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Erst hatte Vitali Klitschko beim täglichen Tischtennismatch knapp gegen seinen Trainer Fritz Sdunek verloren, dann im Schachspiel recht deutlich gegen den russischen Ex-Weltmeister Wladimir Kramnik, der zu Besuch im österreichischen Trainingscamp weilte. Eigentlich keine so gute Voraussetzungen, um über seine Siegchancen im anstehenden WM-Kampf gegen Manuel Charr zu sprechen. Doch der sportlich so erfolgsverwöhnte WBC-Weltmeister Vitali Klitschko musste sich nur einmal kurz schütteln, um die doppelte „Schmach“ an diesem Mittwoch wegzustecken und den Journalisten bei den traditionellen Medientagen im Stanglwirt gewohnt offen Rede und Antwort zu stehen. Fotos: RTL / KMG
Vitali Klitschko (re.) während des Trainings. Zuvor jedoch hatte Trainer Sdunek seinen Schützling gelobt und sich sehr zufrieden über den Stand der Vorbereitungen für den WM-Kampf in Moskau am 8. September geäußert. 60 Runden Sparring seien bereits absolviert, noch einmal so viele stünden in den verbleibenden anderthalb Wochen bis zur Abreise nach Moskau aus. Vitalis Reaktionen seien blendend, die Führhand arbeite sehr gut, einzig die rechte Hand gefalle ihm noch nicht so gut: „Die Eisenfaust hat noch nicht genug Pulver“, so Sdunek, „aber keine Angst, das wird noch.“ Eher skeptisch äußerte sich der Trainer dagegen über Gegner Manuel Charr, den er selbst schon trainiert hatte: „Er ist ein Träumer, der einem viel erzählen kann. Konditionell wird Manuel sicherlich in einem sehr guten Zustand antreten, aber boxerisch hat er nicht die Voraussetzungen, um den Kampf gegen Vitali bestehen zu können.“

 


Der WBC-Weltmeister Vitali Klitschko selbst wollte nicht gar so kritisch wie sein Coach mit seinem Herausforderer ins Gericht gehen und sprach ihm sogar die Qualität zu, physisch vielleicht sogar stärker zu sein als er selbst. „Ich aber bin älter, erfahrener, schneller und setze auf meine Technik. Ich werde mit ihm spielen, seine Fehler nutzen und diese bestrafen.“ Klitschko beteuerte, er zolle dem in Beirut geborenen und in Köln lebenden Charr großen Respekt – besonders für dessen Nehmerqualitäten: „Das wird eine Schlacht, denn er wird niemals aufgeben und bis zum letzten Tropfen Blut kämpfen. Er war noch niemals am Boden. Mein Ziel ist es, ihn zu Boden zu schicken. Ich werde hart kämpfen und Manuel hart treffen, besonders am Kopf“.

 

 

 


Vitali Klitschko während des Trainings – Die spannende Frage, ob er nach dem Kampf in Moskau vom Boxsport zurücktreten und sich ganz seiner politischen Karriere widmen werde oder doch noch einmal in den Ring steigen werde, ließ der mittlerweile 41-Jährige offen. „Jeder Kampf kann der letzte sein, das habe ich immer wieder gesagt. Ich möchte keine Prognosen machen, ich weiß einfach nicht, ob dies mein letzter Kampf sein wird.“ Hintergrund für die Rücktrittsspekulationen sind einerseits das fortschreitende Alter Klitschkos, besonders aber die am 28. Oktober anstehende Parlamentswahl in der Ukraine. Vitali Klitschko tritt dort als Vorsitzender mit seiner Partei UDAR an, die laut Klitschko nach aktuellen Umfragen 12 bis 15 Prozent der Stimmen auf sich vereinen könnte. Da es in der Ukraine wie in Deutschland eine Fünf-Prozent-Hürde gibt, würde die UDAR und damit auch ihr Parteichef Klitschko nach jetzigem Stand ins Parlament gewählt werden. In der Vergangenheit hatte er allerdings mehrfach betont, dass sich eine Doppelbelastung als Profiboxer und Parlamentarier ausschließen würden und er sich dann vom Boxsport zurückziehen werde. Davon jedoch rückte Vitali Klitschko am Mittwoch jedoch ein wenig ab: „Ich möchte nicht ausschließen, dass es noch einen Kampf geben wird.“ Der WM-Kampf am 8. September wird live von RTL ab 22.10 Uhr übertragen.

 

Quelle: RTL

 

 


 

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06 2357 · 07 2 · # Freitag, 19. Januar 2018