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Neue Regeln, neue Fahrer – die DTM 2014

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Seit 30 Jahren begeistert die DTM ihre Anhänger mit Tourenwagensport der Extraklasse. Einige Regelanpassungen und neue Gesichter im Fahrerfeld werden in der am 4. Mai beginnenden Saison 2014 für noch mehr Abwechslung und packenden Motorsport sorgen. Im Rahmen eines Medientags zum Auftakt der viertägigen ITR-Testfahrten auf dem Hockenheimring Baden-Württemberg gaben der DTM-Rechteinhaber und -vermarkter ITR e.V. und die Premium-Automobilhersteller Audi, BMW und Mercedes-Benz einen Ausblick auf die anstehende Saison, warfen aber auch einen Blick zurück in die Geschichte. So berichteten der erste DTM-Champion Volker Strycek (1984, damals BMW), Frank Biela (Meister 1991, Audi) und DTM-Rekordgewinner Bernd Schneider (Mercedes-Benz) über ihre Erfolge und ihre ersten Kontakte mit der populärsten internationalen Tourenwagenserie. Foto: DTM 

Passend zum Saisonmotto „30 Jahre DTM“ sorgen „Die glorreichen Sieben“ 2014 auch für eine Premiere. In Person von DTM-Rückkehrer Paul Di Resta und Gary Paffett (beide Mercedes-Benz), den BMW-Piloten Martin Tomczyk und Bruno Spengler sowie Titelverteidiger Mike Rockenfeller, Mattias Ekström und Timo Scheider (alle Audi) kämpfen in diesem Jahr gleich sieben DTM-Titelträger um den Gesamtsieg. „Ich freue mich riesig auf die neue Saison und kann es kaum abwarten, wieder Rennen zu fahren. Druck, den Titel verteidigen zu müssen, spüre ich nicht. Ich werde es natürlich versuchen. Aber – manchmal klappt es, manchmal nicht“, sagte der aktuelle DTM-Champion Rockenfeller.

 

Neu bei der DTM

Neu im DTM-Fahrerfeld sind der Portugiese António Félix da Costa und Maxime Martin aus Belgien, die beide in einem BMW M4 DTM starten. Weitere „Rookies“ sind der ehemalige Formel-1-Pilot Vitaly Petrov aus Russland im DTM Mercedes AMG C-Coupé und der Schweizer Nico Müller, der einen Platz in einem Audi RS 5 DTM bekommen hat.

Für die insgesamt 23 DTM-Piloten geht es im Rennen ab sofort nur noch ein- statt bis bisher zweimal zum pflichtmäßigen Boxenstopp. Innerhalb einer Safety-Car-Phase sind keine Pflichtboxenstopps erlaubt; nach Ende dieser Phase haben die Fahrer noch sechs Runden Zeit, ihren Stopp zu absolvieren, auch wenn sie dadurch aus dem vorgesehenen Fenster herausfallen würden.

Die im vergangenen Jahr in der DTM eingeführten Options-Reifen von Exklusivpartner Hankook, die nur im Rennen zum Einsatz kommen und eingesetzt werden müssen, dürfen ab dieser Saison nur für maximal 50 Prozent der Renndistanz genutzt werden. Nach einer Safety-Car-Phase haben die Fahrer, die zu Beginn dieser Phase auf Options-Reifen unterwegs waren, noch sechs Runden Zeit, um ihre Reifen zu wechseln, auch wenn sie dadurch mehr als 50 Prozent der Renndistanz auf Options-Reifen fahren würden. Das ebenfalls in 2013 neu eingeführte Drag Reduction System (DRS) darf ab sofort bis zum Ende des Rennens, also auch in den letzten drei Runden, verwendet werden.

