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Unterrichtsausfall an oberbergischen Schulen weiter akut! 57 Lehrerstellen nicht besetzt…  

Dr. Gero Karthaus 

“Ministerpräsident Jürgen Rüttgers und seine Regierung haben den Schulen viel versprochen. Der Unterrichtsausfall sollte behoben und die Klassen kleiner werden. Sogar von einem Unterrichtsausfallgesetz war die Rede. Die Realität, von der mir die Schulen, Eltern und Schüler berichten, sieht anders aus.” Deshalb wollte der oberbergische SPD-Landtagsabgeordnete Dr. Gero Karthaus in einer Kleinen Anfragen wissen, wie die Lehrerstellensituation ganz konkret vor Ort aussieht. Archivfoto: ´Der Sasse´ alias Christian Sasse [ Foto+TV Agentur NTOi.de ] Kommerzielle Fotoanfragen erwünscht 0171.6888777

 

“Das Ergebnis der Auswertung ist mehr als enttäuschend: Im Oberbergischen Kreis sind insgesamt 57 Lehrerstellen nicht besetzt. Besonders betroffen sind davon die Grundschulen mit 7 fehlenden Lehrkräften, die Gymnasien mit 15 und die Förderschulen mit 13 fehlenden Lehrerinnen und Lehrern. In Nordrhein-Westfalen fehlen rund 4.000 Lehrkräfte an 2.500 Schulen.”

 

Oberbergischer Kreis – “Allein der Unterrichtsausfall bei uns in Oberberg beträgt gut 57.000 Stunden. Von den vollmundigen Versprechen vor der Landtagswahl ist ein Jahr vor dem Ende der Legislaturperiode nicht viel geblieben”, erklärte Dr. Karthaus.Darüber hinaus säßen in 24 Schulklassen im Oberbergischen Kreis 30 und mehr Schülerinnen und Schüler. “Über 740 Schülerinnen und Schüler müssen Tag für Tag an den Schulen in unserer Region mit 30 und mehr Mitschülerinnen und Mitschülern zusammen in einer Klasse lernen”, so der SPD-Landtagsabgeordnete. Ausreichend Zeit für einzelne Schülerinnen und Schüler und individuelle Förderung seien so nicht mehr möglich.

 

Besorgniserregend sei die Lehrerlücke auch an den oberbergischen Berufskollegs mit 3 fehlenden Lehrkräften. “Vor dem Hintergrund der Wirtschaftskrise werden wir mit noch mehr Jugendlichen rechnen müssen, die keinen Ausbildungsplatz erhalten und sich für eine Ausbildung am Berufskolleg entscheiden. Deshalb müssen wir für den Lehrerberuf am Berufskolleg besonders werben. Wir bleiben dabei: Es war ein großer Fehler, den Mangelfacherlass, der die Verbeamtung von Lehrkräften in so genannten Mangelfächern bis zum 45. Lebensjahr vorsah, zu streichen. Die Folgen können wir jetzt beobachten: Die Lehrkräfte wandern in andere Bundesländer ab, die ihnen attraktivere Arbeitsbedingungen bieten”, bemängelte Dr. Gero Karthaus abschließend.

 

 

— Schnipp —

 

Die Ministerin für Schule und Weiterbildung hat die Kleine Anfrage 3164 mit Schreiben vom 27. April 2009 namens der Landesregierung wie folgt beantwortet:

 

Vorbemerkung der Kleinen Anfrage: Obwohl die Landesregierung mit immer wieder neuen und immer wieder unterschiedlichen Zahlen zu belegen versucht, dass sie seit Regierungsübernahme tausende zusätzlicher Lehrkräfte eingestellt hat, mehren sich im Oberbergischen Kreis die Beschwerden von Eltern über einen steigenden Unterrichtsausfall und über fehlende Fachlehrer an den Schulen ihrer Kinder – und dies quer durch die Schullandschaft. Ich kann mir diese Diskrepanz zwischen den Pressemeldungen der Landesregierung und den Erfahrungen der Eltern vor Ort nicht erklären.

 

Vorbemerkung der Landesregierung: Für die Landesregierung hat die Vermeidung von Unterrichtsausfall oberste Priorität. Trotz der schwierigen Haushaltslage werden für die öffentlichen Schulen und die privaten Ersatzschulen seit der Übernahme der Regierungsverantwortung durch die jetzige Landesregierung im Jahr 2005 bis zum Schuljahr 2009/2010 real netto 6.915 zusätzliche Lehrerstellen gegen Unterrichtsausfall und für individuelle Förderung sowie für den Ausbau von Ganztagstagsschulen geschaffen sein. Über die neu eingerichteten 6.915 Lehrerstellen hinaus werden den öffentlichen Schulen trotz zurückgehender Schülerzahlen rund 7.130 Lehrerstellen belassen und im Ersatzschulbereich werden auf Grund der Schülerzahlentwicklung rund 400 Lehrerstellen zusätzlich refinanziert. Dies summiert sich auf weitere 7.530 Lehrerstellen, die für die Unterrichtsversorgung mehr zur Verfügung stehen.

Datum des Originals: 27.04.2009/Ausgegeben: 05.05.2009

 

— Schnapp —

 

Quelle(n): Heidrun Schmeis-Noack (Büro Dr. Gero Karthaus, Mitglied des Landtags NRW) und Landesregierung

 

 


 

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06 1423 · 07 3 · # Mittwoch, 13. Dezember 2017