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Archivfotos: Christian Sasse [ Fotoagentur NTOi.de ]

Köln – Wenn am Wochenende in der Kölnarena bei der Vereins-Europameisterschaft drei Titelträger und der VfL Gummersbach als Ausrichter um die Klubkrone des Hallenhandballs kämpfen, wird das Turnier nicht nur ein Schaulaufen für glorreiche Vergangenheit sein. Alle Mannschaften spielen auch in dieser Saison in einem internationalen Wettbewerb und dokumentieren damit den hohen sportlichen Stellenwert dieses Gipfeltreffens.

So marschierte der Champions-League-Sieger des Jahres 2006, BM Ciudad Real aus Spanien, auch in der Vorrunde 2007 in der Königsklasse ungeschlagen an die Tabellenspitze, was im Übrigen neben dem FC Barcelona nur noch dem THW Kiel in einer relativ leichten Gruppe gelang. Klare Siege gegen die Kadetten Schaffhausen aus der Schweiz, den weißrussischen Topverein Brest HC Meshkov und den ungarischen Spitzenklub SC Pick Szeged machen deutlich, dass die Iberer weiter das derzeit weltbeste Team zur Verfügung haben. Im Kader der siebzehn Spieler tummeln sich acht Spanier und neun Ausländer, die zusammen wohl auch das teuerste Aufgebot überhaupt bilden. Einzelne Weltklassespieler herauszuheben, scheint müßig.

Auch der russische Gewinner des letztjährigen Pokalsiegerwettbwerbs machte in der Champions League bislang eine gute Figur. Kein Wunder, denn Chekhovskie Medvedi ist praktisch identisch mit der Nationalmannschaft und wird auch von dem Nationalcoach Vladimir Maxismov in Personalunion trainiert. In der aktuellen CL-Vorrunde kassierte sein Team zwei Auswärtsniederlagen und wurde in der Gruppe D hinter der SG Flensburg-Handewitt Zweiter. RK Zagreb setzte sich mit 26:19 und Flensburg mit 34:29 durch. Zuhause ist der ehemalige Militärklub ZSKA Moskau allerdings eine Bank, Zagreb (29:24) und auch Flensburg (33:27) wurden mit jeweils fünf Toren Differenz auf die Heimreise geschickt. Wenn der VfL am 2.12. im CL-Achtelfinale in Moskau das Hinspiel bestreitet, dürfte die Olimpiskij-Halle ein einschneidendes Erlebnis bleiben. In zwanzig Logen und einer Sauna werden dort die betuchten Fans verwöhnt.

Der TBV Lemgo verteidigt derzeit den Titel im EHF-Wettbewerb, der im Frühjahr gegen Fisch Auf Göppingen gewonnen wurde, nachdem man im Halbfinale den VfL Gummersbach ausgeschaltet hatte. Die dritte Runde 2007/2008 überstanden die Ostwestfalen kürzlich locker mit zwei Siegen gegen den israelischen Vertreter Maccabi Rishon Le Zion. Der VfL, der nach der Niederlage in der Meisterschaft auf eine Revanche brennt, ist kein Ausrichter des Zufalls. Als Tabellenführer der besten Handballliga der Welt garantiert auch der Deutsche Rekordmeister nicht nur durch seine umfangreiche Titelsammlung der Vergangenheit allerhöchstes Niveau in dem Teilnehmerquartett, der Hochgeschwindigkeitshandball der Marke Gislason wird auch auf der Bühne Vereins-Europameisterschaft für Furore sorgen.

Das Statement von VfL-Trainer Alfred Gislason: “Ich war mit dem SC Magdeburg schon dreimal bei diesem Wettbewerb dabei und habe ihn zweimal gewonnen, in Magdeburg und in Kiel. Das waren große Erlebnisse für meine Mannschaft. Ich weiß, dass vor allem in Spanien diese EM einen hohen Stellenwert hat. Der Champions-League-Sieger will die Bestätigung, dass man wirklich die beste Mannschaft der Welt ist. Das ist kein Freundschaftsturnier, das werden die Zuschauer in allen Spielen von der ersten Minute an erleben. Es geht um einen Titel, der für mich höher einzuschätzen ist als mancher EC-Wettbewerb.”

Ciudad Real: “Das ist natürlich auch mein Top-Favorit. Sie haben die teuerste Mannschaft aller Zeiten, es ist seit Jahren die beste Mannschaft der Welt. Jede Position ist doppelt bis dreifach mit Weltklassespielern besetzt. Der Trainer lässt auch immer den ganzen Kader spielen, das macht sie so stark und unberechenbar. Selbst so ein Klassemann wie Olafur Stefansson, den ich gerne in Gummersbach gesehen hätte, spielt manchmal nur wenige Minuten in einer Halbzeit. Dem gefällt es aber trotzdem sehr gut dort, denn er hat dort bis zum Jahr 2009 verlängert.”

Ch. Medvedi: “Bis auf drei Spieler ist das die Nationalmannschaft. Was sie drauf haben, konnte man in den CL-Spielen gegen Flensburg sehen, da haben sie auch in Flensburg lange geführt. Sie spielen einen modernen Handball, die zwei bis drei Spezialistenwechsel der Vergangenheit zwischen Abwehr und Angriff gibt es nicht mehr. Auch die Russen beherrschen die Schnelle Mitte. Dazu kommt ihr typischer Stil mit Anspielen an den Kreis und körperlich starke Rückraumspieler. Trainer Maksimov hat eine junge und ehrgeizige Mannschaft, die uns auch im CL-Achtelfinale alles abverlangen wird.”

TBV Lemgo: “Jetzt wollen wir gegen Lemgo den Spieß umdrehen und uns revanchieren für die Niederlage in der Bundesliga. In Lemgo hatten wir ein Problem im rechten Rückraum. Da am Samstag Alexis Alvanos wieder fit ist, sieht es da sicher anders aus. Die 5-1-Deckung gegen Daniel Narcisse hatte nur Erfolg, weil Momir Ilic und Milan Vucicevic müde waren. Sie sind aber auch wieder fit. Der Ausfall von Florian Kehrmann ist bitter für Lemgo, das ist vorne wie hinten ein Führungsspieler, der nicht gleichwertig ersetzt werden kann.”

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Text: VfL Gummersbach

Archivfotos: Christian Sasse [ Fotoagentur NTOi.de ]

 


 

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06 1062 · 07 2 · # Dienstag, 12. Dezember 2017