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Oberbergischer Kreis/Peking: Von Bruno Hünermund –  Die Schwarzhändler stehen Bruno Hühnermund aus Bergneustadt berichtet von den Olympischen Spien 2008 aus Chinazum Teil noch mit dicken Packen von guten Tickets an den Straßen und fürchten, ihr eingesetztes Geld sogar zu verlieren. Dadurch fallen die Preise wie bei den Unterkünften. Für Olympia schossen in den letzten Jahren die 5-Sterne Hotels wie Pilze aus dem Boden, und durch den absolut freien Markt bauten viele Leute ihr Häuschen zu einem Mini-Hotel um. Besonders in den Palästen fallen die Preise täglich. Die Situation erinnert an die Szenen in Sydney, als die Hotel-Leitungen überall Bettlaken aus allen Fenstern hängen ließen, die das jeweilige Angebot in großen Zahlen und zu Spottpreisen anpriesen.

 

Foto oben rechts: Bruno Hünermund aus Bergneustadt informiert unsere Leser von den Olympischen Spielen direkt aus China. Der ehemalige Lehrer ist zurzeit als freiwilliger Helfer und Übersetzter vor Ort. Foto: Christian Sasse [Foto+TV Agentur NTOi.de]

 

Nachdem Präsident Bush das Land wieder verlassen hat, lancieren die chinesischen Medien immer mehr Ton-Mitschnitte in die Öffentlichkeit, die im Schwimm-Stadion und beim Baseball aufgenommen wurden. Dabei geben Olympische Spiele China Beijing 2008 - Offizielles Logodie Journalisten die kurzen, schlichten Sätze kommentarlos wieder. Das erhöht das Peinliche des Inhalts und der Stilistik. Sein Vater dagegen machte in den letzten Tagen hier eine recht gute Figur. 3) Wo nicht Stoppuhr und Bandmaß entscheiden, wird eine Tendenz (wie auf allen Olympiaden) deutlich spürbar. Wettkämpfer aus starken Sport-Nationen werden über- und Athleten aus kleineren, schwächeren Ländern werden unterbewertet. Das trübt für mich immer so etwas den Glanz so mancher Gold-Medaille.

Es erstaunt mich immer wieder, wie offen und freimütig die chinesischen Medien ihre weinenden Athleten zeigen, die dem hohen Erwartungsdruck nervlich nicht gewachsen waren, – oder durch Pech bzw. durch einen stärkeren Gegner aus dem Wettkampf ausscheiden mussten. Diese journalistische Offenheit bin ich von Ein-Parteien-Staaten eigentlich nicht gewohnt.

 

Interessant sind die Abstimmungen der chinesischen Zuschauer. Nach ihren Lieblingen gefragt, erhielten nach der Mannschaftswertung die Turner der chinesischen Männer die meisten Stimmen. Bei den Frauen wurden die meisten Stimmen für die beiden unbekümmerten, jungen chinesischen Synchron-Springerinnen abgegeben.

 

Im alten Griechenland spielten die Geschlechts-Untersuchungen noch keine Rolle. Olympia war nur für Männer, und da diese all nackt kämpften, waren die Frauen auch als Zuschauer ausgeschlossen. Basta ! Als in den 70 Jahren dann einige Damen gewaltige Leistungen erbrachten, wurde man skeptisch und Ärztinnen schauten sich die Athletinnen vor dem Wettkampf an. Das ging bis 1968! Danach wurde das Mogeln mit männlichen Hormonen immer populärer – und die Testformen wurden in Laboratorien von Jahr zu Jahr verfeinert. Ich halte es zwar für eine sehr liberale, aber für keine weise Entscheidung des IOC im Jahre 2004, Teilnehmer nach Geschlechtsverwandlung durch Operationen starten zu lassen, die ihnen die Möglichkeit geben, als Frauen in den Wettkampf zu gehen. Zwar können wir bei der Arbeit auf unseren Monitoren nur wenig von den anderen Wettkampfstätten sehen, aber bei einigen Frauen sind die Folgen der Operationen so offenkundig, dass unter den Volunteers wie auch unter den Zuschauern hinter vorgehaltener Hand so manche Frage aufgeworfen wird.

 

Die olympische Begeisterung in China, Taiwan und Hong Kong ist nicht das einzige Thema in Ost-Asien. Besonders in der Olympia-Stadt Hong Kong ziehen düstere Wolken herauf. Die sich ständig weiter öffnende Schere zwischen Arm und Reich führte in der ersten Olympia-Woche zu Massen-Streiks, die die olympische Harmonie recht unharmonisch klingen ließen.

 

Die Trainer des früheren Ostblocks, Asiens, Afrikas sowie Süd-Amerikas klagen in Privatgesprächen hier in Peking bitter darüber, dass ihnen hoffnungsvolle Talente weggekauft werden, die dann mit neuem Pass für die Gegner antreten. Gestern sprach ich mit zwei russischen Trainern über diese Problematik, nachdem die Sportzeitungen etwas ironisch von den “Vereinten Nationen des USA-Teams” berichtet hatten. Einzelne Biographien schwarzer Sprinter sollen belegen, dass diese Sportler als junge Asse entdeckt – und über amerikanische Universitäten in die USA geholt worden sind, um nun für die Vereinigten Staaten zu starten.

 

Wenn im riesigen “Olympic Green” abends die herrlichen Beleuchtungen angehen und Tausende dort den Abend verbringen möchten, herrscht dort ein Gedränge und eine ausgelassene Stimmung wie beim Pustenbacher Waldfest! Und das soll was heißen!!

 

Überfüllte Busse – Neuerdings darf jeder, der ein Olympia-Ticket hat, kostenlos mit den öffentlichen Verkehrsmitteln fahren. Das steigert zwar den Karten-Absatz, aber überfüllt auch die Busse und U-Bahnen. Heute bestand kaum noch Möglichkeit, sich selbst mit einem großen Schuh-Abzieher in einen Bus hineinzuquetschen. 

 

Bruno Hünermund aus China für NEWS-Oberberg.de

 

 


 

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06 1827 · 07 3 · # Mittwoch, 13. Dezember 2017