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Gummersbach (VfL)  – Die Freudengesänge der deutschen Handballfans nach dem Gewinn der Weltmeisterschaft sind vor allem im Oberbergischen noch nicht verklungen, da geht es schon im schnöden Bundesligaalltag mit all seinen Problemen weiter. Nur fünf Tage nach dem nicht enden wollenden Jubel in der Kölnarena erwartet der VfL Gummersbach  am Freitagabend (19.30 Uhr) in der nur sechzig Kilometer entfernten Gummersbacher Eugen-Haas-Halle den Wilhelmshavener HV zu einem Punktspiel.

 

Welche Auswirkung die physische und psychische Belastung der Nationalspieler, die bei dem Mammutturnier der zweiunddreißig besten Teams der Welt zehn Spiele in zehn Tagen absolvierten, haben, werden die nächsten Wochen zeigen und dann unter Umständen die Meisterschaft entscheiden. Bei vielen Klubs wie auch in Gummersbach mussten aber auch personelle Altlasten des harten Endspurts des Jahres 2006 aufgearbeitet werden.

 

Vor Ort waren nach der Trennung von Milan Vucicevic nur sechs Spieler des Kaders übrig geblieben, die angeleitet von Kapitän Zouzou Houlet sich seit dem 9. Januar auf den Rest der Bundesligarunde nicht immer komplett vorbereiten konnten. “Wir haben die üblichen Lauf- und Krafteinheiten durchgeführt und waren nur selten in der Halle”, sagte Zouzou Houlet. So musste zum Beispiel Denis Zakharov zwei Wochen lang eine Pause einlegen. Die Achillessehne am eigentlich gesunden und nicht operierten Fuß schmerzte zu sehr. Momir Ilic stieß zudem erst am 20. Januar zur Trainingsgruppe, um nach seinem Handbruch die ersten Belastungen ohne Ball aufzunehmen. Seit einer Woche ist der Gips allerdings ab.

 

VfL-Trainer Alfred Gislason leitete am Dienstagmorgen wieder das Training, auf die WM-Teilnehmer wurde aber noch verzichtet. Diese sollen bis Donnerstag regenerieren und nur am Abschlusstraining teilnehmen. Auch Zouzou Houlet selbst kämpfte in den letzten Wochen mit den Nachwirkungen seiner schweren Beinverletzung. “Das Bein wird sicher nie mehr so belastbar sein wie früher, aber trotz der ständigen Schmerzen bin ich sicher, dass ich die restlichen vier, fünf Monate durchhalte und ich der Mannschaft helfen kann”, sagte der VfL-Kapitän.

 

Auch der Wilhelmshavener HV, der derzeit auf dem elften Tabellenplatz liegt, konnte sich nicht in aller Ruhe und komplett auf die Bundesliga vorbereiten. Torwart Adam Weiner spielte für Polen, der Brasilianer Renato Rui und der Ungar David Katzirz standen ebenfalls im Aufgebot ihres Landes für die Weltmeisterschaft und der Schweizer Manual Lininger spielte um die Qualifikation für die Europameisterschaft. Dazu gab es Verletzungen bei Frank Habbe (Zeh) und Jendrik Meyer (Daumenbruch). “Wir fangen am Freitag wie der VfL bei Null an”, sagte WHV-Manager Dieter Koopmann. Zwar sei das Hinspiel am Ende nur sehr knapp verloren worden, doch sei man nicht so vermessen, in Gummersbach Punkte einzuplanen, auch wenn man dort schon mal für eine Überraschung gesorgt habe und gewinnen konnte.

 

Alfred Gislason (VfL Gummersbach) : “Die Frage der Belastung der Spieler war ja schon vor der Weltmeisterschaft das Dauerthema. Fünf Tage nach einer WM als Erholung sind natürlich viel zu wenig. Anfang der Woche war ich auf dem Stand, dass es allen unseren WM-Teilnehmern gut geht und sich niemand mit Verletzungen plagt. Den Zustand der drei Isländer kenne ich natürlich gut, sie sind alle fit. Goggi Sigurdsson ist in bester Verfassung, obwohl er als einer der wenigen Spieler fast immer sechzig Minuten durchspielte. In der Abwehr hatte Sverri Jakobsson überschaubare Anteile, wie auch Robert Gunnarsson am Kreis, denn da waren wir mit Island dreifach besetzt. Vedran Zrnic kam auf rund dreißig Prozent, das ist ebenfalls zu packen. Daniel Narcisse hat eine sehr gute WM gespielt. Wie er die Enttäuschung verarbeitet hat, weiß ich erst am Donnerstag, wenn unsere WM-Teilnehmer wieder mittrainieren.”

 

Am Freitag ist der Druck aber wieder da. Die Halle ist sicher voll und die Fans wollen ein gutes Spiel sehen. Wilhelmshaven ist ein unangenehmer Gegner in dieser Situation, sie haben überhaupt nichts zu verlieren. Das ist eine eingespielte Mannschaft mit einem guten Kader, denn mehr als die erste Besetzung hat internationale Erfahrung. Die Abwehr packt zu und auch der Angriff ist gut besetzt. Der Kopf ist Oliver Köhrmann als Spielmacher, den müssen wir in den Griff bekommen.

—– Quelle: VfL Gummersbach

 


 

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06 1392 · 07 2 · # Donnerstag, 14. Dezember 2017