Am vierten Spieltag der Handball Bundesliga hat der VfL Gummersbach die ersten beiden Punkte der Saison 2018/19 eingefahren. Gegen den TVB 1898 Stuttgart feierte der VfL am späten Sonntagnachmittag einen hochverdienten 31:28-Heimsieg. Den 2.601 Zuschauern in der SCHWALBE arena boten die Gummersbacher ein leidenschaftliches und temperamentvolles Spiel von der ersten Minute an. Archivbilder: © Christian Sasse alias ´Der Sasse´ Foto+TV Agentur NTOi.de – Redaktionelle Fotoanfragen gerne telefonisch an 0171-6888777 oder per Email: redaktion@news-on-tour.de

Jedem auf Gummersbacher Seite war nach dem Abpfiff deutlich die Erlösung nach der Anspannung der vergangenen Tage anzumerken und nicht nur den Zuschauern, die die Halle in einen Hexenkessel verwandelten, fielen unzählige Steine von den Herzen.

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Nach den herben Auswärtsniederlagen hatten sich die Gummersbacher einiges vorgenommen, was sich in der Anfangsphase vor allem in einer konzentrierten Abwehr und einem mutigen, wenn auch nicht fehlerlosen Angriff bemerkbar machte. Moritz Preuß sorgte in der fünften Minute für das 3:2 für die Gastgeber und legte zwei Minuten später das 4:2 nach. Drei Stuttgarter Treffer hintereinander brachten die Gummersbacher wieder in Rückstand, jedoch ließen sich die Oberbergischen diesmal nicht abschütteln, sondern blieben dran. Der VfL zeigte sich offensiv variabel und band auch seine Außenspieler immer wieder ins Spiel ein. Nach 15 Minuten glich Tobias Schröter zum 7:7 aus, nachdem Pouya Norouzi ihm den Weg freigeblockt hatte.

Gummersbach präsentierte sich hinten kompakt und vorne mutig. Lediglich im Torabschluss fehlte teilweise noch die Zielsicherheit. So scheiterte Ivan Martinovic in der 22. Minute beim Spielstand von 9:10 aus dem Rückraum. Eine Minute später verwarf auch Stanislav Zhukov, nachdem er zuvor durch einen starken Block den Ballbesitz für die Gummersbacher selbst erobert hatte. In der 24. Minute machte es Marvin Sommer besser, der zum 10:10 verwandelte. Mit jeder gelungenen Aktion aus einer stabilen Abwehr heraus tankte der VfL von Minute zu Minute spürbar Selbstvertrauen. In der Schlussphase der ersten Halbzeit blühte das Angriffsspiel des VfL noch einmal richtig auf. Stanislav Zhukov brachte die Gummersbacher schließlich erstmals seit Minute 13 wieder in Front (11:10, 26. Minute). Vom Applaus der Zuschauer und der eigenen Power getragen erhöhten die Gummersbacher durch Martinovic bis zum Halbzeitpfiff auf 14:12 (30. Minute).

Nach dem Seitenwechsel dauerte es bis zur 35. Minute, ehe Zhukov den ersten Gummersbacher Treffer markieren konnte (15:13). Indes wehrte Matthias Puhle in den ersten fünf Minuten von Hälfte zwei gleich drei Stuttgarter Würfe ab und sorgte dafür, dass der VfL seinen Vorsprung wahrte. In der Abwehr ging das Konzept der Gummersbacher voll auf und Stuttgart kam kaum mehr in gute Wurfpositionen. Mit vollem Körpereinsatz und Siegeswillen riefen die Gummersbacher ihr Leistungsvermögen ganz anders ab als in den vergangenen beiden Partien. Dank zweier Gegenstöße von Sommer und Tobias Schröter kam der Bundesliga-Dino in der 37. Minute sogar auf einen Vier-Tore-Vorsprung (18:14).

