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Ostereier bemalen und verstecken und der Osterhase als Gabenbringer – Bräuche, die einfach zum ältesten christlichen Jahresfest dazu gehören. Dr. Alois Döring, Landeskundler beim Landschaftsverband Rheinland (LVR), hat die Osterbräuche in seinem Buch “Rheinische Bräuche durch das Jahr” genau unter die Lupe genommen.

 

Seit dem zweiten Jahrhundert wird das Osterfest gefeiert. Aber ein festes Datum gab es nicht. “Im Laufe des zweiten Jahrhunderts war es zwischen den kleinasiatischen christlichen Gemeinden und der römischen Kirche zu unterschiedlichen Auffassungen über den rechten Ostertermin gekommen”, so Döring. Dem bereitete Kaiser Konstantin ein Ende. Durch das Konzil von Nizäa im Jahre 325 nach Christus legte er fest: Ostern soll an dem Sonntag gefeiert werden, der auf den ersten Frühlingsvollmond folgt. Wenn der Vollmond mit einem Sonntag zusammentrifft, feiert man Ostern erst am folgenden Sonntag.

 

Und obwohl das Fest immer an unterschiedlichen Daten gefeiert wird: Die Bräuche sind im Rheinland ähnlich geblieben. Etwa jene um das Ei. Warum gerade dieses einen solchen Kultstatus erreicht hat, hat viele Gründe.. Zum einen gab es das Verbot der Kirche, während der Fastenzeit Eierspeisen zu sich zu nehmen. Die Folge: An Ostern mussten die Eier gegessen werden, ehe sie verderben konnten. Auch dienten sie als Naturalabgaben zur Besoldung von Pastor, Küster und Lehrer. Das Schenken von Ostereiern ist nicht neu.

 

Seit etwa dem 19. Jahrhundert wurde das Osterei zur Liebesgabe unter jungen Leuten. In einigen rheinischen Dörfern zogen die Mädchen von Haus zu Haus und verteilten Eier an die Jungen, von denen sie vor Ostern als Mai-Lehen ersteigert worden waren. Je nachdem wie sympathisch der Junge dem Mädchen war, gab es sechs Eier als Zeichen für die Hochzeit oder im schlechtesten Fall zwei Eier.. Zu diesem Zeitpunkt waren die Eier meistens schon bunt. Im 17. Jahrhundert färbte man im Elsaß bereits Ostereier. Im Rheinland färbte man sie mit Naturmitteln wie Zwiebelsud oder Rotkohl.

 

Waren die Eier bunt, konnten sie versteckt werden: Einer der beliebtesten Bräuche der Kinder. Schon seit dem 17. Jahrhundert versteckte der Osterhase die Eier in evangelischen Familien. “Wohl um ihre Herkunft aus den katholischen Fastenvorschriften zu verschleiern”, sagt Döring. Im ländlichen Rheinland dauerte es noch bis in die ersten Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts, bis sich der Hase als Gabenbringer durchsetzte. Aber warum gerade der Hase und kein anderes Tier – das ist nicht eindeutig. Döring: “Seine Herkunft ist keineswegs sicher geklärt und wird sich vielleicht auch nie klären lassen.”

 

Quelle: Daniela Lukaßen

 

 


 

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06 2781 · 07 2 · # Freitag, 15. Dezember 2017