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Auf Einladung des Schülerrates besuchte der Landtagsabgeordnete Dr. Gero Karthaus (SPD) am 21. November die Gesamtschule Reichshof. Mit den versammelten Mitgliedern der Schülervertretung diskutierte er über vielfältige Themen und Fragen.

 

“Es ist ein Irrtum, dass uns hier vor Ort die Politik in Düsseldorf wenig angeht”, leitete Schülersprecher Florian Bauer (Stufe 12) bei seiner Begrüßung von Dr. Karthaus die Diskussion ein. Dieser bestätigte das nicht nur, sondern ging auf konkrete Auswirkungen von Politik auf das Leben der Menschen ein.

 

Das zeige sich gerade auch in den Tätigkeiten der Landtagsausschüsse, in denen er Mitglied sei. Der Ausschuss für Innovation, Wissenschaft, Forschung und Technologie beispielsweise entscheide über wichtige Weichenstellungen etwa in der Genforschung oder in der Arbeit der Hochschulen. Zurzeit werde aber auch heftig um den richtigen Weg bei der Zukunft von Kindergärten und Schulen gerungen.

 

Die Fragen der Schülerinnen und Schüler zeigten ein breites Spektrum ihres Interesses:

 

“Was hat der Raser eigentlich gewonnen?”, gab Dr. Karthaus auf die Frage von Philipp Berg nach einem Tempolimit von 130 km/h zu bedenken. “Die Autoindustrie hätte bei einem Tempolimit den Druck, Energie sparendere Autos zu konstruieren”.

 

Skeptisch zeigte sich Dr. Karthaus im Blick auf die “vorsorgende” Aufzeichnung von Internet- oder Telefondaten. Der Schutz der Privatsphäre wiege höher als der vermeintliche Sicherheitseffekt.

 

Frederic Jungs Interesse am Problem der Atomenergie bewog Dr. Karthaus zu einer differenzierten Einschätzung: “Das ist eine schwierige Kiste.” Zwar gebe es den Energiebedarf, aber die Atomkraft müsse weiter kritisch gesehen werden. “Nur so bleiben die Anreize für regenerative Energien und alternative Forschung erhalten. Die Solaranlage auf dem Dach eurer Schule finde ich klasse”.

 

Thorben Lorenz lenkte auf die Schulpolitik: “Herr Dr. Karthaus, was halten sie eigentlich von den Noten für Arbeits- und Sozialverhalten, den sogenannten Kopfnoten?” Antwort: “Das sind keine Noten, die den Objektivitätsanspruch erfüllen. Ich meine, es gibt Wichtigeres als diese Art von Noten, aber eine Anerkennung von Engagement in und außerhalb der Schule sollte unbedingt sein.”

 

“Die Bildung soll besser werden. Was macht da die SPD? Woher wird sie das nötige Geld nehmen?”, wollte Christian Hannes wissen. “Die SPD will die Gemeinschaftsschule. Es ist ein Skandal, dass so wenige Schülerinnen und Schüler im Schulsystem nach oben gelangen; die Durchlässigkeit funktioniert nach wie vor fast nur nach unten. Hier bietet die Gemeinschaftsschule bessere Chancen. Bei der Finanzierung muss in den anderen Feldern umverteilt werden.” Die Anregung einer Bildungssteuer lehnte Dr. Karthaus ab.

 

Sarah-Lena Wolf wünschte sich unter Zustimmung der anderen Schüler dringend kleinere Klassen und mehr Lehrer, wofür das Geld bereitgestellt werden müsse.

 

“Dass den Schülern mit dem Abitur nach 12 Jahren die Jugend gestohlen” werde, wollte Dr. Karthaus so nicht unterschreiben. Er betonte vielmehr die Wichtigkeit von Wahlmöglichkeiten zwischen dem Abitur nach 12 und dem nach 13 Jahren.

 

Da viele Fragen aus Zeitgründen nicht mehr besprochen werden konnten, sprach Dr. Karthaus eine Einladung an den Schülerrat in den Landtag nach Düsseldorf aus.

 

Abschließend machte er den Schülerinnen und Schülern ein Kompliment: “Man bemerkt an eurer Schule sofort die angenehme Atmosphäre. Eurer Engagement und Interesse für Politik ist beachtlich und ragt heraus.”

 

Dieter Ströhmann, Schulleiter der Gesamtschule, betonte: “Es ist uns in der Tat ein zentrales Anliegen, unsere Schülerinnen und Schüler zur Demokratie zu erziehen.”

 

Während des Besuchs von Dr. Gero Karthaus (SPD) in der Gesamtschule Reichshof fand auch ein intensiver Austausch mit der Schulleitung statt. Gesprächspartner war auch Bürgermeister Gregor Rolland.

 

Nach einem gemeinsamen Rundgang durch die Schule, bei dem ausgewählte Profilbausteine der Gesamtschule Reichshof vorgestellt wurden, brachte Dr. Karthaus seine Eindrücke zum Ausdruck: “Sie sind im künftigen Bildungswettbewerb hervorragend aufgestellt. Das zeigt nicht nur das Ihnen gerade verliehene Gütesiegel “Individuelle Förderung”, sondern die Vielfalt Ihrer pädagogischen Arbeit insgesamt. Bemerkenswert finde ich ebenfalls die freundliche Atmosphäre zwischen Lehrkräften sowie Schülerinnen und Schülern.” Dieter Ströhmann kommentierte den seinerzeitigen Entschluss der Gemeinde Reichshof für die Errichtung der Gesamtschule als eine richtige und gute Entscheidung.” Dem stimmte Bürgermeister Rolland zu: “Der Rat der Gemeinde steht hinter der Gesamtschule.” “Man merkt, dass Schulträger und Schule zusammenstehen. Es ist keineswegs selbstverständlich, dass ein Bürgermeister sich Zeit für solche Gespräche nimmt”, freute sich Dr. Gero Karthaus.

 

Konstruktive Ergebnisse des Besuchs konnten am Ende festgehalten werden: Bürgermeister Rolland und der Landtagsabgeordnete Dr. Karthaus wollen gemeinsam bei personellen Engpässen in der Lehrerversorgung helfen. Auch bei dem Vorhaben der naturnahen Umgestaltung des Schulhofs waren sich beide darüber einig, dass Politiker jeder Couleur auf Landes- und kommunaler Ebene in einer Art konzertierter Aktion zusammenarbeiten sollten.

 

“Heute habe ich mit der Gesamtschule Reichshof ein starkes Stück Oberberg gesehen”, stellte Dr. Gero Karthaus zum Abschied fest.

 

 

Quelle: FdR Dieter Ströhmann, Gesamtschule Reichshof

 

 


 

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06 1046 · 07 2 · # Donnerstag, 14. Dezember 2017