Das Qualifying besteht in dieser Saison aus drei Abschnitten. Das bisherige Einzelzeitfahren der besten vier Piloten (Q4) entfällt. Im ersten 13-minütigen Qualifying-Abschnitt scheiden die fünf langsamsten Fahrer aus, in Q2 ist nach elf Minuten für die zehn Langsamsten das Qualifying beendet. Im finalen dritten Abschnitt kämpfen die besten acht Fahrer elf Minuten lang um die Pole-Position. Eine weitere Neuerung sind die Performance-Gewichte. Abhängig von den erzielten Resultaten muss eine Marke maximal 10 kg (pro Rennen maximal 5 kg) zuladen oder darf maximal 10 kg (pro Rennen maximal 5 kg) ausladen.

 

Der ITR-Vorsitzende Hans Werner Aufrecht sagte zum neuen Reglement: „Wir haben uns mit den Herstellern zusammengesetzt und Überlegungen angestellt, wie wir die Rennen der DTM für die Zuschauer lesbarer machen können. Mit den neuen Regeln wird dieses möglich sein, und der Rennverlauf ist für den Fan transparenter. Auch die Chancengleichheit ist wichtig. In der DTM soll jeder Fahrer, um den Sieg fahren können.“

 

Am 4. Mai wird es für Fahrer und Teams ernst: Der Saisonauftakt findet traditionell auf dem Hockenheimring Baden-Württemberg statt. Nach dem zweiten Rennen in Oschersleben geht es zum ersten Auslandsrennen nach Budapest. Es folgen die Läufe auf dem Norisring und in Moskau. Nach einer kurzen Sommerpause startet die zweite Saisonhälfte mit den Rennen in Spielberg, gefolgt vom Nürburg- und Lausitzring. Das vorletzte Aufeinandertreffen findet in China statt, ehe das Finale wieder auf dem Hockenheimring ausgetragen wird.

 

 

Stimmen aus der Pressekonferenz:

 

Hans Werner Aufrecht (Vorstandsvorsitzender ITR e.V.): „Dass man sieben Champions in einer Serie haben kann, dafür muss die Serie schon lange bestehen. Das ist bei uns der Fall. In der DTM treffen sich die besten Fahrer und die besten Ingenieure, um erfolgreich zu sein.“

 

Dr. Wolfgang Ullrich (Audi-Motorsportchef): „Wir haben hohe Ziele, aber ein erfolgreiches Jahr in der DTM einfach so zu wiederholen, ist sehr schwierig. Wir haben dafür hart über den Winter gearbeitet, aber es muss wirklich alles passen, um das zu erreichen. Nur wer immer alles auf den Punkt bringt, hat gute Chancen. Nico Müller ist ein unheimlich starker junger Rennfahrer, der auch sehr symphytisch ist und perfekt in die Audi-Familie passt.“

 

Jens Marquardt (BMW Motorsport Direktor): „Die Regeländerungen wurden von uns Herstellern gemeinsam mit der ITR entwickelt. Ich bin mir sicher, dass es die DTM weiter bringen wird. Nach unserem Premierenjahr 2012 mit drei Titeln, wussten wir, das man das nicht einfach so wiederholen kann. Der Hersteller-Titel 2013 hat uns gerade wegen der harten Konkurrenz sehr stolz gemacht. In diesem Jahr haben wir mit dem BMW M4 DTM ein neues Fahrzeug und wollen uns im harten Umfeld der DTM erneut behaupten. Maxime Martin hat es verdient, im DTM-Programm von BMW zu sein. António Félix da Costa ist schnell und passt perfekt in unser Team. Er wird uns und die DTM bereichern.“

 

Toto Wolff (Motorsportchef Mercedes-Benz): „Die DTM ist ein Entwicklungs-Wettlauf und ein Wettbewerb um Talente und Fahrer. Nach BMW und Audi wären wir eigentlich dran, aber die DTM ist wie Roulette. Wenn zweimal Schwarz kam, folgt nicht automatisch Rot. Ich hoffe natürlich, dass es besser als in 2013 läuft. Vitaly Petrov braucht natürlich noch Zeit, aber wer in der Formel 1 auf dem Podium stand, kann so schlecht nicht sein. Bei Paul Di Resta als ehemaligem DTM-Champion setzen wir natürlich auf seine Erfahrung.“

