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Informationen des Landschaftsverbandes Rheinland (LVR)

 

LVR-Landeskundler untersuchen Barbaratag / bis in die 1960er Jahre in Festkalender der katholischen Kirche Köln. 28. November 2007. Am Morgen des vierten Dezember begann früher für die Kinder die Zeit der Geschenke vor Weihnachten. Süßigkeiten, Nüsse und Mandarinen versüßten am Barbaratag schon vor dem Besuch des Nikolaus die Adventszeit. Am Vorabend des Barbaratages stellten die Kinder dazu einen geputzten Schuh ans Fenster.

 

In seinem Buch “Rheinische Bräuche durch das Jahr” beschäftigt sich Dr. Alois Döring, Volkskundler des Landschaftsverbandes Rheinland (LVR), auch mit beinahe vergessenen Bräuchen wie diesem. “Seit 1969 ist der Barbaratag nicht mehr im Festkalender der katholischen Kirche aufgeführt”, so Döring. Aber trotzdem: Einige Bräuche zum Barbaratag sind geblieben. “In der Bergbau-Region Rheinland hat sich bis heute die besondere Verehrung der heiligen Barbara gehalten. Gegen Unglück und Tod zünden die Bergleute im Bergwerk das Barbara-Licht an.”

 

Gehalten hat sich auch der Brauch, am Barbaratag Zweige ins Haus zu holen, damit diese an Weihnachten aufblühen. “Blühen die Zweige am Weihnachtsfest, ist dies ein gutes Zeichen für die Zukunft”, erklärt Döring.

 

Aber wer war die heilige Barbara? Und warum wird ihrer mit so unterschiedlichen Bräuchen gedacht?

 

Einer Legende nach wurde die hübsche Barbara von ihrem heidnischen Vater aus Eifersucht in einen Turm geschlossen. So wollte er verhindern, dass sie heiratet. Während einer Reise ihres Vaters ließ Barbara sich taufen. Darauf stand die Todesstrafe, die der Vater selbst vollstreckte. Kurz nach der Enthauptung wurde der Vater vom Blitz getroffen und verbrannte.

 

Und auch der Brauch mit den Blütenzweigen geht auf eine alte Legende zurück. “Einer Legende nach verfing sich der Zweig eines Kirschbaums in Barbaras Kleid, als der Vater sie ins Gefängnis werfen ließ. Barbara stellte den Zweig in einen Wasserkrug, wo er am Tag ihrer Verurteilung erblühte”, so Döring.

 

Für die Kinder war es besonders der Geschenkbrauch, der den Barbaratag für sie zu einem Erlebnis machte. Bis in die 1960er Jahre, vereinzelt bis in die 1970er Jahre, war er vor allem im Köln-Bonner Raum verbreitet.

 

 


 

Quelle: Alois Döring (LVR-Presseamt) – Rheinische Bräuche durch das Jahr. Eine Veröffentlichung des Landschaftsverbandes Rheinland/Amt für rheinische Landeskunde Bonn. Greven Verlag Köln 2006, 2. Auflage 2007 440 Seiten mit 230 Abbildungen ISBN 978-3-7743-0377-5 24,90 Euro

 

 


 

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06 1507 · 07 2 · # Donnerstag, 14. Dezember 2017