Rattengift Unfall! 28 Verletzte im ´Gifthaus´ in der Kreisstadt. Vermutlich unsachgemäßer Umgang mit Schädlingsbekämpfungsmittel ´Auslöser des Großeinsatzes´ mit rund 130 Einsatzkräften…

Am Sonntag 10.01.2010 wurde um 15:10 Uhr ein ungewöhnlicher Gasgeruch im Buchenweg 1 von den Einwohnern per Notwurf der Leitstelle gemeldet. Die Einsatzkräfte der Feuerwehr Gummersbach registrierten lediglich einen leichten Knoblauchähnlichen Gestank vor Ort. Auch mittels Messungen hoch spezialisierter Geräte konnte nicht genau spezifiziert werden, um was es sich handelt, da die Konzentration einfach zu gering ausfiel. Die Einsatzkräfte entschlossen sich die Einsatzstelle wieder zu verlassen. Archivfotos: ´Der Sasse´ alias Christian Sasse [ Foto+TV Agentur NTOi.de ] Kommerzielle Fotoanfragen erwünscht 0171.6888777 oder cs@ntoi.de

 

Gummersbach (Von Christian Sasse) – Ermittlungen der Polizei in der Nacht zum Montag (11.10.2010) stellten den Grund des Übels fest. Im Keller des Hauses war ein handelsübliche Köder zur Bekämpfung von Schädlichen, wie Mäusen und Ratten, ausgelegt worden. Gegen Mittag wurden erneut die Einsatzkräfte der Feuerwehr in den Buchenweg gerufen. Nachdem die Ergebnisse der Polizei mit der Feuerwehr ausgetauscht wurden, veranlasste Einsatzleiter Detlef Hayer eine Evakuierung des Mehrfamilienhauses. Ein Messwagen sollte dem übel auf die Spur kommen.

 

Das Ergebnis: Ein Luftgemisch aus Phosphor-Wasserstoff wurde bestätigt und umfangreiche Evakuierungsmaßnahmen fanden statt, da es zu einer gefährlichen chemischen Reaktion gekommen war.

 

 


Nachdem Einsatzleiter Detlef Hayer und der leitenden Notarzt, Dr. Thomas Aßmann, sich einig waren, wurde die Giftnotrufzentrale kontaktiert. Aus Berlin kam die Rückmeldung dass die Gefährlichkeit des Stoffes enorm war. Weitere Maßnahmen wurden dringend empfohlen. „Lediglich ein geringer Atemzug würde schon ausreichen, um sich zu vergiften“, hieß es.

 

Vor dem Kreiskrankenhaus Gummersbach wurde erstmals der neue Abrollcontainer Dekon-V aufgebaut. Die Patienten wurden nach intensiver Reinigung in Krankenhäuser gebracht und müssen nun mindestens 72 Stunden lang an so genannten Monitorbetten überwacht werden.

 

 

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Laut Angaben der Giftzentrale aus Berlin entstehen durch das einatmen des Phosphor-Wasserstoff Gemisches lebensgefährlichen Herz-Rhythmus-Störungen. Alle eingelieferten Patienten werden in 72 Stunden in den Krankenhäusern beobachtet. Insgesamt 28 Patienten wurden in umliegende Krankenhäuser verteilt. Unter Atemschutz wurden die Bewohner aus dem Gebäude gebracht. Nun ist fraglich, ob und wann die Bewohner wieder in ihre Wohnung im Buchenweg zurückkehren können. Die Behörden versiegelten vorsorglich das Gebäude und sperrten den Zugang zum Keller ab.

 

 

Die Nachrichtenagentur Flying Media aus Bergneustadt meldete:

 “Heute Morgen sah man lediglich den Briefträger am Gebäude, der vorerst zögerte den Treppenaufgang zum Gifthaus zu benutzen… Schädlinsbekämpfer meldeten sich mittlerweile auch zu Wort und unterstreichen die Gefährlichkeit dieses Giftes. “Es darf nicht sein, dass dieses Gift auch nur in geringen Mengen für jeden frei erhältlich im Handel zur Verfügung steht, es muss eine ausführliche Einweisung in die Handhabung des Stoffes erfolgen und selbst dann kann es zu gesundheitsgefährlichen Unfällen kommen”. dieses Gift gehört nur in fachmännische Hände!”

 

 


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