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Valladolid/Spanien (VfL Gummersbach) – Weit aufgestoßen hat der VfL die Tür zum Halbfinale in der Königsklasse mit diesem hochverdienten Unentschieden. Vor 3.600 Fans in der engen und stimmungsvollen “Polideportivo Huerta Del Rey” ließen sich die Gummersbacher vor allem in der zweiten Halbzeit von der lauten und hektischen Atmossphäre nicht beeindrucken und zeigten eine starke Leistung.

 

Ohne jede Spur von WM-Müdigkeit hatte der VfL in der letzten Viertelstunde den Ton angegeben, obwohl die Abwehr den Ausfall von Sverri Jakobsson ab der 41. Minute wegen dessen dritten Zeitstrafe kompensieren musste. Beim 25:25 hielt Nandor Fazekas einen ganz wichtigen Siebenmeter und inspirierte damit offenkundig seine Vorderleute zu mehr Einsatz, denn fortan waren die Probleme im Mittelblock überhaupt kein Thema mehr. Valladolid fand in der Folge mit dem bulligen Spielmacher Vaquero Rodriguez nur selten ein Mittel, um den gefährlichen Kreisläufer Ruben Garabaya in Szene zu setzen.

 

Gefahr drohte im Rückraum zwar noch immer vom zweikampfstarken Alen Muratovic, aber auf der anderen Seite wurde beim Argentinier Eric Gull zugepackt. So führten der VfL ständig mit ein oder zwei Toren. Nach dem 26:28 (45.), 28:30 (48.) standen beim 31:32 plötzlich nur noch vier Gummersbacher auf dem Feld, die Spanier witterten ihre letzte Chance, das Spiel doch noch zu drehen. Zwei Tore in Unterzahl von Gudjon Sigurdsson zum 32:33 und 32:34 brachen sechs Minuten vor dem Ende die Moral von Valladolid. Zwei Einzelleistungen von Alen Muratovic brachten zwar das 35:35, aber in den letzten drei MInuten ließ sich das Team von Trainer Alfred Gislason die Riesenchance für das Rückspiel am 4. März nicht mehr nehmen. Die Führung durch Rodriguez konterte Alexis Alvanos, der sich in der zweiten Hälfte erheblich gesteigert hatte, mit einem Wurf von der halblinken Rückraumposition.

 

Hellwach hatte der VfL dieses Spiel begonnen. Die Abwehr packte zu und ließ über den Kreis fast gar nichts zu. Vorne wurde konzentriert abgeschlossen, so dass Valladolid schon nach neun MInuten und einem 3:6-Rückstand eine Auszeit nahm. Die Anweisungen schienen zu fruchten, denn plötzlich kam ein unerklärlicher Bruch ins Gummersbacher Spiel. Der schlaksige Eric Gull schaffte mit dem 9:8 nach gut einer Viertelstunde sogar die erste Führung der Gastgeber, die fortan ihre beste Phase hatten. Vor allem ein gut aufgelegter Daniel Narcisse verhinderte mit seinen Toren, dass die Spanier zunächst sich nur mit zwei Toren absetzen konnten. 10:8, 15:13 und dann sogar 17:14 führte Valladolid, so dass die Halle kochte. Immer wieder gab es eine Lücke im Mittelblock und als Eric Gull ohne Körperkontakt das 19:15 gelang, mussten sich die zahlreichen Gummersbacher Fans große Sorgen machen. Mit einem Tor kurz vor der Pause baute sich der bis dato glück- und wirkungslose Alexis Alavanos offenkundig auf, denn mit neuem Selbstvertrauen gelangen dem Griechen im zweiten Abschnitt noch fünf zum Teil sehenswerte Tore.

 

Auch zu Beginn der zweiten Hälfte legte der VfL los wie die Feuerwehr. Drei Tore in Folge sorgten für den Gleichstand. Valladolid drehte noch einmal auf, aber nach dem 25:22 war der Kräfteverschleiß in den letzten zwanzig Minuten bei den Gastgebern nicht zu übersehen. Gummersbach war die physisch bessere Mannschaft, die Torhüter steigerten sich, die Halle wurde in der Schlussphase immer ruhiger und der VfL mit einem Unentschieden der Gewinner des Abends.

 

Alfred Gislason (VfL Gummersbach): “Wir haben jetzt natürlich eine sehr gute Ausgangsposition, aber wir sind noch nicht durch. Valladolid kann besser spielen, bei uns gibt es aber auch noch Steigerungsmöglichkeiten. Ich hoffe auf eine volle Kölnarena, mit den Fans im Rücken können wir das Halbfinale schaffen. Ich war mit der Leistung nicht ganz zufrieden, auch wenn das Ergebnis ein Riesenerfolg ist. Die Abwehr war teilweise eine Katastrophe, auch mit den Torhütern war ich lange Zeit nicht zufrieden. Im Angriff wurden zu viele Bälle verloren, so haben wir die Spanier stark gemacht. Wenn ich Momir Ilic aus der Mannschaft nehme, bekommen wir Probleme.”

 

Einen ganz erfreuliche Leistung hat bei uns Aleksandar Stanojevic gezeigt. Drei ganz wichtige Tore und ein herausgeholter Siebenmeter, als es bei Alexis Alavanos nicht lief, waren wirklich super. Er spielte sehr beweglich und hat unter Druck sein Potential bewiesen, denn er kam in einer schwierigen Situation rein.

 

Die Schiedsrichter haben ordentlich gepfiffen, aber wir mussten ein Siebenmeterverhältnis von 1 zu 8 und ein Zeitstrafenverhältnis von 18 zu 6 kompensieren. Dass wir trotzdem in den letzten zwanzig Minuten zulegen konnten, spricht für die gute körperliche Verfassung der Mannschaft. Wichtig war auch, dass wir in Unterzahl uns behauptet haben. Die beiden Toren von Gudjon Sigurdsson in dieser Phase waren sehr wichtig und vielleicht der Knackpunkt des Spiels. (Quelle: VfL Gummersbach)

 


 

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06 1196 · 07 2 · # Samstag, 9. Dezember 2017