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Köln: (Von VfL Gummersbach) Wenn der VfL am Mittwochabend in der Kölnarena um 20:15 Uhr (wir berichteten bereits) sein erstes Bundesligaspiel der Saison 2007/2008 bestreitet, trifft er auf einen Gegner, für den spätestens an diesem Tag eine neue Zeitrechnung begonnen hat. Bislang firmierte die Spielgemeinschaft der Orte Kronau und Östringen in der Handballwelt unter dem eher liebevollen Kosenamen “Kröstis”.

 

Nach dem Umzug in die 14.000 Zuschauer fassende Mannheimer SAP-Arena wurde die Professionalisierung und finanzielle Unterstützung durch SAP-Sprössling Daniel Hopp und den Hockenheimer Unternehmer Jürgen B. Harder, der zuvor vor allem durch die Verbindung mit der Schwimmdiva Franziska von Almsick Schlagzeilen machte, in Riesenschritten vorangetrieben.

 



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Im Sommer wechselte Manager Thorsten Storm von der SG Flensburg-Handewitt zu dem ehemaligen Provinzclub, der inzwischen als Rhein-Neckar Löwen Aufmerksamkeit in den Medien sucht und sich mit Überschallgeschwindigkeit im Anflug auf die Spitze der deutschen Eliteliga befindet. Personell wurde dafür nicht gekleckert, sondern richtig geklotzt. Allein fünf deutsche Weltmeister tragen jetzt das schwarz-gelbe Trikot der Badener, die zwar fünf Spieler abgaben, aber mit Henning Fritz, Oliver Roggisch und Christian Schwarzer nicht nur drei Multiplikatoren des Wintermärchens verpflichteten, sondern auch noch einen der besten Torschützen der Champions League – den Weißrussen Siarhei Harbok, der bislang für den slowenischen Topklub RK Celje Pivovarna Lasko Treffer am Fließband warf.

 

Noch sind die sportlichen Perspektiven von Manager Thorsten Storm, der wie sein Trainer offiziell einen Platz unter den ersten Fünf anpeilt, von Understatement geprägt. Noch, denn das Aufrüsten der Mannschaft geht weiter. Zwar wird Weltklassemittelmann Oleg Velyky zum HSV Hamburg wechseln, doch mit den Magdeburgern Karol Bielecki und Gregorz Tkaczyk wurden schon Verträge für die Saison 2008/2009 geschlossen, außerdem hat der Nordhorner Holger Glandorf angeblich schon den Möbelwagen bestellt.

 

Aber auch ohne das polnische Duo wartet auf den VfL am Mittwoch ein ganz harter Brocken, denn im Aufgebot von Trainer Iouri Chevtsov, der 2006 und 2007 jeweils das Pokalfinale erreichte, verfügen 13 der 15 Spieler über internationale Erfahrung. Verletzt ist aktuell allerdings der Ungar Daniel Buday, nach der Operation an der Wurfschulter befindet sich der 92-fache Nationalspieler in der Reha. Dazu konnte Juniorennationalspieler Uwe Gensheimer die Vorbereitung nur teilweise mitmachen. Der Linksaußen, der auch schon sieben Einsätze im A-Team aufweisen kann, kam erst am Montag von der Junioren-Weltmeisterschaft aus Mazedonien zurück. “Unsere Vorbereitung verlief mit schwankenden Leistungen”, sagte Pressesprecherin Ute Krebs, “wir sind sicher stärker als in der vergangenen Saison, aber es fehlt an der Feinabstimmung.” Da gehe es den Rhein-Neckar Löwen wie dem VfL, die Integration der Neuen brauche eben seine Zeit.

 

So gebe wohl auch die jüngste 31:41 Niederlage gegen den THW Kiel im Supercupfinale nicht das wahre Potenzial wieder. “Der THW und der HSV Hamburg sind für uns noch nicht in Reichweite”, sagte Ute Krebs, “aber wir sehen uns mit dem VfL und drei anderen Clubs in einem etwa gleichstarken Verfolgerfeld.”

 

Das Statement von VfL-Trainer Alfred Gislason: “Ich freue mich persönlich sehr, dass es nach der langen Vorbereitung endlich losgeht. Wir haben natürlich zum Auftakt eine ganz schwere Aufgabe, denn nach den vielen Verletzungen wissen wir gar nicht, wo wir leistungsmäßig stehen. Ich denke nicht, dass das letzte Testspiel in Kreuztal gegen den TuS Ferndorf ein Maßstab ist. Das war jedenfalls eine Katastrophe, wir waren einfach nur schlecht. Dafür gibt es aber eine einleuchtende Erklärung, denn wir hatten die drei Tage davor zweimal täglich sehr hart trainiert.

 

Die Jungs waren einfach müde und deshalb hatten sie danach auch zwei Tage frei. Ich bin sicher, dass wir am Mittwoch ganz anders auftreten und die Fans eine andere Leistung sehen. Klar ist nach dem Spiel in Kreuztal, dass Robert Gunnarsson definitiv in der Kölnarena dabei ist. Es war gut, dass er gegen Ferndorf Spielpraxis sammeln konnte, auch wenn er nach dreißig Minuten ziemlich platt war. In den vergangenen drei Wochen hatte er nur Reha-Maßnahmen absolviert. Er hat am Freitag ja nicht nur zehn Tore geworfen, sondern sogar als Mittelmann seinen Einstand gegeben. Goran Stojanovic wird geschient und auf der Bank sitzen.

 

Im Fall Oleg Kuleschow müssen wir die letzten Eindrücke abwarten, er ist konditionell fit, hat jedoch noch immer Ängste beim Sprint. Gudjon Valur Sigurdsson wird auf keinen Fall spielen, obwohl er es selbst will. Das Knie ist noch geschwollen, das Risiko gehe ich nicht ein. Ich habe als Spieler selbst einmal den Fehler gemacht, zu früh zu spielen. Nach einem Jahr war alles noch viel schlimmer. Mit den neuen Spielern gibt es bei den Rhein-Neckar Löwen keine Systemänderung. Sie sind in der Breite natürlich jetzt besser besetzt. Siarhei Harbok war in Celje ein überragender Werfer, aber er ist kein Deckungsspezialist. Wir müssen schnell spielen, da liegt unsere Chance.

 

Das ist aber mit dem kleinen Kader und den wenigen Wechselmöglichkeiten schwierig. Von den Nachwuchsspielern werde ich wohl nur Robin Teppich einbauen. Die Linksaußenposition ist unser Problem, da habe ich ja schon mit Kenneth Klev und einem Kreisläufer experimentiert. Das Supercupfinale gegen Kiel und die klare Niederlage ist für mich ohne Wert. Ich hatte den Eindruck, dass Iouri Chevtsov nach einer Viertelstunde und einem deutlichem Rückstand das Spiel abhakte. Für diese Einschätzung sprechen auch die Wechsel bei den Löwen in der zweiten Halbzeit.”

 


 

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06 1087 · 07 2 · # Donnerstag, 14. Dezember 2017