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Winterberg – “Minus durch milden Winter, Orkan Kyrill, Mehrwertsteuererhöhung und Wettbewerbsverzerrung!” Der milde Winter, die Folgen des Orkans Kyrill, aber auch die Mehrwertsteuererhöhung in Deutschland haben zu deutlichen Buchungsrückgängen geführt. Das belegt unter anderem die aktuelle Halbjahresbilanz des Landesamtes für Statistik. Für Januar bis Juni weist sie für die Ferienwelt Winterberg ein Minus von 23 Prozent aus.

 

Gerade die ausländischen Gäste aus den Niederlanden und Belgien sind Winterberg fern geblieben, und zwar insbesondere in den Monaten Januar, Februar und März, klar eine Folge des milden Winters. Während in den ersten vier Monaten des Jahres sich neben dem fehlenden Schnee auch die Auswirkungen des Orkans Kyrill bemerkbar machten, sei die anhaltende Buchungsschwäche im Mai und Juni einerseits auf das Wetter zurückzuführen, so Tourismusdirektor Michael Beckmann.

 

Doch das alleine reiche nicht aus. „Wir haben registriert, dass vorwiegend Familienurlaube weniger nachgefragt werden. Das führen wir auf höhere Belastungen durch die Mehrwertsteuererhöhung zurück. Die Gäste aus unserem Quellmarkt an Rhein und Ruhr geben weniger Geld aus. Das sieht man auch am Ausgabeverhalten der Urlauber vor Ort.“ Auch die Konkurrenz auf dem Reisemarkt macht sich bemerkbar. „Gerade jetzt scheinen viele Gäste dazu zu neigen, auf Billigflüge von Reisediscountern zurückzugreifen.“ In dem Zusammenhang kritisiert Beckmann eine Wettbewerbsverzerrung durch die fehlende Versteuerung des Flugbenzins.

 

Die Analyse zeigt, dass die Einbrüche über die Beherbergungsbetriebe hinweg nicht gleichmäßig verteilt sind. Während Hotels nicht so stark betroffen sind, trifft die Buchungsschwäche insbesondere Ferienwohnungen und Pensionen. Dies führt Beckmann auf die zunehmende Neigung zurück, gerade bei Kurzurlauben eine Art „Gegenalltag“ zu suchen. „Wer sich ein paar Tage Urlaub gönnen möchte und sich das auch leisten kann, der will dann auch etwas Besonderes erleben.“ In den vergangenen zwei Jahren haben die Übernachtungszahlen in von April bis November wieder zugelegt. Ob in sich dieser Trend angesichts der Umstände fortsetzt, ist in diesem Jahr fraglich.

 

Die Ergebnisse der letzten Jahre bestätigen jedoch, dass die Investitionen in die Themenbereiche Wandern, Biken und Nordic Walking zielführend sind. Über den Tourismus hinaus scheint der viel beschworene wirtschaftliche Aufschwung im Sauerland noch nicht flächendeckend angekommen zu sein. Einzelhändler, Handwerker und Dienstleister zeigten sich in der Ferienwelt Winterberg nur verhalten optimistisch. „Der Tourismus ist bei uns der Motor der Wirtschaft, wenn der nicht richtig rund läuft, hat das Auswirkungen auf alle anderen Bereiche. Vom Tourismus profitieren letztlich die unterschiedlichsten Branchen.

 

Sei es das Versicherungsunternehmen, der Installateur oder auch der Bäcker von nebenan.“ Das gilt im Übrigen nicht mehr nur für die Ferienwelt Winterberg. Die Wirtschaftskraft des Tourismus haben längst viele andere Kommunen erkannt und investieren ebenfalls in diesen Wirtschaftsbereich.“ Alleine in der Ferienwelt Winterberg werden rund 200 Millionen Euro Gesamtumsatz in allen Branchen über den Tourismus gesichert. Was für die Buchungszahlen gilt, ist für das zweite Standbein der Ferienwelt Winterberg, den Tagestourismus, nur bedingt zutreffend. „Viele Händler und Anbieter von Freizeitaktivitäten waren seit April durchaus zufrieden mit den Besucherzahlen. Allerdings hat der milde Winter Einkommensverluste beschert, die nicht mehr aufzuholen sind.“

 

Auf rund 20 Millionen schätzt Beckmann die Gesamtdefizite des ersten Halbjahres. „Das bremst insbesondere kleinere gewerbliche Übernachtungsanbieter in ihren Investitionsplänen.“ Lediglich größere Ketten investieren zurzeit. So hat zum Beispiel der Ferienpark Hapimag für über fünf Millionen Euro eine Wellness- und Gesundheitseinrichtung geschaffen. Der Ferienpark ist der größte Übernachtungsanbieter in der Ferienwelt Winterberg. Aufgrund der Umbauarbeiten fielen die dortigen Buchungszahlen aus der statistischen Erfassung heraus, was das Ergebnis des Landesamtes relativiert. Die Folgen der anhaltenden Buchungsschwäche zeigen sich nach Auffassung Beckmanns klar.

 

„In den letzten Monaten haben die Betriebe deutlich weniger Einstellungen vorgenommen, beziehungsweise die vorhandenen Arbeitsplätze teilweise sogar reduziert. Das gilt vorwiegend, aber nicht nur für die Beherbergungsbetriebe.“ Bereits seit einigen Monaten und damit früher als alle anderen Touristiker der Region investiert die Ferienwelt Winterberg daher verstärkt in Anzeigenkampagnen, Öffentlichkeitsarbeit und Onlinemarketing, um gegen den sich fortsetzenden Trend anzugehen. Alle diese Aktivitäten sollen sich im Herbst fortsetzen.

 

Quelle:  Tourist-Information Winterberg

 


 

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06 1573 · 07 2 · # Sonntag, 10. Dezember 2017