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Wildschweinpest - Carmen Jauch und Tierarzt Dr. Stefan Kohler

Carmen Jauch und Tierarzt Dr. Stefan Kohler sammeln die Blut- und Organproben erlegter Wildschweine im Veterinäramt, bevor sie ans staatliche Veterinäruntersuchungsamt nach Krefeld geschickt werden. (Foto: OBK)

 

Oberbergischer Kreis – Seit Ausbruch der Wildschweinepest im benachbarten Rheinisch-Bergischen-Kreis Anfang Januar ist der Oberbergische Kreis „Beobachtungsgebiet“. Seitdem geben die oberbergischen Jäger Blut- und Organproben aller erlegten Wildschweine beim Veterinäramt des Oberbergischen Kreises oder bei ihrem örtlich zuständigen Fleischbeschau-Tierarzt ab. Von dort werden die Proben durch das Veterinäramt eingesammelt.

 

Mittlerweile sind 57 Proben eingegangen, wie der zuständige Dezernent, Dr. Christian Dickschen, mitteilt. In fünf Fällen wurden im Blut der Tiere zwar Antikörper jedoch keine Viren nachgewiesen. Die Wildschweine, die keine akuten Krankheitserscheinungen zeigten, wurden in Hückeswagen, Wipperfürth, Marienheide und in Lindlar (2) geschossen. „Bei diesen Verdachtsfällen handelt es sich um Tiere, die vor einigen Wochen oder Monaten Kontakt mit dem Virus hatten“, erklärt Kreisveterinär Dr. Bertram Röttger. Jäger müssen ab sofort mit der Vermarktung der Wildschweine so lange warten, bis das Ergebnis der Untersuchung vorliegt.

 

Bei positiven Befunden und dem Nachweis von Antikörpfern dürfen die Wildschweine nach Maßgabe des Landesamtes für Natur, Umwelt- und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen nicht mehr vermarktet werden. Eine entsprechende Verfügung wird das Veterinäramt Anfang nächster Woche veröffentlichen. Am Montag wird Oberbergs Kreisveterinär Dr. Bertram Röttger gemeinsam mit Vertretern der Jägerschäft und den Veterinärämtern aus dem Rhein-Sieg-Kreis und dem Rheinisch-Bergischen-Kreis bei NRW Umweltminister Eckhard Uhlenberg über das weitere Vorgehen beraten. Damit im Oberbergischen Kreis die Wildschweine gegen die Tierseuche geimpft werden können, gibt das Veterinäramt am 27. Februar Impfköder an die Jäger aus. „Damit wir uns an der Impfaktion beteiligen können, ist es aus rechtlichen Gründen notwendig, dass der Oberbergische Kreis ,gefährdeter Bezirk’ wird“, erklärt Dezernet Dickschen.

 

„Für einen Flächenkreis mit großen Waldgebieten wie den Oberbergischen Kreis werden wir rund 25.000 bis 30.000 Köder für einen Impfaktion verteilen“, ergänzt Kreisveterinär Dr. Röttger. Die Jäger können die Köder beim Veterinäramt in Gummersbach sowie im Rathaus Hückeswagen abholen. Im Südkreis wird voraussichtlich im Rathaus in Denklingen eine Ausgabestelle eingerichtet. „Die Köder müssen zweimal im Abstand von vier Wochen im Wald verteilt werden“, erklärt Dr. Röttger. Die Köderaktion werde im Sommer und Herbst wiederholt. Über mehrere Jahre hinweg ist es notwendig, Impfköder zu verteilen, um die Tierseuche wirksam zu bekämpfen. Sobald der Oberbergische Kreis als „gefährdeter Bezirk“ gilt, müssen zudem Wildsammelstellen eingerichtet werden. Das Veterinäramt bereitet die Wildsammelstellen zurzeit unter Hochdruck vor.

 

„Wir werden drei Sammelstellen einrichten, damit die Jäger nicht unnötig lange Strecken zurücklegen müssen“, kündigt Dr. Röttger an. Seine Kollegen holen zurzeit Angebote für Kühlcontainer ein, in denen die Jäger die erlegten Wildschweine lagern müssen, bis die Ergebnisse der Untersuchung von Blut- und Organproben bekannt sind. Zwei Sammelstellen stehen bereits fest: Im Hückeswagener Gewerbegebiet Winterhagen-Scheideweg wird das Veterinäramt einen Wildschwein- und einen Konfiskat-Kühlcontainer aufstellen. Zwei weitere Container werden in Wiehlmünden aufgestellt.

 

Das Veterinäramt des Oberbergischen Kreises macht erneut darauf aufmerksam, dass Halter von Schweinen, verpflichtet sind, sich zu melden. Unter der Telefonnummer 02261/88-3903 ist das Veterinäramt erreichbar. Die Schweinepest ist eine durch einen Virus verursachte Tierseuche, die Haus- und Wildschweine befällt. Auch Minipigs und Hängebauchschweine können an dieser Seuche erkranken. Auf den Menschen ist die Schweinepest nicht übertragbar.

 

Quelle: Oberbergischer Kreis, Der Landrat Pressestelle, Angela Altz

 

 


 

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06 2601 · 07 2 · # Samstag, 16. Dezember 2017