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Flensburg gewann im siebten Versuch zum ersten Mal in der Kölnarena. Trotzdem gingen die 8.179 Zuschauer nach der zweiten Saisonniederlage der Gummersbacher nicht unzufrieden nach Hause, denn die Gummersbacher hatten Hoffnungen auf eine bessere Zukunft geweckt. Die kämpferischer Steigerung in der zweiten Halbzeit gibt wieder Hoffnung für die nächsten Spiele. Text und Fotos: VfL Gummersbach

 

(Von VfL Gummersbach) – Dabei hatte niemand in dem Kölner Handballtempel in der Halbzeitpause wohl nur einen Pfifferling auf das Team von Trainer Alfred Gislason gesetzt, die zweite Viertelstunde der ersten Hälfte ließ nämlich nichts Gutes ahnen.  Fast zehn Minuten (17. bis 27.) hatte der VfL überhaupt keinen Treffer erzielen können und sich teilweise von den Flensburgern vorführen lassen.

 

Dabei hatte es gar nicht so schlecht begonnen. Die Gäste führten zwar mit 0:2 und 2:4, doch angeführt vom überragenden Gudjon Valur Sigurdsson konnte der VfL nach sieben Minuten sogar mit 5:4 in Führung gehen. Sofort war die Kulisse da, denn der Isländer versetzte mit zwei Gegenstoßtreffern die Fans in beste Stimmung. Die Abwehr schien hellwach zu sein, packte bis dahin, um dann plötzlich alles verlernt zu haben.

 

Aus dem 5:4 wurde bis zur 12. Minute ein 5:9, weil sich im defensiven 6-0-Verbund ständig Lücken offenbarten, die vor allem der Flensburger Kreisläufer Michael Knudsen immer wieder nutzte. Alfred Gislason nahm eine Auszeit, wollte das Unheil abwenden und fand jedoch kein Gehör. Nach dem 6:11 (15.) wurde es totenstill auf den Rängen, denn die 6-0-Abwehr der Gäste stand kompakt und sicher und inszenierte immer wieder Gegenstöße aus dem Lehrbuch.

 

Was der VfL auch versuchte, in dieser Phase klappte nichts mehr. Geoffroy Krantz traf zweimal den Pfosten, Momir Ilic spielte ohne Fortune und Alexis Alavanos ohne Druck. Die norddeutschen Fans gaben im weiten Rund den Ton an, ihr Team warf jetzt Tore wie im Training. Über 8:15 setzte sich die SG auf 8:17 ab (26.) und ließ die Zügel schleifen.

 

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Drei Tore in Folge durch Momir Ilic, Robert Gunnarsson und Kapitän Gudjon Sigurdsson brachten den VfL plötzlich wieder auf sechs Tore heran und eröffneten eine Perspektive. In der Kabine wurde Tacheles geredet, die Mannschaft umgestellt. Alfred Gislason entschied sich jetzt für die Variante mit Goggi Sigurdsson auf der Mittelposition. Adrian Wagner kam als Linksaußen und die Abwehr mit dem vorgezogenen Sigurdsson als Indianer wurde auf ein 5-1-System umgestellt.

 

Diese Maßnahmen verfehlten ihr Ziel nicht. Neue Hoffnungen keimten auf, als Robert Gunnarsson das 15:20 erzielte. Die Halle stand plötzlich wieder hinter dem VfL, der nach einer Unterzahlsituation durch das dritte Tor von Adrian Wagner auf 18:20 verkürzte (39.). Goran Stojanovic, der in der 23. Minute eingewechselt worden war, hatte jetzt großen Anteil an der Aufholjagd. Grundlage der Wende war jedoch die überragende Leistung des unermüdlichen Gudjon Sigurdssion, den den Ball und das Spiel schnell machte. Der kompakte Flensburger Mittelblock wurde jetzt ständig verschoben, so gab es plötzlich Lücken.

 

Alexis Alvanos steigerte sich, mit seinem Anschlusstreffer zum 20:21 war in der Mitte der zweiten Halbzeit alles wieder möglich. Gummersbach fightete bis zum Umfallen, nach dem 22:24 und der Roten Karte für Robert Gunnarsson (dritte Zeitstrafe) schienen in der 49. Minute jedoch alle Mühen umsonst gewesen zu sein. Mit einem starken Stojanovic im Rücken ließ der VfL aber nicht nach.

