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HSG Nordhorn – VfL Gummersbach 42:31 (23:17)


Nordhorn – Die Erklärung für die unerwartet klare Niederlage wurde schon lange vor dem Schlusspfiff immer wieder genannt, als längst klar war, dass der VfL an diesem Abend sein Leistungspotential nicht ausschöpfen konnte. Das Champions-League-Spiel am Samstag und die Belastungen der dreitägigen Reise nach Moskau hatten offenkundig ihre Spuren hinterlassen, in keiner Phase konnten die Gummersbachern den Nordhornern Paroli bieten.

Kaum ein Spieler erreichte seine Normalform, im Angriff wie in der Abwehr passte einfach nichts zusammen. Vergeblich hofften die mitgereisten oberbergischen Fans auf eine Steigerung nach der Pause, doch statt des von den Gegnern bislang so gefürchteten Umschaltens in den sechsten Gang hakte vor allem der Rückwärtsgang.

Die physische Unterlegenheit machte sich im Defensiverhalten bemerkbar. Am eigenen Kreis fehlte die Aggressivität, ohne die in der Bundesliga kein Spiel gewonnen werden kann, und am gegnerischen Kreis neben der Konzentration im Abschluss und dem Durchsetzungsvermögen im Zweikampf vor allem die Fähigkeit, nach technischen Fehlern und Fehlwürfen den Gegenspielern hinterherzulaufen. Wie in Lemgo nach dem CL-Spiel in Celje war bei den Gummersbachern offenkundig der Akku leer.

Archivfotos: Christian SaSSe [ NTOi.de ]

Mit nur 1,68 Meter ist der Rechtshänder Ljubomir Vranjes der kleinste Spieler der Liga. Die Körpergröße hat auch seinen Vorteil. Die Abwehrspieler in der Liga sind es nicht gewohnt, so weit unten zupacken zu müssen.

Auch auf der Torwartposition hatten die Gastgeber an diesem Tag Vorteile. Der 38 Jahre alte Peter Gentzel hielt beim 1:1 einen Siebenmeter von Vedran Zrnic und ließ in der Folge die Gummersbacher bei unzähligen freien Wurfchancen schlecht aussehen.

So brachten nach dem 3:3 zwei Paraden des Schweden Nordhorn mit 5:3 zum ersten Mal mit zwei Toren in Führung.

Die 5-1 Abwehrformation mit dem vorgezogenen Gudjon Sigurdsson auf Linkshänder Holger Glandorf verfehlte völlig ihre Wirkung, denn auf der anderen Seite konnte Maik Machulla unbedrängt in die Lücken stoßen. Nach dem 8:5 (10.) nahm VfL-Trainer Alfred Gislason schon sehr früh seine Auszeit, um das Spiel neu zu ordnen. Alexis Alvanos hatte bis dahin sich kaum in Szene setzen können, aber Milan Vucicevic machte es fortan auf der rechten Angriffsseite auch nicht besser. Nordhorn wollte den VfL offenkundig mit den eigenen Waffen schlagen und drückte auf das Tempo. Während bei diesem Speedhandball auf beiden Seiten beim VfL die Genauigkeit abhanden gekommen war, hatten die Gastgeber eine hohe Effektivität. Vor allem Linksaußen Jan Filip lief seine bekannten Gegenstöße nach Belieben. Der Torwartwechsel von Goran Stojanovic für Nandor Fazekas zeigte keine Wirkung.

Negativer Höhepunkt aus Gummersbacher Sicht war dann die 16. Minute, als Nordhorns Kreisläufer Rastko Stojkovic als Rechtshänder mit der linken Hand von der linken Außenlinie den Ungarn zum 14:8 düpierte. Fünf Minuten später kam Christian Ramota zwischen die Pfosten, doch es änderte sich nichts. Nordhorn zog über 16:10, 19:12 auf 22:15 davon und die zu passive Gummersbacher Abwehr sah schlecht aus.