Obwohl der VfL in den kommenden fünf Minuten ohne eigenes Tor blieb, tat dies der tollen Stimmung in der SCHWALBE arena keinen Abbruch. In der Abwehr kämpften die Gummersbacher unentwegt weiter, die sich auf den Rückhalt von Keeper Matthias Puhle verlassen konnten. Nach dessen fünfter Parade in Halbzeit zwei (43. Minute) erhöhte Martinovic per Siebenmeter zum 20:16 (44. Minute). Der VfL kontrollierte das Spielgeschehen und zeigte sich mental und körperlich stark. Mit einer Fackel aus zehn Metern erhöhte Norouzi den Vorsprung auf fünf Treffer (22:17, 47. Minute). Martinovic legte per Kempa-Trick in der 50. Minute noch einmal nach und brachte die SCHWALBE arena zum Kochen. Auch in der Schlussphase ließen die Gummersbacher nicht nach und verliehen dem unbändigen Willen zu siegen deutlich Ausdruck. Zwischenzeitlich kamen die Stuttgarter noch einmal heran, aber der VfL erstickte durch den unbändigen Willen und eine vorne wie hinten durchweg starke Leistung jeden Zweifel daran, als Sieger die Platte zu verlassen, im Keim. Den Schlussakt setzte Sommer in der 59. Minute mit dem 31:28 und machte damit den ersten Gummersbacher Sieg der Saison perfekt.

Von Minute eins an zeigte der VfL, dass die Versprechungen von Wiedergutmachung in den vergangenen Tagen keine leeren Worte sein sollten. Leidenschaft auf der einen und Konzentration auf der anderen Seite führten den VfL am Ende zum Erfolg. Eine grandiose Stimmung in der SCHWALBE arena, die von Beginn an positiv war, tat ihr Übriges dazu. Der VfL hat mit dem Sieg, aber vor allem durch eine geschlossene Mannschaftsleistung einen großen Schritt nach vorne gemacht. Herauszuheben ist die Variabilität im Offensivspiel, die sich auf alle Mannschaftsteile auswirkte und besonders die Außenspieler zur Geltung brachte. Beleg dafür ist auch, dass Schröter mit einer richtig guten Vorstellung auf sechs Treffer kam und damit die meisten VfL-Feldtore erzielte. Die positiven Eindrücke gilt es in den kommenden Wochen zu bestätigen und die Leistung zu stabilisieren. Am kommenden Sonntag folgt das nächste Heimspiel in der SCHWALBE arena. Der VfL trifft dann auf den SC Magdeburg.

 

Trainerstimmen:


Denis Bahtijarevic (VfL Gummersbach): Ich denke, dass wir heute verdient gewonnen haben. Wir haben fast von der ersten bis zur letzten Minute an geführt. Wir haben zu Hause zwei gute Spiele gemacht, aber leider bisher nur zwei Punkte auf dem Konto. Die Auswärtsspiele haben wir zum Teil gespielt wie kleine Kinder im Kindergarten, da hat einfach nichts geklappt und wir waren einfach keine Mannschaft mehr.

Aber heute bin ich mit fast allem zufrieden. Vor allem damit, dass wir auch wieder ein Team waren. Wir haben aber auch hier und da Fehler gemacht, wo wir zu schnell versucht haben abzuschließen. Das entscheidende aber waren heute definitiv die Würfe von außen. Wir haben neun Tore über unsere Außen gemacht, das war in den letzten Spielen nicht der Fall. Unsere Wurfquote war heute deutlich besser. Das waren im Endeffekt die Schlüssel zum Sieg.

 


Jürgen Schweikardt
(TVB 1898 Stuttgart): Herzlichen Glückwunsch an den VfL Gummersbach zum verdienten Sieg. Ich bin der Meinung, dass wir das Spiel in den letzten zehn Minuten der ersten und den ersten zehn Minuten der zweiten Halbzeit hergegeben haben.

Danach sind wir nur noch hinterhergerannt, haben nur noch versucht den Anschluss herzustellen, aber wir sind einfach nicht wirklich drangekommen. Wir haben zu viel liegen lassen und konnten die spürbaren Unsicherheiten des VfL zu Beginn nicht nutzen. Am Ende hatte man fast das Gefühl, dass der VfL ein neues Selbstbewusstsein gewonnen hat

Quelle: VfL Gummersbach

 


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06 723 · 07 4 · # Freitag, 16. November 2018