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Kinderärztin Kaija Elvermann prüft im Beisein von Landrat Hagen Jobi den Impfpass von Schüler Lars Enders. (Foto: OBK) 

 

Oberbergischer Kreis – Angesichts einer aktuellen Masernwelle in Österreich und der Schweiz empfiehlt das Robert-Koch-Institut Fußballfans, die zur bevorstehenden Fußball-Europameisterschaft nach Österreich reisen wollen, ihren Impfstatus zu überprüfen und sich und vor allem Kinder und Jugendliche, sofern erforderlich, rechtzeitig vor Reisebeginn impfen zu lassen.

 

„Vor diesem aktuellen Hintergrund, kommt der Landesimpfkampagne des NRW Gesundheitsministeriums eine noch größere Bedeutung bei“, sagte Landrat Hagen Jobi am gestrigen Montag bei einem Impftermin in der Gesamtschule Derschlag.

 

Der Oberbergische Kreis unterstützt die Bemühungen des Landes, möglichst viele Schülerinnen und Schüler der weiterführenden Schulen vor einer Masernerkrankung zu schützen. Landrat Jobi und Gesundheitsdezernent Dr. Jorg Nürmberger bedauerten, dass im Oberbergischen Kreis eine gewisse Impfmüdigkeit zu verzeichnen sei. Seit Herbst 2007 sind der Kinder- und Jugendärztliche Dienst des Kreisgesundheitsamtes unterstützt durch die niedergelassenen Kinder- und Allgemeinärzte im Zuge der Landesimpfkampagne in den 60 weiterführenden Schulen im Kreisgebiet unterwegs, um Impfpässe zu kontrollieren und Impfungen anzubieten.

 

Wie Kaija Elvermann, Leiterin des Kinder- und Jugendärztlichen Dienstes, berichtete, seien die Schüler an Gymnasien häufiger gegen Masern, Mumps und Röteln geimpft als Förderschüler. Nach einer vorläufigen Auswertung von bisher 8000 Impfpässen beträgt die Durchimpfungsrate für die erste Masernimpfung 90 Prozent für die zweite Masernimpfung jedoch nur 87 Prozent. Die schlechteste Maserndurchimpfungsrate lag bei 60 Prozent an mehreren Förderschulen, gefolgt von nur 80 Prozent an einigen Hauptschulen schon für die erste Masernimpfung. Die besten Durchimpfungsraten fanden sich an einigen Gymnasien und Realschulen mit 100 Prozent für die erste Masernimpfung und 99 Prozent für beide Impfungen. Erschwerend hinzu kommen regional sehr starke Schwankungen, sowohl in der Akzeptanz der Kampagne, wie auch in der Durchimpfungsrate.

 

Die Rücklaufquote der Impfpässe betrug zwar im Mittel 42 Prozent, jedoch gab es auch Klassen die geschlossen die Impfpasskontrolle verweigerten, oder nur sehr wenige Impfpässe vorlegten. Die Kinder im Süden des Oberbergischen sind insgesamt deutlich schlechter durchgeimpft als die im Norden oder in der Mitte und zwar unabhängig von der Schulform. „Insgesamt spiegeln unsere Zahlen das wieder, was auch vom Robert-Koch Institut berichtet wird, nämlich eine große Lücke für die 2.MMR Impfung bei Teenagern ab dem elften Lebensjahr, und zwar für bis zu einem Viertel der Schüler“, sagte Kaija Elvermann. Nur wenn zwei Impfungen in der frühen Kindheit erfolgt seien, könne man von einem ausreichenden Impfschutz ausgehen. „Eine Masernfreiheit ist erst dann möglich, wenn 95 Prozent der Gesamtbevölkerung gegen Masern geimpft sind bzw. einen ausreichenden Immunschutz aufgebaut haben. Erst dann können wir das WHO Ziel: weltweite Masernfreiheit bis 2010 erreichen“, so Kaija Elvermann.

 

„Bei den Masern handelt es sich nicht um eine harmlose Kinderkrankheit“, betonte Gesundheitsdezernent Dr. Nürmberger. „Eine durchgemachte Infektion kann schwere, lebenslange Folgen haben und darüber hinaus ungeschützte, schwache Personen, wie zum Beispiel Säuglinge gefährden.“ „Die vorläufigen Zahlen der Überprüfung von Impfpässen im Oberbergischen Kreis zeigen, dass wir in unseren Bemühungen um eine verbesserte Durchimpfungsrate nicht nachlassen dürfen“, so Dr. Nürmberger. Besonders wichtig erscheine ihm deshalb der Dialog mit den Schulen, um Kinder- und Jugendlichen sowie ihre Eltern informieren zu können. Zudem bemühe sich das Gesundheitsamt um einen intensiven, fachlichen Austausch mit den niedergelassenen Ärzten.

 

„Die breite Unterstützung, insbesondere der Kinderärzte hat die Durchführung dieser Aktion erst möglich gemacht.“ Erste Erfolge könne das Gesundheitsamt auch im Austausch mit impfkritischen Ärzten verzeichnen. „Mittlerweile befürworten auch sie zunehmend die Masernimpfung aufgrund der veränderten epidemiologischen Lage“, weiß der Gesundheitsdezernent. Wie das Robert-Koch-Institut meldet, sind seit Beginn dieses Jahres in Bayern und Baden-Württemberg zunehmend Masernerkrankungen aufgetreten. Bis Ende April registrierte das RKI über 240 Fälle in Baden-Württemberg. Die Masern seien aus Österreich und der Schweiz nach Deutschland eingeschleppt worden.

 

In der Schweiz sind von November 2006 bis April 2008 in über 2300 Fällen Masernerkrankungen aufgetreten. In NRW gab es in den Jahren 2006 und 2007 zwei große Masernwellen mit über 1700 Erkrankten, von denen 250 Patienten zum Teil mit schwerwiegenden Komplikationen in Kliniken behandelt werden mussten, darunter waren auch zwei Kinder, die verstarben.

 

Quelle: Oberbergischer Kreis – Der Landrat

 

 


 

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06 1652 · 07 2 · # Freitag, 15. Dezember 2017