 

Mike Rockenfeller (Audi): „Ich freue mich riesig auf die neue Saison und kann es kaum abwarten, wieder Rennen zu fahren. Druck, den Titel verteidigen zu müssen, spüre ich nicht. Die Nummer eins auf dem Auto zu haben, ist ein schöner Ansporn. Ich genieße auch die Testtage mit Audi. Denn dann können wir das machen, was wir am liebsten tun: im Auto sitzen und fahren.“

 

Martin Tomczyk (BMW): „Ich bin lange genug in der DTM dabei, um zu wissen, dass es nach dem nicht so erfolgreichen Jahr 2013 auch wieder aufwärts gehen wird. Die ersten Tests waren vielversprechend und mit meinem neuen Teamkollegen Bruno Spengler klappt es sehr gut. Wir werden hoffentlich sehr erfolgreich sein.“

 

Pascal Wehrlein (Mercedes-Benz): „2013 wurde ich Letzter, das hat mir natürlich nicht gefallen. Aber es gab auch gute Momente. Im Enddefekt waren wir zu langsam. In meinem neuen Team bei HWA freue ich mich auf die Herausforderung.“

 

DTM-Rekordchampion Bernd Schneider (Mercedes-Benz, 1995, 2000, 2001, 2003, 2006): „Wenn man sieht, wie hart die DTM umkämpft ist und wie eng es in der Serie seit vielen Jahren hergeht, bis ich sehr stolz, so viele Titel dort gewonnen zu haben. Hier messen sich die besten Fahrer der Welt.“

 

Volker Strycek (1. Champion BMW, 1984): „Die DTM ist eine optimal und professionell geführte Rennserie. Sie ist die Formel 1 der Tourenwagen.“

 

Frank Biela (Champion Audi, 1991): „In der DTM fahren Top-Piloten und Top-Hersteller, und das war schon zu meiner Zeit so. Das Niveau war schon immer unheimlich hoch. Die DTM ist nach wie vor die besten Tourenwagenserie der Welt“

 

 

 

Alle DTM-Champions

  • 1984 Volker Strycek (DEU), BMW
  • 1985 Per Stureson (SWE), Volvo
  • 1986 Kurt Thiim (DNK), Rover
  • 1987 Eric van de Poele (BEL), BMW
  • 1988 Klaus Ludwig (DEU), Ford
  • 1989 Roberto Ravaglia (ITA), BMW
  • 1990 Hans-Joachim Stuck (DEU), Audi
  • 1991 Frank Biela (DEU), Audi
  • 1992 Klaus Ludwig (DEU), Mercedes-Benz
  • 1993 Nicola Larini (ITA), Alfa Romeo
  • 1994 Klaus Ludwig (DEU), Mercedes-Benz
  • 1995 Bernd Schneider (DEU), Mercedes-Benz
  • 1996 Manuel Reuter (DEU), Opel
  • 2000 Bernd Schneider (DEU), Mercedes-Benz
  • 2001 Bernd Schneider (DEU), Mercedes-Benz
  • 2002 Laurent Aiello (FRA), Audi
  • 2003 Bernd Schneider (DEU), Mercedes-Benz
  • 2004 Mattias Ekström (SWE), Audi
  • 2005 Gary Paffett (GBR), Mercedes-Benz
  • 2006 Bernd Schneider (DEU), Mercedes-Benz
  • 2007 Mattias Ekström (SWE), Audi
  • 2008 Timo Scheider (DEU), Audi
  • 2009 Timo Scheider (DEU), Audi
  • 2010 Paul Di Resta (GBR), Mercedes-Benz
  • 2011 Martin Tomczyk (DEU), Audi
  • 2012 Bruno Spengler (CDN), BMW
  • 2013 Mike Rockenfeller (DEU), Audi

 