 

Vier Mal wurde noch der Ausgleich erzielt: Sigurdsson (24:24), Alvanos (25:25), Pungartnik (26:26) und ein letztes Mal Sigurdsson (27:27). In der 55. Minute glaubte die Halle an eine wundersame Wende, der VfL war nach der Strafzeit gegen Marcin Lijewski in Überzahl und Ballbesitz. Doch dann versagten die Nerven, es fehlte nach der Kräfte zehrenden Aufholjagd in den zwei hektischen Schlussminuten die Konzentration. Alexis Alvanos wurde noch ein Stürmerfoul gepfiffen, Adrian Wagner hatte einen Fehlversuch. Das war das bittere Ende, der großartige Kampf nach einem schon aussichtslosen Rückstand wurde leider nicht belohnt.

 

 



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Trainerstimmen aus der Pressekonferenz

 

Kent-Harry Andersson (SG Flensburg-Handewitt): Wir haben heute zwei Seiten von uns gesehen. Die erste Halbzeit war optimal von uns. Die Abwehr stand super, wir sind die Gegenstöße gelaufen. Das war unser Spiel. Das haben wir leider nicht sechzig Minuten durchgezogen. Am Ende haben wir sogar nur glücklich mit zwei Toren gewonnen. Bei uns hat heute vor allem Kasper Nielsen ein Superspiel gemacht.

 

Alfred Gislason (VfL Gummersbach): Ich stimme der Bewertung zu. Wir haben zwei verschiedene Halbzeiten erlebt. Im ersten Teil waren wir sehr schlecht und ohne Druck in unseren Aktionen. Wir waren sehr nervös und haben zu viele technische Fehler gemacht. Eigentlich lagen wir zur Pause hoffnungslos zurück. Ich habe dann auf die eingespielte Formation gesetzt. Mit Sigurdsson als vorgezogener Spieler der offensiven 5-1-Deckung kam die Wende. Er hat auch seine Sache im Angriff hervorragend gemacht und auf der Mitte alle mitgerissen. Goran Stojanovic war jetzt ein großer Rückhalt. Adrian Wagner hat ein gutes Spiel gemacht. Ich muss der Mannschaft für die kämpferische Einstellung ein Kompliment machen. Das war in der zweiten Halbzeit die bestmögliche Leistung.

 

 

Infos zum Spiel

  • Schiedsrichter: Bernd Methe, Reiner Methe
  • Zuschauer: 8.197

 

 

 

Torschützen

 

# Feldspieler Tore Quote 7m Quote
22 Gudjon Valur Sigurdsson 10/12 83% 2/3 67%
21 Alexandros Alvanos 6/8 75% 0/0 0%
18 Robert Gunnarsson 4/6 67% 0/0 0%
23 Adrian Wagner 4/5 80% 0/0 0%
13 Momir Ilic 2/6 33% 0/1 0%
10 Roman Pungartnik 1/5 20% 0/1 0%
2 Geoffroy Krantz 1/2 50% 0/0 0%
20 Oleg Kuleschow 0/2 0% 0/0 0%
7 Kenneth Klev 0/0 0% 0/0 0%
5 Kevin Jahn 0/1 0% 0/0 0%
14 Sverre Andreas Jakobsson 0/0 0% 0/0 0%

# Torwart Paraden 7m-Paraden
12 Goran Stojanovic 10 0
1 Nándor Fazekas 1 1

 

 

 

Strafzeiten

 

# Feldspieler Tore Quote 7m Quote
22 Gudjon Valur Sigurdsson 10/12 83% 2/3 67%
21 Alexandros Alvanos 6/8 75% 0/0 0%
18 Robert Gunnarsson 4/6 67% 0/0 0%
23 Adrian Wagner 4/5 80% 0/0 0%
13 Momir Ilic 2/6 33% 0/1 0%
10 Roman Pungartnik 1/5 20% 0/1 0%
2 Geoffroy Krantz 1/2 50% 0/0 0%
20 Oleg Kuleschow 0/2 0% 0/0 0%
7 Kenneth Klev 0/0 0% 0/0 0%
5 Kevin Jahn 0/1 0% 0/0 0%
14 Sverre Andreas Jakobsson 0/0 0% 0/0 0%

# Torwart Paraden 7m-Paraden
12 Goran Stojanovic 10 0
1 Nándor Fazekas 1 1

 


 

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06 764 · 07 2 · # Donnerstag, 30. November 2017