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Bürgermeister Becker-Blonigen (Wiehl) - Frank Helmenstein (Gummersbach) - Geschäftsführer Finklenburg - Landrat Hage Jobi - Landesrätin Hoffmann-Badache - Waldbröls Bürgermeister Köster - Vertragsunterzeichnung Klinikum Oberberg GmbH

Die Bürgermeister Becker-Blonigen (Wiehl) und Helmenstein (Gummersbach), Geschäftsführer Finklenburg, Landrat Jobi, Landesrätin Hoffmann-Badache und Waldbröls Bürgermeister Koester unterzeichnen die Verträge. (Foto: OBK)  

 

Oberbergischer Kreis – „Zwei Jahre harter und konstruktiver Arbeit mit temperamentvollen Diskussionen liegen hinter uns. Das Jahrhundertwerk Krankenhausholding ist geschafft“, freute sich Landrat Hagen Jobi nach der konstituierenden Sitzung des neuen Aufsichtsrates und der Gesellschafterversammlung der Klinikum Oberberg GmbH. Der Oberbergische Kreis als Hauptgesellschafter mit 47,85 Prozent, sowie der Landschaftsverband Rheinland mit 28 Prozent und die Städte Gummersbach (22 Prozent), Waldbröl (1,25 Prozent) und Wiehl (0,90 Prozent) als weitere Gesellschafter unterzeichneten am heutigen Mittwoch den Vertrag zur Bildung der Klinikum Oberberg GmbH.

 

Das grüne Licht von Seiten des NRW-Innenministeriums war gerade noch rechtzeitig heute per Fax eingetroffen. „Die Holding sichert beiden Kreiskrankenhäusern ihre Zukunft“, sagte Landrat Jobi, Vorsitzender der Gesellschafterversammlung und des Aufsichtsrates. Gummersbachs Bürgermeister Frank Helmenstein betonte: „Es gibt keine Verlierer. Die Bürger sind die Gewinner, da die Zukunft der beiden Krankenhäuser in kommunaler Trägerschaft gesichert ist.“ Diesen längst überfälligen Schritt habe Landrat Jobi in die Tat umgesetzt. „Hier hat die Politik Verantwortung übernommen statt zu privatisieren und ein deutschlandweit sehr vorzeigbares Ergebnis erreicht“, bestätigte der neue Hauptgeschäftsführer Joachim Finklenburg.

 

Seine Tätigkeit als Geschäftsführer der Kreiskrankenhäuser Waldbröl und Gummersbach gab er heute an die Geschäftsführer Magnus Kriesten (Waldbröl) und Wolfgang Brodesser (Gummersbach) ab. Die drei Geschäftsführer-Positionen waren einstimmig in der Gesellschafterversammlung bestätigt worden. Die Klinikum Oberberg GmbH hat einen Umsatz von 150 Millionen Euro jährlich und beschäftigt 2500 Mitarbeiter sowie 300 Auszubildende. Für Waldbröl sollen die Synergie-Effekte, die durch die Zusammenarbeit beider Krankenhäuser erzielt werden, schon im kommenden Jahr zu einer „schwarzen Null“ führen. 2007 noch mit drei Millionen Euro Verlusten belastet, sollen die Defizite laut Finklenburg in diesem Jahr voraussichtlich halbiert werden, so dass 2009 der Wendepunkt erreicht werde. „Wir werden in den nächsten Jahren drei bis fünf Millionen Euro in Waldbröl investieren“, berichtete der Hauptgeschäftsführer.

 

Waldbröl brauche eine neue Notaufnahme mit einer zentralen Diagnostik. Ziel sei es, gemeinsam mit dem Landschaftsverband die psychiatrische Versorgung im Südkreis zu verbessern. „Wir wollen eine Tagesklinik und eine Institutsambulanz einrichten.“ Angedacht seien auch Sprechstunden und Behandlungsangebote in der Kinder- und Jugendpsychiatrie, sagten Finklenburg und LVR-Landesrätin Martina Hoffmann-Badache übereinstimmend. „Für eine Kinder- und Jugendpsychiatrie findet man zurzeit aber leider nur sehr schwer Ärzte“, sagte die Landesrätin. „Die Holding sichert Arbeitsplätze“, betonte der Hauptgeschäftsführer. Der Personalabbau am Krankenhaus Waldbröl sei gestoppt. „Wir haben bereits neues Pflegepersonal eingestellt und die Zahl der Ausbildungsplätze in der Krankenpflege verdoppelt.“ Die Konsolidierung des Waldbröler Krankenhauses sei ohne Arbeitsplatzabbau zu schaffen.

 

Schmerzhafte Einschnitte wie die Schließung der Kinderklinik seien auch der Gesellschafterversammlung schwer gefallen, dennoch habe das Gremium das Konzept zur medizinischen Versorgung von Kindern und Jugendlichen im Oberbergischen Kreis einstimmig beschlossen. „Jedes Kind wird in Waldbröl versorgt“, versicherte Holding-Chef Finklenburg. Statt einer Kinderklinik werde es künftig eine Kinderstation mit zehn Betten geben. Kindgerechte Ausstattung, Kinderkrankenschwestern und kinderärztliche Betreuung am Nachmittag und in den Abendstunden seien in Waldbröl weiterhin gewährleistet.

 

Während sich das Krankenhaus Waldbröl mit dem Schwerpunkt für Herz-Kreislauferkrankungen sowie als Gefäßchirurgisches Zentrum weiter etablieren werde, baue man in Gummersbach die Versorgung von Frühchen und Behandlung von Risikoschwangerschaften aus. Gummersbach bleibt Schlaganfallzentrum, Traumazentrum und Brustzentrum und spezialisiert sich auf chirurgische Behandlungen von Übergewichtigen Patienten. Gemeinsam mit Waldbröl ist ein onkologisches Kompetenzzentrum Oberberg geplant.

 


 

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06 1125 · 07 3 · # Freitag, 15. Dezember 2017