DTM-Rennkalender 2014

  • 04. Mai, Hockenheimring Baden-Württemberg (DEU)
  • 18. Mai, etropolis Motorsport Arena Oschersleben (DEU)
  • 01. Juni, Hungaroring Budapest (UNG)
  • 29. Juni, Norisring (DEU)
  • 13. Juli, Moskau Raceway (RUS)
  • 03. August, Red Bull Ring Spielberg (AUT)
  • 17. August, Nürburgring (DEU)
  • 14. September, Lausitzring (DEU)
  • 28. September, Guangzhou (CHN)
  • 19. Oktober, Hockenheimring Baden-Württemberg (DEU)

 

DTM-Starterliste 2014

Nr. Fahrer Team Auto

  • 1 Mike Rockenfeller (DEU) Audi Sport Team Phoenix Audi RS 5 DTM
  • 2 Timo Scheider (DEU) Audi Sport Team Phoenix Audi RS 5 DTM
  • 3 Augusto Farfus (BRA) BMW Team RBM BMW M4 DTM
  • 4 Joey Hand (USA) BMW Team RBM BMW M4 DTM
  • 5 Christian Vietoris (DEU) HWA DTM Mercedes AMG C-Coupé
  • 6 Paul Di Resta (GBR) HWA DTM Mercedes AMG C-Coupé
  • 7 Mattias Ekström (SWE) Audi Sport Team Abt Sportsline Audi RS 5 DTM
  • 8 Miguel Molina (ESP) Audi Sport Team Abt Sportsline Audi RS 5 DTM
  • 9 Bruno Spengler (CDN) BMW Team Schnitzer BMW M4 DTM
  • 10 Martin Tomczyk (DEU) BMW Team Schnitzer BMW M4 DTM
  • 11 Gary Paffett (GBR) HWA DTM Mercedes AMG C-Coupé
  • 12 Robert Wickens (CDN) HWA DTM Mercedes AMG C-Coupé
  • 15 Edoardo Mortara (ITA) Audi Sport Team Abt Audi RS 5 DTM
  • 16 Adrien Tambay (FRA) Audi Sport Team Abt Audi RS 5 DTM
  • 17 Timo Glock (DEU) BMW Team MTEK BMW M4 DTM
  • 18 António Félix da Costa (POR) BMW Team MTEK BMW M4 DTM
  • 19 Daniel Juncadella (ESP) Mücke Motorsport DTM Mercedes AMG C-Coupé
  • 20 Vitaly Petrov (RUS) Mücke Motorsport DTM Mercedes AMG C-Coupé
  • 21 Jamie Green (GBR) Audi Sport Team Rosberg Audi RS 5 DTM
  • 22 Nico Müller (CHE) Audi Sport Team Rosberg Audi RS 5 DTM
  • 23 Marco Wittmann (DEU) BMW Team RMG BMW M4 DTM
  • 24 Maxime Martin (BEL) BMW Team RMG BMW M4 DTM
  • 25 Pascal Wehrlein (DEU) HWA DTM Mercedes AMG C-Coupé

 

