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karthaus_schaefer.jpgAuf Einladung der SPD Nümbrecht war die ehemalige Bildungsministerin und stellvertretende Fraktionsvorsitzende der NRW SPD Ute Schäfer in Nümbrecht zu Gast. Ute Schäfer bezog Stellung zu dem Programm der Sozialdemokraten “Die beste Bildung für alle”, und sprach sich deutlich für die Gemeinschaftsschule und gegen Kopfnoten aus. Im Verlauf der gut besuchten Veranstaltung unter der Leitung von Dr. Gero Karthaus (MdL) nahmen Eltern, Lehrer und politisch Interessierte die Gelegenheit war, Fragen zu stellen und Meinungen zu äußern.

 

In Deutschland gebe es keine Chancengleichheit im Bereich der Bildung, da immer noch der soziale Status der Eltern über die Schullaufbahn entscheide, führte die ehemalige Ministerin aus. Die Gesellschaft könne es sich gar nicht leisten nicht jeden jungen Menschen “mitzunehmen” in eine gute und fundierte Ausbildung, die bereits im Kleinkindalter beginne. Gerade in Deutschland werden immer weniger Arbeitsplatze im Niedriglohnsektor angeboten, und Jugendliche ohne Abschluss oder Ausbildung haben auf dem Arbeitsmarkt keine Chance.

 

Weltweit wird nur noch in 19 Länder das alte, an Ständen orientierte dreigliedrige Schulsystem praktiziert, darunter sind 15 Bundesländer, so Ute Schäfer und sprach von einem Auslaufmodell. Gerade die gut funktionierende Grundschule zeige, dass gemeinsames Lernen, Fördern der Schwachen und Fordern der Starken hervorragend funktioniere und alles für ein weiters gemeinsames Lernen in der Gemeinschaftsschule spreche. Darüber hinaus werden durch die ständig sinkenden Schülerzahlen, gerade im ländlichen Raum, nicht alle Schulstandorte bestehen bleiben können.

 

Die Gemeinschaftsschule biete hier die Möglichkeit alle Schulformen wohnortnah anzubieten. Als bildungspolitisch “das Letzte” bezeichnete Ute Schäfer die Wiedereinführung der Kopfnoten. Man könne soziales Engagement, persönlichen Einsatz, Pünktlichkeit usw. nicht in einer Ziffernote zusammenfassen. Außerdem habe jede Schule die Möglichkeit erhalten zwei Tage für die Erstellung der Kopfnote zu nutzen. Das allein koste eine Million Unterrichtsstunden.

 

Deutlich sprach sich die Landtagsabgeordnete dafür aus, die Bildung vom “Kopf auf die Füße” zu stellen, also gerade in die frühkindliche Bildung mehr Geld zu investieren. Ute Schäfer machte deutlich, dass der Zugang zur Bildung für jedes Kind, für jede Familie kostenfrei sein muss.

 

Quelle: Heidrun Schmeis-Noack

 


 

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06 1244 · 07 2 · # Samstag, 16. Dezember 2017