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Handball – Bogdan Wenta tut es, Wladimir Maksimov tut es, Kasim Kamenica tut es, Alfred Gislason tut es. Diese Klubtrainer vom SC Magdeburg, Chehovski Medvedi Moskau, Celje Pivovarna Lasko und VfL Gummersbach trainieren in Personalunion die Nationalmannschaften von Polen, Russland, Slowenien und Island.

 

Auch Juan Carlos Pastor vom nächsten Gegner des VfL im Viertelfinale der Champions League tanzt auf zwei Hochzeiten. Der Coach des spanischen Klubs CBM Valladolid übt dieses Amt auch als Nationaltrainer Spaniens aus – und das in beiden Positionen mit großem Erfolg. Pastor wurde mit Spanien 2005 Weltmeister und stand mit Valladolid 2004 und 2006 im Finale des Europacups der Pokalsieger, das aber jeweils gegen Portland San Antonio und Medvedi Moskau verloren wurde.

 

So kommt es am 4. März für Juan Carlos Pastor zu einem Wiedersehen mit der Kölnarena, an die er keine guten Erinnerungen hegt. Die 25:27 Niederlage Spaniens am 30. Januar dieses Jahres im Viertelfinale der WM gegen Deutschland führte der Iberer in erster Linie auf die Entscheidungen der Schiedsrichter zurück und nicht auf das eigene stereotype und durchschaubare Angriffsspiel, das sich an diesem Abend auf den Rückraum und den Kreisläufer beschränkte.

 

Valladolid konnte sich zum ersten Mal für die Königsklasse qualifizieren und demonstrierte in der Vorrunde vor allem seine Heimstärke. Im “Polideportivo Huerta del Ray” standen gewöhnlich 3600 Fans wie eine Wand hinter ihrem Team, als es gegen A1 Bregenz (35:24), Montpellier HB (34:25) und Portovik Yuzhny (31:21) jeweils klare Siege gab.

 

Angesichts der Personalunion beider Jobs wundert auch nicht, dass im Aufgebot von Valladolid spanische Spieler den Ton angeben, auf die Juan Carlos Pastor auch im Nationalteam setzt. Nur vier Ausländer stehen im Kader: der Schweizer Eric Gull, der Ungar Akos Kis und der Serbe Alen Muratovic im Rückraum sowie Torwart Gregor Lorger aus Slowenien.

 

Am Samstagabend (Anwurf 18 Uhr) werden die Gummersbacher aber vor allem auf den Spielmacher ein Auge werfen müssen. Vaquero Rodriguez ist der Kopf der Mannschaft. Haupttorschütze ist im Übrigen Alen Muratovic, aber auch die Außen Roberto Garcia und Antonio Ugalde tauchen in der Statistik als erfolgreiche Werfer immer wieder auf.

 

Alfred Gislason (VfL Gummersbach): Ich habe großen Respekt vor Valladolid. denn das ist eine wirklich gute Mannschaft, die vielleicht über den besten Angriff in Spanien verfügt. Der Kader ist in der Breite sicher nicht so stark besetzt wie der von Barcelona oder Ciudad Real, aber sie haben viele Nationalspieler in der Mannschaft und ohne Zweifel eine sehr starke erste Sieben.

 

Der Kopf ist der überragende Mittelmann Rodriguez. Wenn wir den in den Griff bekommen, haben wir eine gute Chance, denn von ihm profitiert nicht nur der Kreisläufer Garabaya sondern die ganze Mannschaft.

 

Rechtsaußen Roberto Garcia ist zudem die Nummer eins in Spanien auf seiner Position. Alen Muratovic wirft die meisten Tore, aber auch Eric Gull ist zu beachten. Ich habe selbst schon in Valladolid gespielt und weiß, dass uns dort eine Riesenstimmung und eine heiße Athmossphäre erwartet, in der schon viele Mannschaften untergegangen sind. Der Trainer Juan Carlos Pastor ist ein Garant für guten, attraktiven und intelligenten Handball.

 

Der Auftritt Spaniens bei der WM gegen Deutschland war nach meiner Ansicht nicht typisch für sein Konzept. Der Weg durch die Mitte und über den Kreis schien im Viertelfinale das alleinige Rezept zu sein, doch ich weiß, dass die Spanier normalerweise auch die schnellen Gegenstöße beherrschen. Bei uns gibt es keine personellen Probleme. Alle sind gut drauf und fit. Ich habe bei den letzten Trainingseinheiten keine Anzeichen von WM-Nachwirkungen gesehen. Wir wollen an die gute Leistung in Magdeburg anknüpfen, dann ist alles möglich. (Quelle: VfL Gummersbach)

 


 

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06 1364 · 07 2 · # Montag, 11. Dezember 2017