Reglementänderungen für die DTM-Saison 2014

  • Options-Reifen – Der Einsatz der Options-Reifen von Exklusivpartner Hankook, die wie bisher ausschließlich im Rennen zum Einsatz kommen und dort mindestens einmal verwendet werden müssen, wird auf maximal 50 Prozent der Renndistanz limitiert. Nach einer einer Safety-Car-Phase haben die Fahrer, die zu Beginn dieser Phase auf Options-Reifen unterwegs waren, noch sechs Runden Zeit, um ihre Reifen zu wechseln, auch wenn sie dadurch mehr als 50 Prozent der Renndistanz auf Options-Reifen fahren würden.
  • Pflichtboxenstopp – Ab sofort gibt es im Rennen nur noch einen Pflichtboxenstopp (statt zuvor zwei), der im zweiten Renndrittel absolviert werden muss. Innerhalb einer Safety-Car-Phase sind keine Pflichtboxenstopps erlaubt; nach Ende dieser Phase haben die Fahrer noch sechs Runden Zeit, ihren Stopp zu absolvieren, auch wenn sie dadurch aus dem vorgesehenen Fenster herausfallen würden.
  • Qualifying – Das Qualifying besteht in dieser Saison nur noch aus drei Abschnitten. Das bisherige Einzelzeitfahren der besten vier Piloten (Q4) entfällt. Der neue Ablauf: • Q1 dauert 13 Minuten, 23 Fahrer nehmen teil, die 5 langsamsten scheiden aus, 7 Minuten Pause • Q2 dauert 11 Minuten, 18 Fahrer nehmen teil, die 10 langsamsten scheiden aus, 8 Minuten Pause • Q3 dauert 11 Minuten, die besten 8 Fahrer kämpfen um die Pole-Position
  • Roll-out – Das Roll-out findet freitags in zwei Durchgängen von jeweils 15 Minuten statt. Die Fahrzeuge werden nach geraden und ungeraden Startnummern aufgeteilt. Dadurch ist pro Team in jeder Gruppe nur ein Fahrzeug im Einsatz, die Teams können sich bei Boxenstoppübungen so auf ein Auto konzentrieren.
  • DRS – Das Drag Reduction System (DRS) darf ab sofort bis zum Ende des Rennens verwendet werden.
  • Performance-Gewichte – In der Saison 2014 kommen so genannte Performance-Gewichte zum Einsatz. Für das Auftaktrennen auf dem Hockenheimring Baden-Württemberg wird daher das Fahrzeuggewicht von 1.110 kg um 10 kg auf 1.120 kg angehoben. Abhängig von den erzielten Resultaten muss eine Marke maximal 10 kg (pro Rennen maximal 5 kg) zuladen oder darf maximal 10 kg (pro Rennen maximal 5 kg) ausladen. Aufgeteilt sind die Gewichte in einheitliche Ballast-Blöcke aus Wolfram von jeweils 2,5 kg, die in einer Stufe im Unterboden etwa auf Höhe der Fahrerfüße montiert werden. Es dürfen immer nur so viele der einheitlichen Ballast- Blöcke verwendet werden wie vom Reglement für das aktuelle Rennen vorgeschrieben. Die Verteilung der Performance-Gewichte wird wie folgt geregelt: • Der Sieger eines Rennens und all seine Markenkollegen, die in den Top-10 ins Ziel kommen, müssen beim nächsten Rennen 5 kg mehr, also zwei zusätzliche Ballast-Blöcke, montieren. Die Markenkollegen des Siegers, die nicht unter der Top-10 ins Ziel gekommen sind, müssen beim nächsten Rennen zusätzlich 2,5 kg, also einen Ballast-Block mehr, montieren. Für die Fahrzeuge der zweitbesten Marke eines Rennens bleibt das Gewicht unverändert. Die Fahrzeuge der drittbesten Marke eines Rennens, die in den Top-10 ins Ziel gekommen sind, müssen beim nächsten Rennen 2,5 kg, also einen Ballast-Block weniger, montieren. Die Markenkollegen, die nicht in den Top-10 waren, müssen beim nächsten Rennen 5 kg weniger, also zwei Ballast-Blöcke weniger, montieren.
  • Ersatzmotoren 2014 sind nur noch zwei Ersatzmotoren pro Hersteller erlaubt statt bislang einem Ersatzmotor pro Team. Jeder der zehn bzw. bei Mercedes-Benz neun Motoren muss bei mindestens vier Veranstaltungen eingesetzt werden. Ein Fahrer darf während der Saison maximal drei verschiedene Motoren verwenden.
  • Fahrzeug-Homologation Nach dem dritten Rennen werden die Fahrzeuge zusätzlich homologiert, d.h. es werden mehr Teile festgeschrieben als bei der Basishomologation am 1. März 2014.

