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(Von Boris Zaffarana) – Der Ausschuss für Schule, Kultur und Sport des Landkreistags Nordrhein-Westfalen (LKT NRW) hat bei seiner gestrigen Sitzung im Kreis Warendorf die Ganztagsoffensive der Landesregierung ausdrücklich begrüßt, regt aber aus Sicht des ländlichen Raums eine Flexibilisierung des Ausbauprogramms an.

 

„Wir begrüßen grundsätzlich den geplanten kontinuierlichen Ausbau der Realschulen und Gymnasien von Halb- auf Ganztagsbetrieb. Er ist die richtige Antwort auf die bildungspolitischen und gesellschaftlichen Anforderungen, denen die Schulen in dieser Zeit gegenüberstehen. Wir befürchten allerdings, dass dieser Ausbau in einigen Kreisen und Regionen nicht ankommen wird“, sagte der stellvertretende Vorsitzende des Gremiums, Landrat Stephan Pusch (Kreis Heinsberg).

 

Der Grund: Pro Jahr sollen in den 31 Kreisen und 23 kreisfreien Städten jeweils ein Gymnasium und eine Realschule zur Ganztagsschule ausgebaut werden. Die Landesregierung schreibt dabei vor, dass immer nur ganze Schulen in den Ganztagsbetrieb wechseln dürfen. Zudem muss immer mindestens eine „Halbtagsschule“ jeder Schulform in vertretbarer Entfernung der Schülerwohnorte sein. „

 

Damit wird in einigen Regionen der Ausbau eines Ganztagsangebotes sehr erschwert, weil die Schuldichte für je eine eigenständige Ganz- und Halbtagsschule in Reichweite zu gering ist. Wir hatten deshalb vorgeschlagen, einen teilweisen Ganztagsbetrieb zu erlauben: Dann wären beispielsweise Schüler der einen Klasse halbtags und die der Parallelklasse ganztags unterrichtet worden – ganz nach dem Willen der Eltern“, erläuterte Pusch. Die entsprechenden Vorschläge sind vom Schulministerium aber bisher abgelehnt worden.

 

Der Fachausschuss des Landeskreistages stellt hierzu ausdrücklich fest, dass auch im ländlichen Raum der Bedarf an Ganztagsschulen vorhanden ist. Dabei haben die Kreise, die oft zugleich Jugendamtsträger sind, neben den Bildungsfragen auch die familienunterstützende Wirkung einer Ganztagsbetreuung im Blick. „Ganztagsschulen bieten den Schülerinnen und Schülern mehr Bildungschancen und den Familien eine gesicherte Betreuung.

 

Es kann nicht sein, dass die Kinder und Familien in ländlichen Strukturen von diesen Möglichkeiten nicht in gleicher Weise profitieren können.“ Die Bildungsexperten aus den 31 NRW-Kreisen haben daher die Landesregierung mit einem einstimmigen Beschluss aufgefordert, Ganztags- und Halbtagsangebote auch am gleichen Schulstandort zuzulassen. Der Landkreistag Nordrhein-Westfalen (LKT NRW) ist der kommunale Spitzenverband der 31 Kreise des Landes NRW mit rund 10,7 von landesweit insgesamt 18 Millionen Einwohnern.

 

Quelle: Pressereferent Boris Zaffarana

 

 


 

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06 1071 · 07 2 · # Samstag, 9. Dezember 2017