kapitän Ilic zeigte in dieser Phase Führungsqualitäten: Er holte erst eine Zwei-Minuten-Strafe für Stefanic heraus und traf dann selber aus dem Rückraum zum 17:19, zum 18:20 und zum 18:21 (45. Minute). Dass der VfL seinen knappen Vorsprung behielt, lag auch an Torwart Goran Stojanovic, der einige Male spektakulär parierte.

 

Nach zwei vergebenen Großchancen von Krantz und Zrnic verkürzte Gorenje Velenje auf 21:22, die Zuschauer erhoben sich von ihren Sitzen und feuerten das Heimteam lautstark an. Der nach seiner Achillessehnenverletzung rechtzeitig wieder genesene Victor Szialgy traf zum wichtigen 21:23, sein Hausnachbar Adrian Wagner sorgte per verwandelten Siebenmeter für die erneute Drei-Tore-Führung (50.), doch erneut der überragende Harmandic netzte für das Heimteam ein: neun Minuten vor Schluss führte der VfL mit 22:24. Den Vorsprung bauten erneut Wagner per Siebenmeter und Zrnic auf vier Tore aus, doch Gorenje steckte nicht auf und kam – auch bedingt durch eine Hinausstellung von Krantz – wieder auf zwei Tore ran: 24:26 (55. Minute). Mit seinem neunten Tor verkürzte Adnan Harmandic auf 25:26, doch Momir Ilic setzte sich am Kreis durch und sorgte für den erneuten Zwei-Tore-Vorsprung. Als der eingewechselte Torwart Nándor Fazekas mit Hilfe des Pfostens parierte und Gunnarsson per Heber zum 25:28 (58. Minute) traf, jubelten die mitgereisten VfL-Fans und Obrvan nahm eine Auszeit. Der Trainer gab seiner Mannschaft die richtigen Worten mit auf den Weg: Harmandic und Mlakar verkürzten zum 27:28. Als Zrnic aus aussichtsreicher Position vergab, war sogar ein Unentschieden möglich, doch die VfL-Defensive fischte sich den Ball und Adrian Wagner schloss den Angriff spektakulär ab. Mit dem Schlusspfiff traf Harmandic zum 28:29. Die Blau-Weißen protestierten, doch das Schiedsgericht gab das Tor – das EHF-Pokalfinale bleibt damit spannend: der VfL geht mit einem Tor Vorsprung in das Rückspiel am Pfingstmontag in der Lanxess arena.

 

 

Stimmen aus der Presskonferenz:

 

François-Xavier Houlet (VfL-Geschäftsführer): Es war eine sehr heiße Halle, einerseits wegen der Zuschauer und andererseits wegen der Temperaturen, das war sehr schwer und ungewohnt für die Spieler. Es war wie erwartet ein harter Kampf und es ist sehr schade, dass wir uns keinen größeren Torabstand für das Rückspiel erarbeiteten konnten. Nun müssen wir uns voll auf das Spiel Pfingstmontag konzentrieren, das wird sehr spannend. Der Unterschied zwischen den beiden Mannschaften ist nicht groß, das wird sehr eng. Um den Pokal zu holen, brauchen wir die Unterstützung der Zuschauer. Die Halle hier stand geschlossen hinter Velenje und hat das Team immer wieder nach vorne getrieben, das wünsche ich mir auch beim Rückspiel von unseren Zuschauern. Die Schiedsrichter haben zum Ende der ersten Halbzeit und zum Ende der zweiten Halbzeit zwei unglückliche Entscheidungen gegen uns getroffen. In unseren Augen war bei beiden Aktionen die Zeit schon abgelaufen, doch sie haben sich anders entschieden – das tut ein bisschen weh.

 

Sead Hasanefendic (VfL-Trainer): Wir hatten nur eine kurze Vorbereitung auf das Spiel und mussten in der Woche noch in Hamburg spielen, daher kann ich mit dem Ergebnis leben. Ich bin zufrieden mit der Leistung meiner Mannschaft, leider ist es uns nicht gelungen, noch einen größeren Torabstand zu erzielen. Immer wenn wir die Möglichkeit hatten noch weiter wegzuziehen, haben wir die Chancen nicht genutzt und haben den Gegner wieder herankommen lassen. Trotzdem bin ich zufrieden, denn es ist sehr schwer, in Velenje zu gewinnen. Es war unglaublich heiß hier in der Halle, das war sehr schwer und ungewohnt für meine Spieler. Ich hoffe nun auf viele Zuschauer beim Rückspiel Pfingstmontag in Köln.

 

Momir Ilic (VfL-Kapitän): Ich ärgere mich ein bisschen, weil wir eine zwischenzeitliche Vier-Tore-Führung noch abgegeben haben. Doch trotzdem müssen wir zufrieden sein, dass wir trotz dieser schwierigen Verhältnisse und den hohen Temperaturen das Spiel gewonnen haben. Vor uns liegen noch 60 Minuten, die sehr, sehr schwer werden. Ich hoffe auf eine volle Arena mit einer super Stimmung.

 

Paraden VfL: Stojanovic ( 14 ) Fazekas (1 )

 

Tore VfL: Ilic (8/1), Szilagyi ( 3), Vukovic (1 ), Wagner (6/2 ), Zrnic (4 ), Gunnarsson (5 ), Lützelberger (2 )

 

Bester Werfer Velenje: Harmandic (11)

 

Schiedsrichter: Péter Horváth und Balasz Marton

 

Quelle: VfL Gummersbach

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06 1302 · 07 2 · # Samstag, 9. Dezember 2017