 

30 Jahre DTM: Der Startschuss fiel in Zolder

11. März 1984, Zolder, Belgien: 70 Kilometer nordwestlich von Aachen beginnt eine neue Ära im Motorsport. Beim traditionsreichen Bergischen Löwen stehen 24 Tourenwagen verschiedenster Größen am Start. Es ist das erste Rennen der neu geschaffenen Deutschen Produktionswagen-Meisterschaft, aus der zwei Jahre später die DTM hervorgehen wird. „Wir sind damals alle sehr aufgeregt nach Zolder gefahren. Ein großes Starterfeld mit klangvollen Namen, und ich war mit dabei“, erinnert sich Volker Strycek, der in einem BMW 635 CSi auf Anhieb den dritten Platz herausfährt und den Grundstein zu einer höchst erfolgreichen Saison legt. Am Ende des Jahres wird Strycek der erste Champion der DTM-Geschichte – dank seiner Konstanz sogar ohne einen einzigen Laufsieg.

Die neue Rennserie trat in die Fußstapfen der renommierten Deutschen Rennsport-Meisterschaft, in der noch mit Sportwagen gefahren wurde. In der späteren DTM waren es seriennahe Gruppe-A-Fahrzeuge, noch dazu in verschiedenen Leistungsstufen. Ein ausgeklügeltes Handicap-Reglement mit Zusatzgewichten und Restriktionen bei den Reifenbreiten sollte dafür sorgen, dass große und kleine Fahrzeuge gleiche Chancen haben. „Allen Beteiligten wurde schnell klar, dass die Idee der klassenlosen Gesellschaft recht gut funktioniert“, sagt Strycek: „Es entstand schnell eine Situation wie in der heutigen DTM: enges Feld, hohe Leistungsdichte, viele Autos. Die neue Serie war auf Anhieb faszinierend und enorm spannend.“

24 Fahrzeuge waren es beim ersten Rennen in Zolder. Noch im Laufe der ersten Saison wuchs das Starterfeld auf 40 Autos und 16 verschiedene Typen an. Im Alfa Romeo GTV6, den BMW-Modellen 323i und 635 CSi, dem Chevrolet Camaro, dem Ford Mustang, dem Rover Vitesse und dem Volvo 240 Turbo gab es gleich sieben Tourenwagen, die Siege holten.

Den Auftakt prägen in Zolder noch die BMW 635 CSi. Lange Zeit führt der ehemalige Formel-1-Pilot und spätere Le-Mans-Sieger und DTM-Champion Hans-Joachim Stuck das Rennen an, bis er zwei Runden vor Schluss ein Vorderrad verliert. Vom Pech des heutigen DMSB-Präsidenten profitiert Markenkollege Harald Grohs, der sich bei einem BMW-Vierfacherfolg vor Udo Schneider den Premierensieg holt. Strycek wird nach einer Klasse-Aufholjagd Dritter. „Ich kam ja aus dem Renault-5-Pokal und das Arbeitsgerät und das Umfeld waren für mich völlig neu. Dazu bin ich dann noch umgedreht worden und weit zurückgefallen“, sagt Strycek: „Danach noch aufs Podium zu fahren, war für mich eine Riesensache – noch dazu im direkten Duell mit Rennfahrergrößen, die ich bis dahin nur angehimmelt hatte.“

Strycek war sofort infiziert „von dieser Droge Rennsport“ – und vor allem von der DTM, die er in verschiedenen Positionen – vom Rennfahrer über den Projektleiter bis zum späteren Opel-Sportchef – mehr als zwei Jahrzehnte lang begleitete. „Jede Epoche der DTM, die ich erlebt habe, hat neue Herausforderungen gebracht, neue Spannungsfelder und technologische Neuerungen“, sagt Strycek: „Ich bin immer noch ein Fan der DTM. Für mich ist sie die Formel 1 der Tourenwagen, Spitzensport auf allerhöchstem Niveau.“

Der Premiere in Zolder folgten bis heute 401 weitere Rennen; nach Volker Strycek gab es 18 weitere Champions – von Rekordsieger Bernd Schneider mit fünf Titeln bis zum aktuellen Champion Mike Rockenfeller. Auch in ihrer Jubiläumssaison, die am 4. Mai auf dem Hockenheimring Baden-Württemberg beginnt, sorgt die DTM noch für Premieren: Zum ersten Mal in ihrer jetzt 30-jährigen Geschichte werden 2014 gleich sieben Champions in der Startaufstellung stehen – neben Mike Rockenfeller dessen Audi- Kollegen Mattias Ekström (Schweden) und Timo Scheider, Martin Tomczyk und der Kanadier Bruno Spengler (beide BMW) sowie die Briten Gary Paffett und Paul Di Resta (beide Mercedes-Benz).

