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TSV Dormagen – VfL Gummersbach 28:28 (17:13)

 

(Von VfL Gummersbach) – Der Traum vom Sprung auf den dritten Tabellenplatz der TOYOTA Handball-Bundesliga erfüllte sich am 12. Spieltag für den VfL Gummersbach nicht. Trotzdem werden die wohl rund 150 oberbergischen Fans unter den 2905 Besuchern mit einem guten Gefühl nach Hause gefahren sein, denn sie wurden durch zwei kämpferisch hochklassige Halbzeiten, durch eine tolle Atmosphäre in einer wunderschönen Halle und nach einer spannenden Schlussphase vielleicht auch durch ein leistungsgerechtes Unentschieden entschädigt, das im Übrigen das Achte war nach jetzt 23 Mittelrhein-Duellen in der höchsten deutschen Spielklasse.

 

Auch wenn die letzte Szene des Tages nicht gerade von freundschaftlichem Umgang zeugte, so verliefen die sechzig Minuten trotz der nachbarschaftlichen Rivalität insgesamt fair. Beim allerletzten verzweifelten Versuch, einen schnellen Gegenstoß nach dem 28:28 Ausgleich vier Sekunden vier der Sirene zu inszenieren, wurde der Gummersbacher Viktor Szilagyi vom Dormagener Christoph Schindler am Mittelkreis recht unsanft zu Boden gerissen. Es folgte ein kleines Scharmützel, an dem sich fast alle Spieler beteiligten. Und als die Schiedsrichter den Knäuel am Boden wieder entwirrt hatten, zeigten sie den beiden Hauptdarstellern noch die Rote Karte.

 

Während Christoph Schindler für sein Defensivfoul eine automatische Sperre von einem Spiel erwartet, darf Viktor Szilagyi am Mittwoch mit dem VfL in der LANXESS arena gegen den SC Magdeburg auflaufen. In der Reaktion des Österreichers kam neben der Empörung über die rüde Attacke wohl auch der Frust über einen verlorenen Punkt zum Ausdruck. Als nämlich Teamkollege Audray Tuzolana in der 57. Minute mit einem Gegenstoß auf 26:28 erhöhte, schienen die Gummersbacher endgültig die Weichen auf Sieg gestellt zu haben. 120 Sekunden vor dem Ende verkürzte der vielbeschäftigte Christoph Schindler noch einmal, doch dann brachte sich der VfL selbst um den Lohn.

 

Zunächst ließ sich Audray Tuzolana den Ball aus der Hand spielen, dann traf nach der Auszeit von Trainer Sead Hasanefendic (58:53 Minuten) Viktor Szilagyi nur die Latte und beim nächsten Angriff pfiffen die Schiedsrichter bei einer Aktion von Alexis Alvanos ein Stürmerfoul. So konnten die Dormagener, die in den letzten drei Minuten einen zusätzlichen Feldspieler für den Torwart eingewechselt hatten, noch durch ihren Leader Florian Wisotzki den 28:28 Ausgleich erzielen. Nicht nur in dieser Phase standen die Zuschauer in der fast ausverkauften Halle vor ihren Sitzen und trieben ihre Mannschaft mit rhythmischem Klatschen nach vorne.

 

Auch die zurückliegenden 57 Minuten hatten die Kulisse begeistert, denn der Aufsteiger schien in der ersten Halbzeit auf dem Weg zu einer Sensation. Der VfL musste zwar wie befürchtet ohne den zuletzt überragenden Torwart Nándor Fazekas antreten, wurde jedoch zunächst seiner Favoritenrolle gerecht. Mit Drago Vukovic als Mittelmann lief alles nach Plan, ständig legten die Gummersbacher ein Tor vor. Über 0:1, 1:2, 3:4, 4:5 (6.) und schließlich 5:7 (8.) sowie 7:10 (14.) schien sich die personelle und individuell höhere Qualität durchzusetzen. Die Gastgeber brachten nun ihren Stammtorhüter Vitali Feshchanka und änderten das Abwehrsystem.

