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Aachen / Stolberg – Die Täter sind jung, 18 und 19 Jahre alt, stammen aus Heerlen (NL) und reisten beim letzten Raubüberfall mit dem Linienbus aus den Niederlanden an.  Beide legten jetzt bei den Ermittlern ein umfassendes Geständnis ab. Demnach kommen die bislang polizeilich nicht bekannten jungen Männer für die bewaffneten Raubüberfälle auf einen Stolberger Drogeriemarkt auf der Sebastianusstraße am 02.02.2007, den bewaffneten Überfall auf eine Tankstelle in Aachen, Roermonder Straße am 03.02.2007 und den Versuch, die selbe Tankstelle am 10.02.2007 zu überfallen, in Frage.

 

Überfall mit geliehener Pistole   Bei den ersten Taten hatte noch ein Freund geholfen. Der ist namentlich bekannt aber noch flüchtig.   Anfang Februar, beim Überfall auf den Stolberger Drogeriemarkt, waren die drei gemeinsam mit einem Auto über die Autobahn aus Heerlen angereist. Tage zuvor hatten sie den Markt ausbaldowert. Der 18-Jährtige hatte die Pistole, die man sich von einem Freund geliehen hatte. Eine Softairpistole, wie sich später herausstellte. Vermummt sei man kurz vor Geschäftsschluss in den Laden gegangen und habe die Verkäuferin mit der Pistole bedroht. Erbeutet habe man Bargeld und Zigaretten. Völlig aufgeregt hatte der 18-Jährige am Tatort eine Plastiktüte einer niederländischen Konsumkette zurückgelassen. Darin wollte er nach eigenen Angaben die Beute verstauen. Die Aufschrift der Tüte brachte den Ermittlern die Erkenntnis, dass die Täter durchaus aus den Niederlanden stammen oder halt eine falsche Spur legen wollten. Auffällig darüber hinaus, dass die Täter als sehr groß beschrieben wurden.

 

Fürs “Schmierestehen” gab es weniger Beute  Anfang März dann der Überfall auf eine Tankstelle auf der Roermonder Straße. Hier drangen zwei Täter, der 18- und der 19-Jährige, maskiert  in den Verkaufsraum der Tankstelle ein und bedrohten den Angestellten mit vorgehaltener Pistole. Hierbei erbeuteten sie Bargeld. Auch hier führte einer der Täter eine Plastiktüte mit. Allerdings hatten der Überfallene und Zeugen nicht die Aufschrift lesen können. Dennoch erkannten die Ermittler einenTatzusammenhang. Die Pistolenbeschreibung aber vor allem die auffällige Tätergröße stimmte mit dem Stolberger Überfall überein. Der dritte Täter hatte in unmittelbarer Nähe im Fluchtfahrzeug ewartet. In der späteren Vernehmung gaben die Festgenommen an, für die risikolosere Arbeit, dem Schmierestehen, habe der im Auto wartende Mittäter auch weniger Beute bekommen.

 

Räuber kamen im Linienbus  Mitte März starteten die 18 und 19-Jährigen einen weiteren Versuch, die selbe Tankstelle zu überfallen. Ihren Komplizen hatten sie nach eigenen Angaben in diese Tat erst gar nicht eingeweiht. Da für die Tat aus irgendwelchen Gründen kein Fluchtfahrzeug zur Verfügung stand, reisten die jungen Männer mit dem Linienbus 44 aus Heerlen an. Im Handgepäck Pistole, Masken und Plastiktüten.Allerdings fielen die Räuber beim Ausbaldowern des Tankstellengeländes auf. So sehr, dass Angestellte und Passanten die Polizei riefen. Die Täter hatten dies offenbar mitbekommen und waren geflüchtet. In Höhe der Autobahnbrücke konnten sie jedoch festgenommen werden. Unterwegs hatten sie sich schon ihrer “Tatbekleidung” und der Waffe entledigt und ins Gebüsch geworfen. Bei ihnen wurden jedoch andere Beweismittel gefunden, so unter anderem die Einkaufstüte der niederländischen Konsumkette. Auch ihre Körpergröße von 185 cm war ein weiteres Indiz für ihre Täterschaft.

 

Feten und Feiern als Motiv    Mittlerweile sind beide Täter in Untersuchungshaft. Als Motiv gaben sie an, das geraubte Geld fürs Feiern und Feten ausgegeben zu haben. Da die Beute schnell aufgebraucht war, habe man weitere Überfälle geplant und durchgeführt. Nach derzeitigen Ermittlungserkenntnissen kommen die Täter für keine weiteren Überfälle in Betracht. Es schien der Beginn einer kriminellen Karriere der aus gutem Elternhaus stammenden jungen Leute zu sein.

 

Quelle: Paul Kemen Polizei Aachen

 


 

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06 1881 · 07 2 · # Dienstag, 12. Dezember 2017