 

Zahlen und Fakten aus 30 Jahren DTM

Am 11. März 1984 hatte die Erfolgsgeschichte begonnen. Beim „Bergischen Löwen“ auf der Rennstrecke im belgischen Zolder erlebten die Zuschauer die Geburtsstunde der DTM, der inzwischen populärsten internationalen Tourenwagenserie. Seit diesem Auftakt hat die DTM in 30 Jahren ihre Fans fasziniert und in bislang 402 Rennen viele interessante Fakten produziert.

  • Bislang trugen sich 64 unterschiedliche Fahrer in die Siegerliste ein.
  • Insgesamt starteten bis heute 17 verschiedene Marken in der DTM: Alfa Romeo, Audi, BMW, Chevrolet, Fiat, Ford, Mazda, Mercedes-Benz, MG, Mitsubishi, Nissan, Opel, Rover, Toyota, Vauxhall, Volkswagen, Volvo.
  • Insgesamt neun verschiedene Marken holten Siege in der DTM. Die meisten Erfolge holte Mercedes-Benz (170, 42,29 Prozent) vor Audi (65/16,17 Prozent) und BMW (59/14,67 Prozent).
  • Die meisten Siege bei den Fahrern feierte Bernd Schneider (Mercedes-Benz), der insgesamt 43 Mal triumphierte. Mit fünf Titeln ist „Mr. DTM“ auch Rekordchampion.
  • Nur vier Fahrer schafften es in der DTM-Geschichte, mehr als einmal den Titel zu gewinnen. Bernd Schneider (Mercedes-Benz) gelang es fünfmal, Klaus Ludwig (Ford und Mercedes-Benz) dreimal. Jeweils zweimal triumphierten Mattias Ekström und Timo Scheider (beide Audi). Insgesamt gab es inklusive ITC-Champion Manuel Reuter (Opel/1996) bislang 19 verschiedene Titelträger.
  • 2014 starten in Mattias Ekström, Timo Scheider und Titelverteidiger Mike Rockenfeller (alle Audi), Martin Tomczyk und Bruno Spengler (beide BMW) sowie Gary Paffett und Paul Di Resta (beide Mercedes-Benz) gleich sieben DTM-Champions – so viele wie nie zuvor in einer Saison.
  • Ellen Lohr ist die einzige Frau, die ein DTM-Rennen gewann. 1992 siegte sie für Mercedes-Benz auf dem Hockenheimring.
  • Mit 44 Piloten startete 1988 in Hockenheim das größte Fahrerfeld. Den knappsten Zieleinlauf verfolgten 1996 die Fans beim DTM-Rennen am Norisring. Der Abstand zwischen dem Sieger Klaus Ludwig und Uwe Alzen (beide Opel) betrug hauchdünne 0,089 Sekunden. Winfried Vogt (BMW) siegte dagegen beim Flugplatzrennen in Mainz-Finthen 1985 mit 51,96 Sekunden Vorsprung.
  • Mercedes-Benz belegte gleich zweimal in der DTM-Geschichte bei einem Rennen die ersten sechs Plätze: 2001 in Hockenheim und 2007 in Barcelona. Audi gelang dieses Kunststück 2011 in Valencia.
  • Die längste Siegesserie verbuchte Mercedes-Benz. Im Jahr 1995 standen bei acht Rennen hintereinander immer Piloten der Stuttgarter als Sieger auf dem Podest.

 

Quelle: DTM

 


 

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