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Dr. Stefan Kohler (r.) teilt im Kühlhaus den Impfstoff gegen die Blauzungenkrankheit an Tierärzte aus. (Foto: OBK)

 

Oberbergischer Kreis. Knapp 17.000 Impfdosen gegen die Blauzungenkrankheit für Schafe und Ziegen sowie knapp 80.000 Impfdosen für Rinder verteilt das Veterinäramt des Oberbergischen Kreises im Juni an die praktizierenden Tierärzte.

 

Der Oberbergische Kreis zählt zu den ersten Kreisen, die am gestrigen Montag den Impfstoff für Schafe und Ziegen erhalten haben. Kreisveterinär Dr. Bertram Röttger und sein Stellvertreter Dr. Stefan Kohler teilten den Impfstoff am heutigen Montag in Lantenbach, wo das Mittel in dem leerstehenden Kühlhaus eines Metzgereibetriebes gelagert wird, an die praktizierenden Tierärzte aus. Am 13. Juni kommen rund 40.000 Impfdosen für die erste Rinderimpfung und am 20. Juni folgen weitere 40.000 Impfdosen für die zweite Impfung der Rinder.

 

„Weil die meisten Rinder im Oberbergischen Kreis im vergangenen Jahr die Blauzungenkrankheit durchgemacht haben, erreicht uns dieser Impfstoff erst relativ spät“, erklärt der Kreisveterinär. „Der Impfstoff wird in NRW von Norden nach Süden ausgegeben, weil der Norden noch nicht so schlimm betroffen war und dort nur circa 40 Prozent der Kühe immun sind.“ Bei den Kühen in Oberberg wurde durch Untersuchungen ermittelt, dass 70 bis 90 Prozent immun sind. Dennoch gibt es laut Dr. Röttger bereits erste Verdachtsfälle auf Blauzungenkrankheit. Bei zehn Rindern und drei Schafen besteht aktuell der Verdacht, dass sie erkrankt sind.

 

Von den 1.600 Tierhaltern im Oberbergischen Kreis, die das Veterinäramt schriftlich über die Impfmodalitäten informiert hat, haben sich bislang erst rund 960 gemeldet. Die Tierhalter müssen ihrem Tierarzt eine Vollmacht ausstellen und die Zahl der zu impfenden Tiere angeben. Diese Unterlagen müssen beim Veterinäramt eingereicht werden. „Wir informieren dann die Tierseuchenkasse, die wiederum die Tierärzte bezahlt“, erklärt Dr. Röttger.

 

„Leider fehlen uns noch zahlreiche Vollmachten. Der Impfstoff kann aber nur ausgegeben werden, wenn die Unterlagen hier vorliegen“, betont der Kreisveterinär. Für Tiere, die bis zum 30. Juni geimpft wurden, übernimmt die Tierseuchenkasse die Kosten der Impfung in voller Höhe. Danach muss der Tierhalter eventuell einen Teil der Kosten übernehmen. „Geimpft werden Rinder, Schafe und Ziegen ab drei Monaten“, erklärt Dr. Röttger. Er rechnet damit, dass der Impfschutz bei den Schafen Ende Juni greift. Bis die Rinder vor der Blauzungenkrankheit, die von einer Mücke übertragen wird, geschützt sind, wird es bis Ende Juli dauern.

 

„Wir teilen den Impfstoff zu und erstellen Impflisten. Eine genau Dokumentation ist notwendig, da der größte Teil der Kosten über EU-Fördergelder abgedeckt wird“, so Röttger. Auch für den Fall von Impfschäden sei eine genaue Dokumentation notwendig. Für Zwischenfälle bei der Impfung kommt auch die Tierseuchenkasse auf. Rinderhalter, die ihre Tiere nicht impfen lassen wollen, können beim Veterinäramt einen schriftlichen Antrag auf Befreiung von der Impfung stellen. „Für Mutterkuhbetriebe und Masttiere ist das ohne vorherige Untersuchung möglich, Milchvieh muss zuvor auf Blauzungen-Antikörper untersucht werden – und zwar auf eigene Kosten“, berichtet der Kreisveterinär. Rund 40 Tierhalter von Mutterkühen haben bislang mitgeteilt, auf eine Impfung verzichten zu wollen.

 

 


 

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06 792 · 07 2 · # Samstag, 18. November 2017