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(VfL) Ausgerechnet ein Isländer soll den Gummersbachern am Mittwoch das Fürchten lernen, wenn der TV Großwallstadt in der Unterfranken-Halle in Aschaffenburg den VfL zum Traditionsduell der Bundesliga erwartet (20.30 Uhr). Nicht nur die Nettigkeiten, die gewöhnlich vor dem Anpfiff noch beim Warmmachen auf dem Spielfeld ausgetauscht werden, dürften bei Alex Petersson an diesem Abend schnell vergessen sein, auch Tipps von seinem Nationaltrainer sind ausnahmsweise tabu.

 

Der heißt bekanntlich Alfred Gislason und trainiert auch noch den VfL, bei dem mit Gudjon Valur Sigurdsson, Robert Gunnarsson und Sverre Andreas Jakobsson drei weitere Wikinger ihr Brot verdienen. Alex Petersson ist aber zur Zeit beim TV Großwallstadt der Mann der Stunde, in den letzten drei Spielen warf der in Riga gebürtige Lette allein 34 Tore. Beim jüngsten 33:30-Auswärtserfolg gegen den TuS N-Lübbecke traf der Linkshänder sogar sechzehn Mal ins Schwarze, bei den Siegen gegen MT Melsungen (38:34) und HSG Wetzlar (27:24) jeweils neun Mal. So wundert es nicht, wenn die Mainfranken am Mittwoch in erster Linie auf diese Vollstreckerqualitäten bauen, wenn sie Revanche nehmen wollen für die 22:35 Blamage im Hinspiel. Dass es auch anders geht, zeigte das Spiel in Aschaffenburg in der vergangenen Saison. Damals holte sich der VfL im DSF-Spiel der Woche eine 20:32-Packung ab.

 

Neben Alex Petersson musste der TV Großwallstadt zur Weltmeisterschaft mit dem Dänen Anders Oechsler nur noch einen zweiten Spieler abstellen, der Rest konnte sich in aller Ruhe auf die Bundesligarückrunde vorbereiten. Auch wenn mit Jens Tiedtke und Einar Holmgeirsson zwei wichtige Spieler zur Zeit ausfallen, scheinen die Mainfranken die Zeit gut genutzt zu haben, denn drei Siege in Folge in diesem Jahr sprechen für sich. Trainer Michael Roth und sein Team konnten sich zudem am Sonntag in aller Ruhe die von Bundesliga und Champions League gestressten Gummersbacher im Fernsehen anschauen, ihr letzter Einsatz liegt dagegen mit dem Datum 24. Februar über eine Woche zurück.

 

“Wir hatten einen optimalen Start im neuen Jahr, weil wir in der Vorbereitung gut gearbeitet haben”, sagt Michael Roth, “der VfL hat aber einen größeren Kader und ist die Belastung gewohnt.” Dass sein Team inzwischen niemand mehr unterschätzt, liegt nicht nur an dem Tabellenstand. Vor allem in den Heimspielen imponieren die Großwallstädter mit Tempohandball. Nur gegen den SC Magdeburg wurde mit einem Tor Differenz verloren, mit drei gegen den THW Kiel und gegen Frisch Auf Göppingen unentschieden gespielt. Der VfL bleibt nach dem Aus in der Champions League nur mit einem Sieg im Kreis der Titelanwärter, für Brisanz ist in diesem Duell der Bundesliga-Dinosaurier , die an diesem Tag zum 60. Mal gegeneinander spielen, also reichlich gesorgt. So gab es auch zu Beginn der Woche nur noch wenige Restkarten in der Unterfranken-Halle, die wohl zum Anpfiff bis auf den letzten Platz (4200) besetzt sein wird.

 

Trainer Alfred Gislason (VfL Gummersbach): “Nach der Niederlage gegen Valladolid war leider festzustellen, dass bei uns nicht alle Spieler den frischesten Eindruck machten. Bei unserem Kader sind wir aber auf bestimmte Spieler angewiesen, für die es keine Alternativen gibt. Wir sollten aber auch die Klasse von Valladolid anerkennen und die Tatsache, dass wir die Rückraumspieler Alen Muratovic und Eric Gull nicht in den Griff bekommen haben. Das negative Erlebnis müssen wir natürlich bis Mittwoch aus den Köpfen bekommen, aber auch aus den Fehlern lernen, denn die dürfen sich nicht gegen Großwallstadt wiederholen. Da haben wir zeitweise einfach zu langsam gespielt und in der Abwehr streckenweise zu passiv agiert. Die Außen wurden zu wenig eingesetzt, für die Gegenstöße fehlte einfach der Druck in der Abwehr.”

 

Wenn man etwas Gutes aus dem Aus in der Champions League ziehen kann, dann wohl nur, dass wir uns im Gegensatz zur direkten Konkurrenz um die ersten drei Plätze der Bundesliga ab sofort nur noch auf die Meisterschaft konzentrieren können. Es gibt bekanntlich keine leichten Auswärtsspiele, aber das nächste in Aschaffenburg ist sicher eines der schwersten. Wir treffen auf einen sehr heimstarken Gegner, der in einer ausverkauften Halle immer auf die lautstarke Unterstützung der Fans bauen kann. Das ist zweifellos ein Schlüsselspiel für uns. Wir müssen gewinnen, wenn wir um die drei ersten Plätze mitspielen wollen.

 

Großwallstadt spielt in der Abwehr sehr variabel, sie beherrschen ein defensives 6-0-System genau so wie ein offensives 3-2-1. Wenn Torwart Hannawald in Stimmung ist, wird es für jede Mannschaft schwer. Sie haben mit Oechsler und Petersson zwei überragende Rückraumschützen. Aber sie laufen auch den Gegenstoß und die zweite Welle perfekt, deshalb dürfen wir uns vorne nicht so viele Fehler erlauben.

 

Quelle: VfL Gummersbach

 


 

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06 1108 · 07 3 · # Sonntag, 17. Dezember 2017