 

Der wieder glücklose Vedran Zrnic warf in der 18. Minute das 9:12, dann lief gegen die offensive Deckung so gut wie nichts. Fast zwölf Minuten warfen die Gummersbacher kein einziges Tor mehr, das Spiel kippte durch sechs Dormagener Treffern in Folge. Es passte zum Geschehen, dass in diesem Abschnitt Vedran Zrnic einen Siebenmeter an die Latte zirkelte und auch Momir Ilic seinen zweiten Strafwurf nicht verwandeln konnte, weil er das Rechteck verfehlte. Robert Gunnarsson erlöste die oberbergischen Fans nach einer langen Leidenszeit mit seinem 15:13, dann legten Linksaußen Michiel Lochtenbergh und Christoph Schindler für die Gastgeber bis zur Pause nach.

 

Wie gegen TuSEM Essen steigerte sich der VfL im zweiten Abschnitt enorm. Goran Stojanovic, der bis dahin sechs Bälle zu fassen bekam, wirkte immer sicherer und hatte am Ende mit fünfzehn Paraden eine gute Quote. Die Abwehr stellte Sead Hasanefendic nun ebenfalls offensiver ein, mit einer 5-1 und einer 4-2-Formation hatten jetzt die Gastgeber ihre Probleme. Momir Ilic erhielt nun vorne den Raum für seine Gewaltwürfe und nach seinen drei Toren in Folge war das Duell in der 45. Minute beim 21:21 Zwischenstand wieder völlig offen. Momir Ilic war nun überhaupt nicht mehr zu stoppen. Dormagen führte mit 24:23 in der 52. Minute zum letzten Mal, dann taute Alexis Alvanos auf und erzielte zwei wichtige Treffer, ehe nach dem Gegenstoß zum 26:28 das Drama der letzten drei Minuten seinen Lauf nahm.

 



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Trainerstimmen aus der Pressekonferenz:

 

Sead Hasanefendic (VfL Gummersbach): „Wir bleiben derzeit unserer Spielart treu. Der Gegner hat in der ersten Halbzeit einen Vorsprung, dann legen wir nach der Pause los. Heute hat es aber nicht gereicht. Trotzdem kann ich mit dem Punkt leben. Den haben wir im Gegensatz zu Kiel auswärts geholt und hier hat Hamburg verloren. Wir hatten uns im Training auf die 4-2- und die 5-1 Abwehr vorbereitet, aber wir haben leider in der ersten Halbzeit die Linie verloren. Mit unserer Taktik hatten wir im zweiten Abschnitt Erfolg, denn Florian Wisotzki war aus dem Spiel. Leider fehlte nach dem Time-Out in der letzten Minute die Konzentration, wir haben uns nicht mehr an meinen Vorgaben orientiert. Ich will deshalb auch nicht darüber reden, dass bei unserer Führung sehr schnell Zeitspiel angezeigt wurde und ob es wirklich ein Stürmerfoul von Alexis Alvanos war. Wir hätten beim letzten Angriff besser spielen müssen.“

 

Kai Wandschneider (TSV Dormagen): „Auch wir können mit diesem Ergebnis leben. Zum zweiten Mal haben wir heute in der ersten Halbzeit geführt, aber wichtig war, dass wir wieder unsere Nervenstärke in den letzten fünf Minuten bewiesen haben. Das 4-2-System hat viel Kraft gekostet, aber man hat gesehen, dass wir im konditionellen Bereich durch unseren Spezialtrainer voll auf der Höhe sind. Dieser Punkt ist Treibstoff für uns, er lädt die Akkus auf. Florian Wisotzki war heute ein toller Anführer.“

 

Quelle: VfL Gummersbach

 

 


 

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06 1124 · 07 2 · # Dienstag, 28. November 2017