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Generationenübergreifende Initiativen, wie die Hausaufgabenhilfe in Waldbröl, wollen die Kirchen in Zusammenarbeit mit dem Demographieforum künftig ausbauen. (Foto: OBK)  

 

Die christlichen Kirchen wollen eine zentrale Rolle bei der Bewältigung des demographischen Wandels übernehmen. „Gemeinsam können wir – die evangelische und die katholische Kirche im Oberbergischen – wichtige Beiträge leisten, damit wir hier vor Ort ein generationsübergreifendes Miteinander umsetzen“, betonen Kreisdechant Paul Klauke für die katholische und Superintendent Jürgen Knabe für die evangelische Kirche. So werden sich künftig beide Kirchen aktiv im Handlungsfeld „Generationenübergreifendes Miteinander“ des Demographieforums beteiligen.

 

Beide Kirchen verfügen zunächst einmal über die notwendigen Strukturen für solche Aktivitäten. Die Liste der Möglichkeiten ist lang, so Handlungsfeld-Moderator Peter Rothausen, gleichzeitig Geschäftsführer des Caritasverbandes für den Oberbergischen Kreis e.V.: „Gemeindezentren, Kegelbahn, Café-Einrichtungen, zertifizierte Familienzentren, Senioren- und Jugendtreffpunkte – die Kirche ist bei allen Generationen präsent.“ Ein Beispiel ist die Hausaufgabenhilfe des Vereins „Hilfe für Kinder und Jugendliche“ in Waldbröl – hier unterstützen bereits seit 27 Jahren ehrenamtliche Helferinnen und Helfer Kinder und Jugendliche beim schulischen Nacharbeiten. Sie bieten ein Mittagessen an, fördern Angebote zur Freizeitgestaltung und unterstützen Jugendliche darin, ihr Leben in die eigenen Hände zu nehmen. Die Kirchengemeinde stellt dem Verein Räume im „Haus für Alle“ zur Verfügung und bietet ihre Hilfe an.

 

So verknüpfen sich vorhandene Infrastrukturen mit generationenübergreifendem Handeln in der Gemeinde. Genauso könnte dies in einem Gemeinde- oder Familienzentrum oder einem Dorfgemeinschaftshaus praktiziert werden, sagte der Demographiebeauftragte des Oberbergischen Kreises, Reinhold Niewöhner. „Wichtig ist, dass Generationen gegenseitig füreinander Verantwortung übernehmen.“ Generationenübergreifendes Handeln sei ein zukunftsorientierter Weg, so Niewöhner. Traditionell aber werden vom Seniorenkreis bis zur Jugendgruppe vielfach noch alterspezifische Angebote von den Gemeinden und Pfarren gestaltet. Dies wird sich aber ändern, da ist sich Rothausen sicher: „Wir müssen diese Strukturen aufbrechen.“ So plant die evangelische Kirche beispielsweise bereits bis 2030 – „und diese Planungen stehen ganz deutlich unter dem Einfluss des demographischen Wandels“, so Superintendent Jürgen Knabe. Die Altersstruktur in den Gemeinden wird sich verändern.

 

Es wird weniger Gemeindemitglieder geben, weniger Geld und auch weniger hauptamtliches Personal. Knabe: „Gemeindeleben wird künftig immer stärker von den ehrenamtlich aktiven Menschen getragen.“ Ohne bürgerschaftliches Engagement gehe künftig nichts in den beiden christlichen Kirchen. Für Kreisdechant Klauke ist der Einstieg in das Demographieforum kein Einstieg in ein wirklich neues Themenfeld. Denn das Miteinander der Generationen sei in den Kirchen bereits entwickelt. Kirche wird auch künftig unter den veränderten demographischen Bedingungen für alle Generationen offen sein: Eine neue Herausforderung wird in der zunehmenden Vereinsamung von Menschen jeden Alters werden. Da können wir Kirchen Menschen zusammenbringen. So könnten zum Beispiel ältere Menschen jungen Familien helfen sozusagen als `Ersatz”-Großeltern´.”

 

Diese neuen generationsübergreifenden Bemühungen zu unterstützen ist eine Aufgabe der Kirchen. „Dieser Aufgabe wollen wir uns stellen – und darum sind wir gerne bereit, im Demographieforum Oberberg aktiv mitzuarbeiten und unsere Gemeinden dazu aufzufordern, einen künftigen Schwerpunkt im generationenübergreifenden Miteinander zu finden“, so Superintendent Jürgen Knabe und Kreisdechant Paul Klauke. Die zwei Dekanate der katholischen Kirche mit ihren 38 oberbergischen Pfarrgemeinden und auch die 27 evangelischen Gemeinden des Kirchenkreises An der Agger zwischen Morsbach und Wipperfürth können künftig also wichtige Keimzellen sein, das Thema des generationsübergreifenden Miteinanders anzupacken und damit den Bevölkerungswandel zu gestalten.

 

„Für uns ist die aktive Mitarbeit der Kirchen ein wichtiger Schritt, das Thema des demographischen Wandels ins Bewusstsein der Bevölkerung zu tragen“, betont Niewöhner. Gute Beispiele müssen vorgestellt, weiter entwickelt und zur Nachahmung empfohlen, Veranstaltungen und Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt und Moderatoren gefunden werden. Da verfügen die Kirchen über eine hilfreiche Infrastruktur – und über die Möglichkeit, außerhalb der Verwaltungen im gesamten Oberbergischen Kreis präsent zu sein. Weitere Informationen und Infos zur Bewerbung für den diesjährigen Demographiepreis gibt es unter www.demographie-oberberg.de  im Internet.

 

Quelle: Oberbergischer Kreis – Der Landrat Pressestelle – Angela Altz

 

 


 

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06 1302 · 07 3 · # Sonntag, 17. Dezember 2017