Trotz des 23:17 zur Pause gab es noch Hoffnung auf eine Wende, zu oft hatte der VfL schließlich in dieser Saison im zweiten Abschnitt einen Zahn zugelegt und auch in der vergangenen Saison einen Siebentorerückstand im Euregium wettgemacht. Aber die zweite Hälfte begann wie die erste: Peter

Gentzel parierte zwei freie Würfe, Bennet Wiegert traf frei nur den Innenpfosten und Alexis Alvanos frei das Tor nicht. 26:18, 28:20 und 32:24 lauteten die weiteren Zwischenstände, so war nach 45 Minuten und dem 33:25 nicht mehr an eine Wende zu denken. Der VfL ergab sich seinem Schicksal und Norddhorn ließ sich für sein Schaulaufen von 4200 Fans feiern.

Der Nordhorner Börge Lund zeigte selbst kein Mitleid, als Goran Stojanovic sein Tor verlassen hatte, um sich um seinen verletzten Landsmann Rastko Stojkovic zu kümmern, der umgeknickt war. Der Norweger warf den Ball zum 39:29 ins leere Tor und sein Team führte den VfL weiter vor, denn der aus der zweiten Mannschaft reaktivierte Heiner Bültmann wurde am Ende auch noch zweimal in der Trefferstatistik aufgeführt.

Alfred Gislason (VfL Gummersbach):Ob müde oder nicht, das ist doch egal. Wir haben schlecht gespielt. Nordhorn hat gut gedeckt und mit Peter Gentzel heute einen überragenden Torwart. Unsere Abwehrleistung war schlecht, so dass wir auch in der Höhe verdient verloren haben. Ich denke nur von Spiel zu Spiel. Die sechs Tore Vorsprung werden mit dieser Leistung am Samstag auch gegen Moskau nicht reichen. Und so gewinnen wir auch in Magdeburg nicht.”

Ola Lindgren (HSG Nordhorn)

 

Torschützen:

# Feldspieler Tore Quote 7m Quote
19 Rastko Stojkovic 9/10 90% 0/1 0%
10 Jan Filip 11/16 69% 3/4 75%
3 Börge Lund 7/7 100% 0/0 0%
11 Holger Glandorf 6/10 60% 0/0 0%
77 Vedran Zrnic 5/10 50% 0/1 0%
22 Gudjon Valur Sigurdsson 5/9 56% 0/0 0%
11 Daniel Narcisse 4/10 40% 0/0 0%
4 Maik Machulla 4/5 80% 0/0 0%
13 Momir Ilic 8/14 57% 4/5 80%
18 Robert Gunnarsson 4/5 80% 0/0 0%
21 Alexis Alvanos 3/10 30% 0/0 0%
17 Goran Sprem 2/3 67% 0/0 0%
22 Michael Knötig 2/2 100% 0/0 0%
14 Daniel Kubes 1/1 100% 0/0 0%
28 Milan Vucicevic 1/3 33% 0/0 0%
31 Jörg Lützelberger 1/1 100% 0/0 0%
3 Bennet Wiegert 0/3 0% 0/0 0%
21 Mark Bult 0/1 0% 0/0 0%

# Torwart Paraden 7m-Paraden
1 Peter Gentzel 12 0
12 Goran Stojanovic 9 0
16 Christian Ramota 5 0
16 Jesper Larsson 1 0

Strafzeiten:

# Name 2min Gelbe Rote
13 Momir Ilic 4 0 0
18 Robert Gunnarsson 2 0 0
3 Bennet Wiegert 2 0 0
11 Daniel Narcisse 0 0 0
77 Vedran Zrnic 0 0 0
12 Goran Stojanovic 0 0 0
22 Gudjon Valur Sigurdsson 0 0 0
21 Alexis Alvanos 0 0 0
28 Milan Vucicevic 0 0 0
16 Christian Ramota 0 0 0
31 Jörg Lützelberger 0 0 0

Nächstes Spiel: VfL Gummersbach – Chekhovski Medvedi
Datum: Sa. 9. Dezember 2006, 19:30 Uhr
Halle: Wilhelm-Dopatka-Halle
Wettbewerb: Champions League

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Text / Tabellen: VfL Gummersbach

Archivfotos: Christian Sasse [ Fotoagentur NTOi.de ]

 


 

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06 1179 · 07 2 · # Donnerstag, 14. Dezember 2017