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Magdeburg –  (VfL Gummersbach) Die Dramatik der letzten Sekunden wurde bei der Handballweltmeisterschaft von Köln aus medial millionenfach verbreitet, der Halbfinalsieg Deutschlands gegen Frankreich war ein leuchtendes Beispiel für die Attraktivität dieser Sportart. Am Sonntag erlebten 7200 Zuschauer in der Bördelandhalle eine letzte Spielminute, die an den spektakulären Kölnarenahit erinnerte, weil die Schiedsrichter Mathias Dang und Thomas Zacharias in einer fast ähnlichen Situation so entschieden wie ihre gescholtenen französischen Kollegen im WM-Halbfinale.

 

Zunächst verwandelte in der 60. Minute Christoph Theuerkauf einen Siebenmeter zum 36:35 für Magdeburg, anschließend gab es zu Recht einen Siebenmeter für den VfL, weil beim Wurf von Momir Ilic der Magdeburger Grzegorz Tkaczyk für seinen Abwehrversuch quer durch den Kreis gelaufen war. VfL-Rechtsaußen Vedran Zrnic bewies seine Nervenstärke, verwandelte den Siebenmeter zum Ausgleich und krönte damit seine starke Leistung, die in der Statistik mit elf Toren ohne Fehlversuch eindrucksvoll dokumentiert wurde. Dann überschlugen sich die Ereignisse, nachdem der SCM noch einmal eine Auszeit nahm und die Uhr zwölf Restsekunden anzeigte. Grzegorz Tkaczyk stieg an der Neunmeterlinie hoch, wurde in der Luft von einem Schlag am Hals getroffen und spielte den Ball weiter. Bevor Kreisläufer Bartosz Jurecki den Ball fing und ins Tor warf, ertönte klar und deutlich wegen des Fouls der Schiedsrichterpfiff.

 

Der vermeintliche von einigen Fans bejubelte Siegtreffer zählte natürlich nicht. Die Schiedsrichter Dang/Zacharias entschieden eine Sekunde vor dem Ende auf Freiwurf und lösten einen Tumult aus, weil sie nach Beratung plötzlich auf den Siebenmeterstrich zeigten. Momir Ilic bekam eine Zweiminutenstrafe. Der protestierende Daniel Narcisse zwei Minuten und dann noch einmal zwei Minuten. Nach seiner Roten Karte erhielt auch noch der aufgebrachte Gudjon Sigurdsson eine Zeitstrafe. Es folgte der unausweichliche Showdown: Goran Stojanovic hielt den Siebenmeter von Christoph Theuerkauf und wurde danach beim Freudentanz von seinen Mitspielern fast erdrückt.

 

Fast zwölf Jahre lag der letzte Gummersbacher Sieg in Magdeburg schon zurück, doch so nah wie an diesem Sonntagnachmittag war der VfL seitdem noch nie an einem Erfolgserlebnis. Zwar führten die Ostdeutschen mit 3:1 und mit 6:4 nach zehn Minuten, doch die Taktik von Trainer Alfred Gislason ging auf. Mit vier Toren in Folge wurde die Partie zunächst gedreht, jetzt bestimmte der VfL bis zur Pause das Geschehen. Daniel Narcisse und Momir Ilic konnten sich in der zweiten Reihe immer wieder durchsetzen, Robert Gunnarsson verwandelte vom Kreis traumhaft sicher ohne einen einzigen Fehlversuch und auch Vedran Zrnic zeigte nicht die Spur von WM-Müdigkeit. Nach dem 12:16 (25.) machten die Gummersbacher aber den Sack nicht zu, Magdeburg kämpfte sich wieder heran. In der zweiten Hälfte änderte sich zunächst das Bild nicht, die Gastgeber liefen einem Rückstand hinterher. Doch nach dem 23:26 (41.) kassierten Robert Gunnarsson und der stark verbesserte Alexandros Alvanos jeweils eine Zeitstrafe. Der SCM nutzte die Überzahl konsequent und glich zum 26:26 (45.) aus.

 

Fortan stand das Spiel immer auf des Messers Schneide, keine Mannschaft konnte sich absetzen. 27:27, 28:28,. 29:29, 31:31 (53.) lauteten die Zwischenstände, ehe der VfL erneut zwei Tore zum 32:34 vorlegte. MIt dem 35:34 durch den überragenden Joel Abati (58.), der damit sein zwölfes Tore warf, schien eine Vorentscheidung gefallen. Doch das Team von Alfred Gislason kam zurück und verdiente sich am Ende einen hochverdienten Punkt.

 

 

Trainerstimme

Alfred Gislason (VfL Gummersbach): “Ich habe den Spielern vorher gesagt, dass sie bis Mittwoch frei haben, wenn sie in Magdeburg einen Punkt holen. Ich freue mich jetzt darauf, dass ich meinem Haus hier in der Nähe vier Mal übernachten kann.”

 


 

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06 1453 · 07 2 · # Samstag, 16. Dezember 2017