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Ostsee, Großer Belt: Das Verlegeschiff Castoro 6 (C6) passiert das ´Tor zur Ostsee´…

Auf dem Weg zum Startpunkt der Verlegearbeiten für die Nord Stream-Pipeline passiert das Verlegeschiff Castoro 6 (C6) das “Tor zur Ostsee”, die fast sieben Kilometer lange Brücke über den Großen Belt. Die 152 Meter lange und 70 Meter breite C6 wird voraussichtlich über einen Zeitraum von zwei Jahren den Großteil der Erdgaspipeline in der Ostsee verlegen. Foto: Nord Stream

 

Ostsee, Großer Belt – Die Nord-Stream-Pipeline, ehemals North European Gas Pipeline, NEGP, auch Ostseepipeline, ist eine geplante Gasleitung, die ab 2012 russisches Erdgas vom Erdgasfeld Juschno-Russkoje durch die Ostsee nach Deutschland transportieren soll.

 

Eigentümer sind der russische Gasexportmonopolist Gazprom mit 51 %, die deutschen Energieversorger Wintershall und E.ON mit jeweils 20 % sowie die niederländische Gasunie mit 9 %.

 

 

Interessen Deutschlands und Russlands

Deutschland sichert sich dank der Ostsee-Pipeline einen vertraglichen Zugang zu russischen Gasvorkommen und somit mehrere strategische Vorteile. Es entfallen Transitländer und somit mit ihnen verbundene potenzielle politische Spannungen, die sich negativ auf die Lieferungen nach Deutschland auswirken könnten. Angesichts der höheren Emissionen bei der traditionellen heimischen Kohleverstromung und des vereinbarten Atomausstiegs ist Erdgas ein brauchbarer Ersatzenergieträger. Kritiker bemängeln, dass die Erdgasversorgung Deutschlands mit der Pipeline noch stärker an den bisherigen Hauptlieferanten Russland gebunden wird.

Diese Abhängigkeit berge nicht nur die Gefahr einer volkswirtschaftsschädigenden Preissteigerung auf Grund einer russischen Monopolstellung, sondern auch politische Risiken. Als weiteren schwerwiegenden Grund für das deutsche Einverständnis können persönliche Interessen von Gerhard Schröder gewertet werden, der zwei Wochen nach seiner Amtsaufgabe als Bundeskanzler auf Vorschlag von russischer Seite Aufsichtsratschef der Pipeline-Betreibergesellschaft NEGP Company wurde. 

Russland werde in die Lage versetzt, die Gasexporte nach Westeuropa auf direktem Wege zu gewährleisten. Somit wären sowohl der Lieferant als auch der Konsument künftig von den Schwierigkeiten durch Transitländer unabhängig, beispielsweise wenn diese Preisangleichungen an das europäische Niveau nicht akzeptieren wollen oder wenn es technisch bedingte Pipeline-Ausfälle gibt. Bisher konnten Transitländer ihre unverzichtbare Transitrolle als Druckmittel nutzen, um exklusive Lieferbedingungen für sich selbst durchzusetzen und gefährdeten so die Versorgungssicherheit Westeuropas.

 

 

Baulogistik

Für die zweisträngige Pipeline werden insgesamt 200.000 Rohre mit einer Länge von jeweils zwölf Meter und einem Gewicht von etwa zwölf Tonnen benötigt. Für den ersten Strang liefert EUPEC (Mülheim/Ruhr) 75.000 und der russische Hersteller OMK (Wyksa) 25.000 Rohre. In Deutschland werden jede Woche 15 Güterzüge, die mit jeweils 100 Rohren beladen sind, von DB Schenker Rail zum Fährhafen Sassnitz (Mukran) gefahren. In Russland werden die Großrohre durch die RŽD zum finnischen Seehafen Kotka transportiert. In beiden Seehäfen befinden sich Spezialwerke, in denen die Stahlrohre durch die Ummantelung mit Beton auf das doppelte Gewicht von 23 Tonnen gebracht werden. Dies geschieht, um sicherzustellen, dass die Rohre am Meeresboden liegen bleiben.

Die beschwerten Rohre werden von Mukran zu den schwedischen Zwischenlager Karlskrona und Slite verschifft; von Kotka erfolgt dies zum finnischen Zwischenlager Hanko. Die Lage der insgesamt fünf Rohrlager wurde so gewählt, dass die maximale Entfernung zu einem Rohrverlegepunkt 100 Seemeilen nicht überschreitet. Dadurch kann die Anzahl der Rohr-Zubringer-Schiffe auf drei begrenzt werden. Die Verlegung des ersten Stranges soll im Frühjahr 2010 mit einem speziellen Rohrlegerschiff beginnen.

 

 

EU-Interessen

Russland wird oft, wegen seiner vermeintlich unsicheren politischen Lage, nicht als verlässlicher Partner angesehen. Dagegen spricht, dass seit ca. 30 Jahren bis zum heutigen Tag, selbst während zahlreicher politischer Krisen, von Russland jeder Liefervertrag eingehalten wurde. Der Gasstreit zwischen Russland und der Ukraine 2005 sowie zwischen Russland und Weißrussland 2006 (bei denen es um den lang geforderten Übergang zu marktwirtschaftlichen Handelsbeziehungen ging), aber auch die Gazprom-Kooperation mit China  zeigten, dass Russland gewillt sei, die Gasversorgung als politisches Druckmittel einzusetzen.

Angesichts dessen ist die EU primär an der Energieversorgungssicherheit und der Vermeidung der Energiemarktmonopolisierung interessiert. Um dies zu gewährleisten bemüht sich die EU die Erdgasversorgung auf andere Herkunftsregionen, insbesondere den Nahen Osten, Nordafrika und Zentralasien, auszuweiten. Man plant z. B. den Bau einer Pipeline zum Kaspischen Meer (Nabucco-Pipeline) unter Umgehung Russlands.

 

Quelle: Wikipedia

 

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06 3402 · 07 2 · # Freitag, 15. Dezember 2017