Teilen auf...Share on FacebookShare on Google+Tweet about this on TwitterPrint this pageEmail this to someone

uboot_01.jpg

 

Im Hamburger Baakenhafen liegt eines der größten nicht-atomaren U-Boote der Welt. Jahrzehntelang war über die geheimen Spionage-U-Boote so gut wie nichts bekannt. Jetzt haben die Besucher zum ersten Mal die Gelegenheit einen spannenden Blick hinter die Kulissen des Kalten Krieges zu werfen  Fotos: Jürgen Bartels [ Fotoagentur NTOi.de 

 

Hamburg – Bis 2002 gehörte die U- 434 zur russischen Nordmeerflotte. 1976 – zur Blütezeit des Kalten Krieges war sie in Dienst gestellt worden: Eines der größten nicht – atomaren Unterseeboot der Welt war seitdem unterwegs für geheime Spionagemissionen vor der Ostküste der USA oder lange Patroullienfahrten in den Hoheitsgewässern der Sowjetunion. Nun ist der 90,16 Meter lange und 8,72 Meter breite schwarze Riese für Friedenszwecke im Einsatz: als Museumschiff im Hamburger Baakenhafen.

 

uboot_02.jpg

 

Schwarz und schlank liegt der Oldtimer hinter Schuppen 23.  Nebel wabert über den Baakenhafen. Eine Szene wie aus einem Spionagefilm. „Die Wendeltreppe und die Gangway sind in der Werft Blohm und Voss aufgesetzt worden“ berichtet Museumsleiter Harald Büttner (35). Der Torpedoraum mit 288 m3 ist die größte Abteilung im Boot. 24 Torpedos lagerten hier zu Krisenzeiten– je 2 Tonnen Gewicht und 8,14 Meter lang.

 

Sie wurden per Kran durch eine Ladeluke ins Boot gehievt. Einige Unterwassergeschosse sind noch heute auf ihren Schlitten platziert, andere liegen in den Rohren. Es riecht nach Schmieröl. 10 Matrosen im 2 – Schicht – System, arbeiteten hier. Insgesamt waren 84 Marinesoldaten, davon 32 Offiziere und 52 Matrosen an Bord.

 

uboot_03.jpg

 

Über eine steile Treppe gelangt man ins Allerheiligste des Schiffes: die Kommandobrücke. In einem abgescheuerten braunen zurück klappbaren Sessel saß der Kommandant, neben ihm der Rudergänger. Nur durch einen Druck aufs Tiefenruder, so erfahren wir, konnte die U – 434 (Rufname BUKI) bis auf 440 Meter auf Tauchstation gehen. Unzählige Kurbeln, Schalter, Messgeräte, stählerne Kabel und Kästen mit kyrillischen Schriftzeichen machten diese technische Meisterleistung möglich – offenbar ganz ohne Hilfe westlicher Industriefirmen. Vergleichbare westlichen Boote, so Museumschef Büttner, waren nur für eine wesendlich geringere Tiefe gebaut.

 

uboot_04.jpg

 

Meist wusste nicht einmal die Besatzung bei ihren diversen Geheimprojekten , wo sie war. Der Museumsleiter zitiert Zeitungsberichte, nach denen 1978 von der amerikanischen Aufklärung ein russisches U -Boot vor der Westküste der USA geortet wurde. Es verschwand, um einige Wochen später vor dem News York Hafen wieder aufzutauchen. „Keine Stelle mag diese Geschichte offiziell bestätigen,“ schmunzelt Harald Büttner. Er nimmt an: die Sowjets waren mit der U -434 (ein U-Boot der sog. Tangoklasse) oder einem der zwei Schwesternschiff auf Spionage-Tour.

 

uboot_05.jpg 

 

Ein Bild an der Wand des hölzernen Offizierscasinos – die Freiheitsstatue im Fadenkreuz eines U-Boot Periskops – erinnert an dieses Ereignis. Wo die U – 434 wirklich herumschipperte, ist auch zwei Jahre nach „Außerdienststellung“ ein Geheimnis, die Wahrheit lagert in noch immer fest verschlossenen russischen Archiven.

 

uboot_06.jpg

 

Und in der Freizeit? „Frauen gab es keine an Bord“, weiß unser Führer. Die Matrosen und Soldaten schliefen in engen Kojen oder Hängematten, aßen, lasen wie andere Menschen in ihrer Freizeit auch.

 

uboot_07.jpg

 

Die 32 Offiziere an Bord genossen allerdings ein besonderes Privileg: sie hatten ihre eigene, knapp drei m2 großen Duschkabinen – gespeist mit warmen Seewasser und kaltem Süßwasser. Diese Dusche ist anders als bei der normalen Besatzung, getrennt von den Toiletten. Grundsätzlich betraten die Offiziere die Nasszellen in voller Kleidung: sie wollten sich vor der übrigen Besatzung, die mit ca. 50 Mann eine kombinierte Dusch/Toilette nutzten mussten, keine Blöße geben um stets ihren Status von hohem Rang und Respekt zu waren.

 

  • U Boot U-434

    HafenCity, Versmannstraße 23 c, 20457 Hamburg

    Öffnungszeiten

    Mo-Do 10-18 Uhr , Fr-So 9-19 Uhr

    In den Wintermonaten Täglich Mo-So 10-18 Uhr

    Internet: www.u-434.de mit Web-Cam auf Hafen und Boot 

 

Quelle (Text):  U-Bootmuseum Hamburg 

 

 

Bonusfotos “Innenansichten”

 

uboot_08.jpg

uboot_09.jpg

uboot_010.jpg

uboot_011.jpg

uboot_012.jpg

uboot_013.jpg

uboot_014.jpg

uboot_015.jpg

 

 

Bonusfotos “Torpedos”

 

uboot_016.jpg

uboot_017.jpg

uboot_018.jpg

uboot_019.jpg

 

 

Bonusfoto “Ein letzter Blick über das Deck”  

  uboot_020.jpg

 

 

  • Fotos: Jürgen Bartels [ Fotoagentur NTOi.de ] Mobil: +49.171.6.888.777 / Festnetz: +49.2261.47.8888. Kommerzielle Fotoanfragen erwünscht!

  • Verlinkungen auf diesem Artikel problemlos möglich. Wir würden uns über eine kurze Email freuen. Bitte teilen Sie uns mit “Wer” und von “Wo” verlinkt wird. Danke…
  •  


     

    Weitere Beiträge aus unserem Archiv bei NEWS-on-Tour...

     




    06 12042 · 07 2 · # Donnerstag, 14. Dezember 2017