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“Wer stoppt Gudjon Sigurdsson? MT Melsungen am So. 08.10.2006 – 17:00 Uhr

@Eugen-Haas-Halle GM beim VfL Gummersbach krasser Außenseiter”


Handball: Melsungen

Zwölf Tage nach dem Pokalspiel in Rotenburg geht es am Sonntag (17 Uhr) für den VfL gegen die MT Melsungen (Archivlink) in der Eugen-Haas-Halle um Bundesligapunkte. Die Versuchung liegt nahe, nach der Galavorstellung im DSF-Spiel den Gegner aus Nordhessen auf die leichte Schulter zu nehmen. Dass das Team von Trainer Rastislav Trtik die 33:42-Heimpleite schnell verdaut hatte, wurde mit dem wichtigen 36:33 Sieg im Bundesligaduell gegen den TuS N-Lübbecke dokumentiert.



Das meint die MT zum Spiel am kommenden Sonntag auf Ihrer Internetseite:



“Wer stoppt Gudjon Sigurdsson?

MT Melsungen beim VfL Gummersbach krasser Außenseiter”

Es gibt sicherlich einfachere, viel einfachere Spiele als derzeit beim VfL Gummersbach sein Glück zu versuchen. Erleichtern könnte die Aufgabe allenfalls die Tatsache, dass dort eine Mannschaft wie die MT Melsungen, die am Sonntag um 17 Uhr in der Eugen-Haas-Halle antritt, nichts zu verlieren hat, also befreit aufspielen kann. Alle anderen Spekulationen um eine mögliche Champions-League-Müdigkeit aufgrund von zwei Auftritten in vier Tagen wischt Rastislav Trtik, Trainer des heimischen Handball-Bundesligisten vom Tisch: “Gummersbach ist eine Weltklasse-Mannschaft, deren Spieler routiniert genug sind, auf den Bundesliga-Alltag umzuschalten.” Zumal weder Reykjavik noch Sandefjord den Rekordmeister bei seiner Rückkehr auf die große internationale Bühne richtig fordern konnten.

“Schneller als Kraus” – Trotzdem wollen sich die Bartenwetzer achtbar aus der Affäre ziehen. Dazu bedarf es vor allem, das “Phantom” Gudjon Sigurdsson kalt zu stellen, den wieselflinken Tempogegenstoß-Spezialisten, der der MT zuletzt vor eigenem Publikum im Pokal (33:42) den Garaus machte. “Der ist noch schneller als unser Michal Kraus und lässt vor dem Tor fast keine Chance aus”, sieht der MT-Coach seine Mannschaft vor eine ziemlich knifflige Aufgabe gestellt. Hilfreich könnte dabei sein, so wenig technische Fehler wie möglich im Angriff zu produzieren, die die Gummersbacher mit dem vorgezogenen Isländer gnadenlos zu bestrafen pflegen. “Er spekuliert unheimlich viel, weil er eine Top-Abwehr hinter sich hat”, weiß Sead Kurtagic um die Gefahr, die insbesondere dem eigenen Rückraum droht. Der Melsunger Rechtsaußen hofft nach dem Sieg gegen N-Lübbecke, “mit dem wir wieder im Soll sind”, auf einen “Super-Tag” seines Teams beim Tabellenführer, um diesen vielleicht doch ein bisschen ärgern zu können. Und sieht sich an alter Wirkungsstätte besonders in der Pflicht. “Ich hoffe, ich kann der Mannschaft diesmal mehr helfen, denn bisher habe ich in den Spielen gegen Gummersbach nicht so gut ausgesehen,” sagt der 28-Jährige, der von 2000 bis 2003 bei den Bergischen unter Vertrag war, ehe er an die Fulda wechselte. Und nun in Gummersbach, wo seine Eltern und sein Bruder leben, erneut unter familiärer Beobachtung steht. (ohm)”

Das meint der VfL zum Spiel am kommenden Sonntag auf Ihrer Internetseite:

“Die Pokalniederlage gegen Gummersbach zeigte uns, dass wir eine Lehrstunde genießen durften, denn selten haben wir Handball auf so hohem Niveau erlebt”, sagte MT-Presseprecher Bernd Kaiser, “das war schon eine ganze Stufe weg von dem, was normalerweise Melsungen und das Gros der Liga bietet.” Aufgehalten habe man sich deshalb mit der klaren Niederlage nicht, und wenn schon, dann nur, um sich das eine oder andere abzuschauen. So kommen die Nordhessen nicht ungern als krasser Außenseiter nach Gummersbach, die Rolle des Underdog lässt schließlich Raum für Überraschungen. “Einen Psychologen brauchten wir nicht, um das Pokalspiel zu verarbeiten”, so Bernd Kaiser, “klar ist aber, dass wir es am Sonntag besser machen wollen”. Allerdings gebe es noch keine Anzeichen, dass der VfL durch die Doppelbelastung wegen der Champions Leaegue schwächeln würde. Die beiden Spiele gegen FRAM Reykjavik und Sandefjord TIF wurden natürlich auch in Melsungen analysiert, brachten aber keine neuen Erkenntnisse. Die gibt es auch bei der MT Melsungen nicht. Spieler wie Spyros Balomenos, Georgios Chalkidis und Grigorios Sanikis sind leicht angeschlagen, aber das komplette Aufgebot reist in jedem Fall nach Gummersbach an.

Zur Erinnerung: Dreizehn Spieler des zu Saisonbeginn erheblich verstärkten Kaders haben internationale Erfahrung. Der Tscheche Peter Hazl, der Weißrusse Andrej Kutschev und der Slowene Goran Sprem sind wohl die torgefährlichsten Spieler, die die Gummersbacher Abwehr im Auge haben muss. Beim VfL reißt derweil die Pechsträhne nicht ab. Nach Zouzou Houlet und Denis Zakharov fällt jetzt auch noch Sverri Andreas Jakobsson mindestens zehn Wochen aus, der Isländer wird am Montag am Syndesmoseband operiert. Dazu kann Trainer Alfred Gislason Torwart Goran Stojanovic in den nächsten noch zwei Wochen wegen seiner Zerrung nicht einsetzen.

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Trainer Alfred Gislason (VfL Gummersbach):



“Jedes Spiel beginnt von vorne, für den Pokalsieg können wir uns nichts kaufen. Wir haben in Melsungen gut gespielt, das müssen wir jetzt in dieser Form wiederholen. Melsungen ist aber eine personell sehr gut besetzte Mannschaft, das sage ich nicht nur, um den Gegner stark zu reden. Sie sind auf jeder Position doppelt besetzt. Was sie leisten können, haben sie beim Turnier in Berlin für mich sehr eindrucksvoll gezeigt. Auch wenn ich mich wiederhole, behaupte ich, dass es nur eine Frage der Zeit ist, dass diese Mannschaft in der Bundesligatabelle nach oben kommt. Melsungen hat einen kompletten Kader zur Verfügung, bei uns wird es nach der neuen Hiobsbotschaft personell immer enger, denn ohne Sverri Jakobsson haben wir jetzt nur noch neun Feldspieler. Da wird es immer wichtiger, jedem Spieler eine Pause zu gönnen. So wie ich es mit Vedran Zrnic gegen Sandefjord gemacht habe. Er hatte vorher viel gespielt, so konnte Michael Spatz seine Chance nutzen.

Die Doppelbelastung und die kurzen Zeiträume zwischen den Spielen sind Routine, aber jeder einzelne Spieler muss in unserer Situation seine persönliche Motivation dazugeben. Auf der anderen Seite hat die Mannschaft immer Spaß viel zu spielen, dann müssen die Spieler ja weniger trainieren. Und wenn es gut läuft, gibt es keine Probleme, dann ist der Spaßfaktor hoch.”

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Quelle: MT Melsungen / VfL Gummersbach

Archivfotos: Christian@SaSSe.com / Fotoagentur NTOi.de

 


 

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06 1451 · 07 2 · # Freitag, 8. Dezember 2017