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Oberbergischer Kreis/Peking: Von Bruno Hünermund – Morgen geht es los mit Bruno Hühnermund aus Bergneustadt berichtet von den Olympischen Spien 2008 aus ChinaOlympia 2008. Meines Wissens sind dies die ersten Spiele der olympischen Geschichte seit dem Wiederaufleben in 1896, in denen die Wettkampfstätten, die Transportsysteme sowie die olympischen Trassen wirklich fertig gestellt sind. Mit Hinweis auf München ist jede der 7 Olympia-Städte mit verschiedenen Sicherheitsnetzwerken überzogen, die täglich von den chinesischen Medien erläutert werden. Hat man z. B. eine Tasche, einen Rucksack oder eine Plastiktüte bei sich, wird man bei jedem Eintreten in die U-Bahn oder einen Bahnhof kontrolliert. Ich meine, man kann so etwas wie 2000 in Sydney auch übertreiben.  

Foto oben rechts: Bruno Hünermund aus Bergneustadt informiert unsere Leser von den Olympischen Spielen direkt aus China. Der ehemalige Lehrer ist zurzeit als freiwilliger Helfer und Übersetzter vor Ort. Foto: Christian Sasse [Foto+TV Agentur NTOi.de]

 

Fairness anscheint nicht mehr Olympisches Motto Nr.1

Die olympischen Vorrunden zeigen besonders im Wasserball, sowie im Basketball, einen ´deutlichen Verfall der Fairness´, als ob es ein Regelwerk überhaupt nicht mehr gäbe. Dass die Schiedsrichter diese Missstände erkennen, aber nicht ahnen, ist ein anderes Zeichen dessen, dass die eigentliche olympische Charta und ihre Ideen zu Olympische Spiele China Beijing 2008 - Offizielles Logoeinem unwichtigen Relikt verkommen, das in der täglichen Praxis keinerlei Rolle mehr spielt.

Das “Pflichttraining im Geräteturnen”, das bis 2004 immer öffentlich war, läuft jetzt unter völligem Ausschluss interessierter Zuschauer. Die offizielle Begründung lautet, dass das 2006 neu festgelegte Wertungssystem erst einmal ausprobiert werden soll. Nun ja, hinter vorgehaltener Hand wird jedoch geflüstert, dass der Aufstand der Zuschauer beim Männertunen in Athen sich nicht wiederholen soll.

Im Einzel-Wettkampf hatte damals die amerikanische Oberkampfrichterin massiv versucht, die Wertungen der übrigen Kampfrichter nicht anzuerkennen, da sie darauf bestand, dass die beiden Hamm-Brüder der amerikanischen Mannschaft die höchsten Wertungen haben müssten, obwohl die Geräte-Kampfrichter eindeutig Turner anderer Nationen höher einstuften. Die tumultartigen Proteste der fachkundigen Zuschauer entwickelten sich damals in Athen spontan zu einem regelrechten Aufstand. Diese Revolte war vor vier Jahren in Griechenland der erste unkontrollierte olympische Zuschauer-Aufstand der gesamten olympischen Geschichte und wurde zum peinlichsten Zwischenfall für das griechische Organisations-Komitee. Die Chinesen möchten auf keinen Fall, dass sich eine derartig spontane Massenbewegung der Zuschauer hier in Peking wiederholt. Dies ist zwar verständlich, aber für die Turnfreunde eine traurige Tatsache.

 

Die ausländischen Gäste werden hier von offizieller Seite wie auch von den einheimischen Familien, die abends gemeinsam vom kleinen Baby bis zur Uroma nach der Hitze des Tages draußen auf der Straße sitzen, sehr freundlich und hilfsbereit empfangen. Ein großes Problem für viele Ausländer ist jedoch die Verständigung.

 

“Graue Glocke” ein Trugschloss

Seit etwa 16 Monaten schreibt die westliche Presse fast unaufhörlich über die “Graue Glocke” oder die so genannte “Luftverschmutzung” in Tiensin, Peking und Quinhuangdao. Weder im letzten Jahr noch in diesem kann ich mich eines Tages erinnern, an dem ich diese Luftverschmutzung gesehen oder gespürt habe. Was jedoch besonders morgens oder bei Ostwind deutlich sichtbar ist, ist die massive Luftfeuchtigkeit, die wie eine Schicht sich über die Städte und Provinzen Ost-Chinas zieht. Natürlich ist dann der blaue Himmel nicht sichtbar, aber das gibt es im Oberbergischen ja auch. Bei Westwind dagegen wird aus der Wüste Gobi sowie aus den mongolischen Steppen ganz feiner, gelber Sandstaub nach Ost-China getragen.

 

Dann hat die morgendliche Luft einen deutlich sichtbaren gelben Schimmer. Da die meisten Mopeds, Motorräder, Motorroller inzwischen fast lautlos mit Elektro-Motoren in der Stadt fahren, gibt es auch nicht die ständig beklagten Motoren-Auspuff-Gase in dem Maße, wie westliche Medien es stets darstellen. Da zusätzlich ständig über die chinesischen Medien appelliert wird, keine eigenen Fahrzeuge zur Zeit zu benutzen, ist die Luft-Qualität eindeutig besser als in europäischen oder nord-amerikanischen Städten. Aus meiner persönlichen Sicht ist die “Graue Glocke” über Peking ein Märchen aus den früheren Jahren, das ständig wiederholt wird von Leuten, die seit langem nicht mehr ihren Fuß in diese Stadt gesetzt haben. Was mich und andere Ausländer im Moment belastet, ist jedoch die Hitze und die hohe Luftfeuchtigkeit, die wir Oberberger in dem Maße doch nicht gewohnt sind.

 

Bruno Hünermund aus China für NEWS-Oberberg.de

 

 


 

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06 1649 · 07 2 · # Montag, 18. Dezember 2017