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Formel-1-Weltmeister Sebastian Vettel im RTL-Interview: Trotz seinen Niederlagen in der Formel-1, Vettel “strebt Perfektion an”. Vor dem 7. WM-Lauf in Kanada (Sonntag, ab 19.05 Uhr, live bei RTL) hat sich der viermalige Weltmeister Sebastian Vettel in einem Interview zu seiner derzeitigen sportlichen Situation geäußert. Dabei geht der Red-Bull-Pilot, der in der aktuellen WM-Wertung auf Rang 6 liegt, auch auf seine Kritiker ein und erzählt, warum er trotz teaminterner Konkurrenz und momentaner Mercedes-Dominanz optimistisch in die Zukunft blickt. Foto: Dirk Birkenstock [ Fotoagentur NTOi.de ] Kommerzielle Fotoanfragen erwünscht unter 0171-6888777 oder cs@ntoi.de

 

Interview mit Sebastian Vettel:

Das ist eine völlig neue Situation. Wie hart ist es für Sie, nicht mehr zu gewinnen?
“Natürlich ist das Gefühl zu siegen einmalig und letzten Endes bin ich deswegen am Start und auch dabei. Wenn es aber auf Grund von vielen anderen Umständen nicht möglich ist, dann strebt man trotzdem die Perfektion an. Das heißt, man will trotzdem das Beste aus sich und aus dem Auto rausholen.
Leider war die Saison, was das angeht, noch nicht perfekt. Wir hatten des Öfteren Probleme mit dem Auto. Dann fällt es einem natürlich schwer, in den Rhythmus zu kommen und auch das Beste aus sich selbst zu holen. Viele Probleme mit dem Auto konnten wir beheben. Seither hatten wir nur ein Rennen, nicht mal mehrere Training-Sessions, um wirklich ein Gefühl dafür zu bekommen.
Aber wenn man ein Rennen fährt, und es läuft so, wie man es sich selbst gewissermaßen ausmalt und das Gefühl hat, dass man alles rausholt, dann ist es gar nicht so schlimm wenn man als dritter oder fünfter oder sechster ins Ziel fährt.”

 

Jeder fragt sich, was macht Sebastian, um wieder gute Laune zu bekommen?
“Letzen Endes ist es bitter. Doch wenn die Technik streikt, kann man als Fahrer natürlich nicht viel machen. Auf der anderen Seite schaut man nach vorne auf das nächste Rennen und versucht es abzuhaken.”

 

Wie bekämpfen Sie Ihren Frust?
“Unter der Woche fällt es mir nicht so schwer, auf andere Gedanken zu kommen. Ich treibe gerne Sport, fahre Auto, sitze gerne auf dem Fahrrad. Jetzt kommt der Sommer und wenn das Wetter dann schön ist, kommt man von alleine schon auf andere Gedanken.”

 

Sie sind Perfektionist aber Ihr Auto ist eine rollende Baustelle. Herr Vettel, das wirkt doch sehr schlampig von der Technik und muss Sie doch nerven?
“Ja, das nervt natürlich. Wenn ich es mir aussuchen könnte, würde ich es sicher anders gestalten.
Natürlich frustriert es einen, wenn wieder ein anderes technisches Problem auftritt und man wieder seine Runde nicht fahren kann. Oder wenn jede Runde nur eine halbe Runde ist. Aber genauso muss man dann auch einfach abhaken können und weiter versuchen, aus einer halben Runde eben alles rauszuholen, um dann ins nächste Qualifying-Segment zu kommen. Alles hinzuschmeißen bringt in dem Moment auch nichts. Man will produktiv nach vorne schauen und weiterdenken und sagen, was nicht stimmt und was wir besser machen müssen. Dazu gehört auch, dass man präzise Antworten abliefert, damit man konkret weiß, was zu tun ist.”

 

Jetzt werden Sie persönlich kritisiert und das nach einer so unglaublichen Erfolgsgeschichte.
“Rückblickend hatte ich nur ein Rennen ohne Probleme. Das war in Malaysia. Alle anderen Rennen standen nicht unbedingt unter dem besten Stern. Wie gesagt, ich glaube, dass es einfach wichtig ist, dass man sich selbst treu bleibt und dass man genau weiß, was man kann und was man nicht kann. Wenn die Karre nicht läuft, dann kann man der beste Fahrer hinter dem Lenkrad sein. Siegen kann man in dem Sinne trotzdem nicht.
Ich glaube, wenn man ein bisschen den Vergleich ziehen will – als der Michael damals zurückgekommen ist mit Mercedes und das Auto einfach nicht auf dem Niveau war wie vielleicht er und vielleicht nicht das Niveau hatte wie damals sein Ferrari, gab es auch viele Leute, die gesagt haben, ‘damals hat Michael mit Ferrari gewonnen und er hat nur Glück gehabt’. Aber wie gesagt, ab einem gewissen Punkt hat man sich selbst und anderen auch genug bewiesen und man kann darüber stehen.”

 

Vermeintliche Experten zweifeln plötzlich an Vettel als viermaliger Weltmeister, er habe das Fahren verlernt und ist doch nicht so gut. Trifft Sie das?
“Ja, es ist in unserer heutigen Zeit leider ganz normal, dass man sehr schnell sein Urteil fällt. Ich denke, damit muss man auch lernen umzugehen. Es gehört irgendwie dazu. Wenn man es sich aussuchen könnte, würde man gerne darauf verzichten. Aber ja, es ist eben schnell was gesagt und schnell was geschrieben. Aber dann weiß man, welche Leute hinter einem stehen und welche Leute eben ein bisschen Blödsinn reden.”
Natürlich ist es schade, dass das was die Leute manchmal vorgekaut bekommen, nicht der Wahrheit entspricht. Man selber darf aber auch nicht immer die Wahrheit erwähnen. Es ist ein bisschen Kindergarten. So ist es leider in der Formel-1. Jeder denkt, dass er Geheimnisse hat und diese verstecken muss.

 

Finden Sie das respektlos von den Leuten?
“So dreht sich heutzutage nun mal die Welt. In gewisser Weise ist es respektlos, weil die Leute den Hintergrund nicht kennen. Die Leute wollen oftmals auch nicht die Hintergründe kennen. Sie wollen immer schön was Kontroverses lesen und nicht wie toll und wie schön alles ist.”

 

Alle Fans fragen sich, werden Sie beim nächsten Rennen in diesem Jahr gewinnen?
“Davon gehe ich aus!”

 

Quelle: RTL

 


 

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06 1202 · 07 2 · # Samstag, 9. Dezember 2017