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Zahlreiche Organisationen, Gruppen und Personen aus der Vorbereitung der Proteste gegen den G8-Gipfel haben eine gemeinsame Erklärung gegen Nazis veröffentlicht. Sie nehmen eine scharfe Abgrenzung gegenüber den Versuchen der NPD und anderer Neonazis vor, sich als Teil der globalisierungskritischen Bewegung darzustellen. Archivfoto: Jürgen Bartels [ Fotoagentur NTOi.de ]

 

Rostock –  Zahlreiche Organisationen, Gruppen und Personen aus der Vorbereitung der Proteste gegen den G8-Gipfel haben eine gemeinsame Erklärung gegen Nazis veröffentlicht. Sie nehmen eine scharfe Abgrenzung gegenüber den Versuchen der NPD und anderer Neonazis vor, sich als Teil der globalisierungskritischen Bewegung darzustellen.

 

In der Erklärung wird unmissverständlich festgestellt: “Eine ‘deutsche Volksgemeinschaft’, antisemitische Verschwörungstheorien und rassistische Ausgrenzung sind keine Lösungen, sondern Teil des Problems!” Außerdem formuliert die Erklärung eine Selbstverpflichtung des G8-Protests: “Die Neonazis müssen dort, wo sie versuchen sich Protesten gegen den G8-Gipfel anzuschließen, ausgeschlossen werden. Ihre menschenverachtende Hetze muss vereitelt und die antifaschistische Gegenwehr als Aufgabe aller begriffen werden!”

 

Im Juni 2007 wird der G8-Gipfel in Heiligendamm (Mecklenburg-Vorpommern) in Deutschland stattfinden. Dagegen werden zahlreiche linke und fortschrittliche Gruppen auf einer Großdemonstration, bei Blockaden oder auf dem Gegengipfel demonstrieren. Leider werden auch VertreterInnen der extremen Rechten aktiv werden und versuchen, sich bestehende Ängste vor Globalisierung zu Nutze zu machen. Insbesondere in Deutschland gab es bereits mehrfach Versuche von Neonazis, beispielsweise zu Themen wie Krieg oder Sozialabbau, ein eigenes Profil zu entwickeln und politisches Kapital aus den Protesten und der damit einhergehenden medialen Aufmerksamkeit zu gewinnen. Dies ist auch bei den Aktionen gegen den G8-Gipfel zu befürchten. 

 

Auf den ersten Blick kritisiert die extreme Rechte Globalisierung als einen Prozess, der Arbeitslosigkeit und Sozialabbau hervorbringt und die Umwelt zerstört. Gleichzeitig verstehen die Nazis Globalisierung jedoch auch als bewusst gesteuerten Prozess zur Entmachtung von Staaten, zur Zerstörung von Sprache und Kultur, als Bedrohung “gewachsener Völker” zum Zweck der Profitmaximierung einiger weniger Kapitalisten. Den Hauptmotor sehen sie in den USA, dort vor allem “die Ostküste”, verstanden als antisemitische Stereotype für das “raffende” Finanzkapital, als Vertreter eines “jüdischen Weltmachtstrebens”.

 

Und so offenbart sich auf den zweiten Blick nahezu jede extrem rechte Agitation gegen Kapitalismus, Krieg und Globalisierung als antisemitische Weltverschwörungstheorie. Der Gegenentwurf der Neonazis zur Globalisierung hat mit einer “anderen Welt”, einer solidarischen und gerechten Gesellschaft nichts gemein. Die vermeintliche Globalisierungskritik der Nazis verschleiert nur eine reaktionäre Politik, deren Antwort auf die neoliberal kapitalistische Globalisierung in noch mehr Ausgrenzung und Barbarei mündet. Stellen wir klar, dass der Widerstand gegen Ausbeutung, Unterdrückung und Verwertungslogik nur solidarisch über Ländergrenzen hinweg zu führen ist.

 

Eine “deutsche Volksgemeinschaft”, antisemitische Verschwörungstheorien und rassistische Ausgrenzung sind keine Lösungen, sondern Teil des Problems! Die Neonazis müssen dort, wo sie versuchen sich Protesten gegen den G8-Gipfel anzuschließen, ausgeschlossen werden. Ihre menschenverachtende Hetze muss vereitelt und die antifaschistische Gegenwehr als Aufgabe aller begriffen werden! Für eine andere Welt ohne Ausbeutung und Unterdrückung! Kein Fussbreit den Faschisten!

 

  • AG Antifaschismus der Rostocker Aktionskonferenzen
  • Antifa KOK (Düsseldorf)
  • AVANTI – Projekt undogmatische Linke (Norddeutschland)

 

Quelle (Text): Demopresse Heiligendamm 2007
 


 

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06 1081 · 07 2 · # Montag, 11. Dezember 2017